MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
24h Nürburgring

Audi R8 LMS GT4: Testeinsatz mit Vollgas

Audi unterzieht den neuen R8 LMS GT4 einem ultimativen Härtetest beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2017: In SP-X-Klasse ohne Restriktionen.

Fotos: Audi

Mit dem neuen Audi R8 LMS GT4 wollen die Ingolstädter die motorsportliche Produktpalette weiter abrunden. Das Auto soll die Lücke im Kundensportprogramm zwischen TCR und GT3 schließen. Bevor der neue GT4 in Produktion geht - er wird großteils in der normalen Produktionsstraße für den R8 gefertigt - standen zahlreiche Test- und Entwicklungsfahrten auf dem Programm. Den ultimativen Härtetest absolviert das Auto aktuell im 24-Stunden-Rennen am Nürburgring.

"Bisher läuft es sehr, sehr gut", sagt Audi-Kundensport-Chef Chris Reinke. "Bei den Fahrern gibt es eine begeisternde Euphorie. Wir haben die jungen Heißen in einem Auto und die alten Hasen im 'DTM-Auto'. Das ist toll zu sehen und zu beobachten. Uns verschafft das ein breites Feedbackmuster." Das Phoenix-Fahrzeug mit der Startnummer 17 teilen sich Joonas Lappalainen, Alexander Mies, Alex Joong und Peter Terting. Der Ex-DTM-Pilot sitzt auch im Schwesterauto gemeinsam mit Christian Abt, Patrick Huisman und Rahel Frey.

"Die Arbeit macht unwahrscheinlich viel Spaß. Es ist allerdings eine recht große Umstellung vom GT3 in den GT4, weil man sich dann sehr dem Straßen-R8 nähert. Zum Beispiel sind die Bremsen ganz anders", schildert die Schweizerin. Man sortiert in der Eifel die letzten kleinen Baustellen aus, bringt den R8 LMS GT4 auf einen Stand, sodass er bald in Kundenhand gehen kann. "Insgesamt macht das Auto einen großartigen Eindruck", freut sich Rahel Frey.

Das neue Auto startet am Ring nicht in der für GT4-Fahrzeuge vorgesehenen SP10-Klasse, sondern in der Kategorie für Experimental-Autos (SP-X). Der Grund: Man ist frei von Restriktionen und darf das Gefährt vor der endgültigen Homologation unter absoluter Vollast betreiben. "Wir wollen das Auto maximal freifahren", erklärt Chris Reinke. "Wir wollen die Höchstgrenze dessen, was der Kunde später in die Hand bekommen wird, hier abklopfen. Wir wollen das testen bevor wir das Auto für die Produktion freigeben."

Phoenix-Mannschaft macht Dampf: Halbgas gibt es nicht

"Es geht uns darum, den Wagen möglichst optimal für den Einsatz in Kundenhand vorzubereiten. Er muss gutmütig sein und gleichzeitig muss es viel Spaß machen", schildert Rahel Frey. "Das heißt unter anderem, dass man extrem an der Fahrbarkeit und Bedienbarkeit arbeitet. Ein Beispiel sind die Dämpfer. Da haben wir beim Test in Monteblanco tolle Fortschritte gemacht. Auf der Nordschleife mussten wir dann umstellen. Da lernen wir wirklich sehr viel - extrem spannend."

"Es mag ein Testeinsatz sein, aber wir geben richtig Gas", so die Ex-DTM-Pilotin, die in diesem Jahr unter anderem im ADAC-GT-Masters im Einsatz ist. "Wir sind Racer durch und durch", sagt die Blondine mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck. "Ich hätte nie gedacht, mal mit einem Christian Abt ein Auto zu teilen. Der war mal mein Teamchef. Christian kennt kein Halbgas. Da geht es zur Sache. Das ist wirklich gut." Genau dieses Szenario stellt sich Audi vor: Zwei Crews, die das Auto kompromisslos ans Limit bringen.

"Der Test ist dann gelungen, wenn wir viele Kilometer abspulen, viele Daten sammeln konnten und dann sagen, dass kein konzeptioneller Wurm drinsteckt. Das haben wir aber vorher auch schon abgeklopft. Wir sind schon viel gefahren bei zahlreichen Tests", so Chris Reinke vor dem Start des Rennens. "Wir wollen das im Rennumfeld bestätigt sehen. Bisher ist das bestens gelungen. Bei Themen wie Belüftung müssen wir noch etwas machen und an anderen Stellen ebenso."

Im Aufgabenheft stehen unter anderem noch Punkte wie Abstimmung von Kinematik und Optimierung der elektronischen Systeme. Diese Baustellen sollen bald abgeschlossen werden, die Produktion im Herbst beginnen. "Es ist ein schöner Gedanke, dass ich irgendwann sagen kann, dass im R8 GT4 ein Stückchen von mir mit drinsteckt", lächelt Rahel Frey. "Ich durfte beim TT-Cup-Auto viele Dinge mit herausfahren, durfte den TT-RS mit abstimmen. Das ist schon sehr cool."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

24h Nürburgring

Weitere Artikel:

Samt "Großem Preis" am Schrannenplatz

Rückblick auf die Mödling Classic 2026

Bestes Wetter war den Fahrern am 9. Mai bei der Veranstaltung der Classic Rallye Staatsmeisterschaft hold. Im Feld von 75 Fahrzeugen sammelte ein Porsche 356 C von 1965 die wenigsten Strafpunkte. Wie gewohnt gab es wieder eine eigene Gäste-Wertung.

Ohne jeden Test hat Michael Kogler ein 350 PS starkes Ford Fiesta WRC beim weltberühmten Rechbergrennen pilotiert - in Gedenken an seinen Vater Gottfried, der vor exakt 30 Jahren das Gleiche tat. Das Projekt „Ciao Papa“ war eine Herzensangelegenheit…

Schulter und Fuß in einem Eingriff

Marc Marquez in Madrid operiert

Nach dem Sturz in Le Mans wurde Marc Marquez in Madrid operiert - Die Eingriffe an der rechten Schulter und am rechten Fuß sind erfolgreich verlaufen

Max Verstappen mit 360-Grad-Dreher

"Dann kann ich noch Rallye fahren..."

Red-Bull-Pilot Max Verstappen sorgt mit seinem spektakulären 360-Grad-Dreher in Miami für Aufsehen - und scherzt nach dem Rennen, dass er Rallye fahren könnte

Valtteri Bottas über Mercedes-Zeit

"Ich hasste den Rennsport"

Valtteri Bottas spricht offen über mentale Probleme während seiner Zeit bei Mercedes und verrät, wie sehr ihn die Saison 2018 neben Lewis Hamilton belastet hat