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Formel 1: News

Massa beendet seine Formel-1-Karriere

Der Brasilianer wird am Saisonende nach voraussichtlich 250 Grands Prix zurücktreten, ein Wechsel in eine andere Serie ist denkbar.

Felipe Massa hat am Donnerstag sein Karriereende in der Formel-1-WM bekanntgegeben. Wie der Williams-Pilot bei einer Pressekonferenz in Monza verkündete, wird er ihr nach 14 Jahren aus freien Stücken den Rücken kehren, möglicherweise seine Laufbahn als Profirennfahrer aber in einer anderen Rennserie fortsetzen. "Meine Karriere war erfolgreicher, als ich es mir jemals hätte vorstellen können", meint ein sichtlich gerührter Massa. "Ich bin stolz darauf, was ich erreicht habe." Der 35jährige Brasilianer blickt auf eine erfüllte Zeit zurück, auch wenn sie nicht mit einem WM-Titel gekrönt wurde.

"Ich habe so viele tolle Erinnerungen und danke jedem bei allen Teams, für die ich gefahren bin; dafür, dass sie mir geholfen haben, dahin zu kommen, wo ich jetzt stehe", sagt er. "Ich muss speziell meiner Ehefrau, meinem Vater, meiner ganzen Familie und meinem Manager Nicolas [Todt; Anm.] danken. Das Leben stellt uns vor viele Wahlmöglichkeiten, und ich denke, für mich ist es an der Zeit zu gehen und etwas anderes zu machen", so Massa, der in die Langstrecken-WM oder die DTM wechseln könnte. Als Highlight seiner bisherigen Karriere bezeichnet Massa seine Siege bei den Heimrennen in Brasilien.

Co-Teamchefin Claire Williams spricht von einem emotionalen und traurigen Tag. Sie nennt Massa in Zeiten der Umstrukturierung dank dessen Erfahrung, dessen Talents und dessen Enthusiasmus einen wichtigen Faktor, gibt jedoch nicht darüber Auskunft, inwiefern sie ihm Alternativen zu einem Rücktritt ließ. "Was wir bei Williams schätzen: Er ist ein echter Gentleman", lobt sie ihn stattdessen. "Er teilt den Geist, den wir im Team haben, und er hat uns fünf Podiumsplätze beschert."

Als wahrscheinlich gilt, dass der Finne Valtteri Bottas – mangels Alternativen bei einem der Topteams – bei Williams an Bord bleiben wird. Was den neuen Fahrer betrifft, flirtete zuletzt die gesamte Teamführung mit Ex-Weltmeister Jenson Button (McLaren). Jedoch sind auch Sergio Pérez (Force India) und der ehemalige Williams-Testpilot Felipe Nasr (Sauber) beim Traditionsrennstall im Gespräch – zwei finanzstarke Piloten. Nur Außenseiterchancen besitzt Alex Lynn, der hauseigene Zögling der Briten.

Felipe Massa hat seine Formel-1-Karriere 2002 bei Sauber begonnen und wechselte zur Saison 2006 als Teamkollege (und Wasserträger) von Michael Schumacher zu Ferrari. 2008 verlor er das Titelduell gegen Lewis Hamilton ausgerechnet beim Heimrennen in einem geschichtsträchtigen Herzschlagfinale. Nach einem Unfall im Folgejahr, als ihn eine Stahlfeder am Helm traf und zu einer Rennpause zwang, ging es mit seinen Leistung bergab.

Bei Ferrari mehrfach kurz vor dem Raufwurf wechselte er 2014 an der Seite seines langjährigen Intimus Rob Smedley überraschend zu Williams, wo er nochmals um Podiumsplätze mitfuhr. Mit bisher 242 Rennstarts, elf Grand-Prix-Siegen sowie 16 Pole Positions gehört der Mann aus São Paulo zu den erfolgreichsten aktiven Formel-1-Piloten.

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