MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WEC: Nürburgring

Porsche: Teamorder im vierten Rennen!

Der durch Stallorder erfolgte Platztausch der beiden LMP1-Autos von Porsche auf dem Nürburgring soll vorab beschlossen worden sein.

Beim Rennen der Langstrecken-WM am Sonntag auf dem Nürburgring hat Porsche eine ungewöhnliche Teamordermethode angewandt: Der 919 LMP1 von Neel Jani, André Lotterer und Nick Tandy lag kurz vor dem Ende sicher in Führung, doch die in der Meisterschaft besser platzierten Le-Mans-Sieger Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley sollte letztlich den Sieg bejubeln. Dieser Jubel fiel gemäßigt aus, weil allen Beteiligten der vorsätzliche Platztausch sicht- und hörbar unangenehm war.

"Es ist schon ein bisschen seltsam, ein Rennen auf diese Art zu gewinnen, aber es geht um die WM, da läuft es manchmal so", meinte Hartley, dessen Teamkollegen Bernhard und Bamber freilich unisono betonten, dass auch das Schwesterauto den Sieg genauso verdient gehabt hätte. Hartley gabt zu: "Es war schon irgendwie besprochen. Wir hatten vor dem Rennen ein Meeting. Wir sollten eigentlich alle Tempo rausnehmen, aber die anderen haben weiter gepusht. Da musste es eben anders gelöst werden."

Die Lösung, die sich Porsche einfallen ließ, war für viele Zuseher leicht durchschaubar: Beide Porsche mussten kurz vor Rennende noch einmal zu einem "Splash & Dash"-Stopp an die Box. Für die letzte Viertelstunde hätten eigentlich ein paar Liter Benzin genügt, doch beim Porsche #1 dauerte die Aktion fast eine Minute, weil man das Auto unnötigerweise komplett volltankte.

"Ich habe mich schon gefragt, warum es an der 'Tanke' so lange dauert", scherzte Lotterer nach dem Rennen mit einem gequälten Lächeln. Der Neuzugang stand kurz vor seinem ersten Sieg nach dem Wechsel von Audi. Entsprechend wenig erbaut war im Anschluss: "War ein lustiger Rennsonntag ... schauen wir mal, ob die anderen uns einen ausgeben."

"André hätte mit dem Auto wirklich noch nach Hause fahren können, so viel Sprit war am Ende noch drin", kommentierte Neel Jani die Aktion seines Teams. "Ganz ehrlich: So etwas ist nicht so leicht zu verdauen", sprach wenigstens Nick Tandy Klartext. "Man ist mit Leib und Seele dabei und arbeitet die ganze Zeit hart, aber ich verstehe auch, dass man so handeln musste."

"Ich hätte schon gern gewonnen, vor allem auf dem Nürburgring. Es ist mein Heimrennen, und ich habe hier noch nie im LMP1 gewonnen; wäre schon cool gewesen", trauerte Andre Lotterer der verpassten Chance nach. Schulterzuckend fügte er an: "Wir haben als Team gearbeitet – ist halt so. Natürlich hätten wir gern gewonnen, aber nach dem Ausfall in Le Mans sind unsere Chancen in der WM viel schlechter. Die Saison ist für uns halt futsch."

In der Gesamtwertung halten Bamber, Bernhard und Hartley nach dem Erfolg auf dem Nürburgring nun bei 108 Punkten. Der Vorsprung auf die einzigen ernsthaften WM-Konkurrenten von Toyota mit Buemi, Davidson und Nakajima beträgt 30 Zähler. Jani, Lotterer und Tandy haben spätestens nach dieser Teamentscheidung mit nur 46 Punkten erheblich geringere Chancen auf den Titel. In der Herstellerwertung konnte Porsche seinen Vorsprung so oder so auf 39,5 Punkte ausbauen.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WEC: Nürburgring

Weitere Artikel:

24h Daytona 2026: Bericht

24h-Hattrick für Porsche #7

Dritter Sieg in Folge für den Penske-Porsche #7 in Daytona - Strategiefehler und starker Cadillac verhindern Doppelsieg - BMW holt überraschenden GT-Sieg

24h Dubai 2026: Bericht

Vierter WRT-Sieg in fünf Jahren

WRT holt bei den 24 Stunden von Dubai 2026 einen weiteren Sieg - BMW in der Wüste unantastbar - Brutales Pech für Paradine Competition in letzter Stunde

Überarbeitetes Markenlogo

Honda präsentiert neue Power-Unit RA626H

Honda hat am Dienstag bei einer Präsentation in Tokio die neue Power-Unit für die Formel-1-Saison 2026 vorgestellt: Welchen Namen die Antriebseinheit tragen wird

"Vorfreude umso größer"

Habsburg fährt auch 2026 für Alpine

Während Mick Schumacher die WEC und Alpine in Richtung IndyCar verlassen hat, bleibt Ferdinand Habsburg für drittes Jahr im französischen Werksteam an Bord

W17-Premiere im Regen

Mercedes-Shakedown in Silverstone

Der Mercedes W17 hat in Silverstone seine ersten Kilometer abgespult - George Russell durfte als erster Fahrer auf die nasse Strecke in Großbritannien gehen