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LMS: Estoril

Kraihamer: 32 Sekunden fehlten zum Sieg

Beim Saisonfinale der diesjährigen Le Mans Series in Estoril trennten den 21-jährigen Dominik Kraihamer aus Salzburg gerade einmal 32 Sekunden von seinem ersten Sieg

Fotos: VPD/ Jürgen Evers

Wie eng Freud und Leid im Motorsport aneinander liegen, weiß seit gestern kaum jemand besser als Dominik Kraihamer: Gerade einmal 32 Sekunden trennten Kraihamer von seinem ersten Sieg und damit dem Vizemeistertitel in der LMP2-Kategorie.

Wie schon in fünf von sechs Rennen in dieser Saison (Le Mans mitgerechnet) war Dodo der mit Abstand schnellste Pilot, lag mit über einer Runde Vorsprung auf die Konkurrenz souverän in Führung. Und erneut machte ihm die Technik einen Strich durch die Rechnung: In der letzten von 218(!) Runden beendete ein Defekt an der Bremsanlage ein bis dahin perfektes Rennwochenende.

Die Belgier haben ja nicht gerade den Ruf, das emotionalste aller Völker zu sein. Bricht dennoch einmal ein gesamtes Rennteam kollektiv in Tränen aus – so geschehen am Sonntagabend in Estoril – so muss schon etwas Dramatisches passiert sein.

Dabei hatte das letzte Rennwochenende der diesjährigen Le Mans Series für das Team von Boutsen Energy Racing optimal begonnen: Bei ihrem erst zweiten gemeinsamen Langstrecken-Rennen harmonierten der 21-jährige Dominik Kraihamer aus Salzburg und sein 27-jähriger Teamkollege Thor-Christian Ebbesvik perfekt: Nachdem Dodo beim letzten Rennen in Silverstone als Quali- und Startfahrer im Einsatz gewesen war, stellt der schnelle Norweger den Oreca-03-Nissan der belgischen Truppe auf den siebten Gesamtrang, das bedeutete Platz vier in der Klasse der LMP2-Boliden. „Es ging uns im Quali nicht darum, eine einzige schnelle Runde hinzuknallen, sondern ein besonders reifenschonendes Setup zu finden“, so Dominik.

Im Rennen übergab Ebbesvik nach seinem Startstint auf Platz drei mit etwa 30 Rückstand auf die Spitze. Als der junge Salzburger den Rennboliden an seinen Teamkollegen zurück übergab, lag das Team mit über einer Runde Vorsprung souverän auf Platz 1 aller LMP2- Boliden. Nach einem weiteren Doppelstint von Ebbesvik übernahm Dodo für die letzte Etappe. Aus Sicherheitsgründen pendelte er seine Rundenzeiten etwa bei 1:35.5 ein (zuvor 1:33.6).

Nach dem letzten Tankstopp begann dann die Nervenschlacht: „Als nur noch fünf Runden zu fahren waren, versuchte ich einfach nicht darüber nachzudenken, was alles auf dem Spiel steht. Und vor der letzte Runde dachte ich auf der Start-Ziel-Geraden: Genieße einfach diese Runde, es ist die letzte des heurigen Jahres“, erinnert sich Dodo.

Dann nahm das Drama seinen Lauf: Beim Anbremsen auf Kurve eins spürte Dominik plötzlich keinen Bremsdruck mehr. Bei Tempo 270 schoss er übers Kiesbett hinaus und schlug praktisch ungebremst in den Reifenstapel ein. Gottlob blieb er beim heftigen Aufprall unverletzt. Erst als Flammen aus dem Oreca-03 züngelten, sprang er aus dem Cockpit und machte sich auf den langen Weg zurück an die Box. Trotz der zurückgelegten Distanz von 218 Runden wurde das Duo Kraihamer/Ebbesvik im Ergebnis als Ausfall gewertet:

Nur 32 Sekunden später wäre das 6-Stunden Rennen abgewunken und zumindest ein zweiter Platz möglich gewesen. Dominiks erstes Statement nach dem Rennen: „Ich weiß nicht, was ich verbrochen habe, um so viel Pech zu verdienen. Aber das ist wohl einer dieser charakterbildenden Momente, die man offensichtlich erleben muss, um ein guter Rennfahrer zu werden. Ich muss das nun verarbeiten, mich aufs kommende Jahr vorbereiten und noch besser zurück kommen.“

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