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Formel 1: News

Ricciardo: Klopfe nicht bei Ferrari an

Daniel Ricciardo spielt bei den Vertragsverhandlungen für die Formel-1-Saison 2019 auf Zeit und möchte nicht die gleichen Fehler wie Fernando Alonso machen.

Daniel Ricciardo hat offenbar nicht vor, sich für die Formel-1-Saison 2019 und danach bei Ferrari oder Mercedes anzubieten. "Mit Red Bull zu sprechen", sagt er vor dem Grand Prix von Abu Dhabi , "ist leicht, denn ich kenne sie bereits. Was die anderen beiden betrifft: Ich schätze, wenn sie interessiert sind, müssen sie an mich herantreten. Ich möchte nicht als verzweifelt rüberkommen."

Der 28-Jährige war schon in den Nachwuchsformeln Mitglied des Red-Bull-Juniorteams und hat sich noch nie selbst um seine vertraglichen Angelegenheiten gekümmert. Sogar als er 2011 auf HRT in die Formel 1 kam, machte Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko den Deal mit dem damaligen HRT-Teamchef Colin Kolles aus.

"Die Situation ist neu für mich", gibt Ricciardo, dessen Vertrag Ende 2018 ausläuft, zu. "Die meisten Dinge im Leben musst du zumindest einmal gemacht haben, um sie zu verstehen." Grundsätzlich habe er darüber, erstmals Verhandlungen selbst führen zu müssen, "schon geredet, aber noch nicht viel nachgedacht. Ich bekomme das schon auf die Reihe."

Red Bull, mit Teamkollege Max Verstappen bis Ende 2020 im Geschäft, würde den Ricciardo-Vertrag am liebsten noch vor Jahresende verlängern. Die Signale, die kommen, sind aber gemischt. Einerseits sagt Marko, man habe "noch viel Zeit"; andererseits war die Vertragsverlängerung schon vor dem Qualifying in Abu Dhabi Thema: "Ich habe zu ihm gesagt: 'Wenn du beide Ferraris schlägst, können wir großzügig sein!' Den halben Weg hat er erledigt", grinst Marko.

Mit einer starken Leistung in den Winter

Ricciardo sicherte sich gestern mit "seiner besten Qualifying-Runde des Jahres" (Zitat Christian Horner) vor Kimi Räikkönen, aber hinter Sebastian Vettel den vierten Startplatz und stellte im Stallduell gegen Verstappen auf 7:13. Nach Punkten führt er mit 200:158, doch da muss Verstappens Pleiten-, Pech- und Pannenserie im Sommer berücksichtigt werden. In den vergangenen Wochen war Verstappen rein vom Speed her meist der Schnellere.

Umso wichtiger, dass Ricciardo sich mit einer starken Leistung in den Winter verabschiedet. Trotzdem rechnet er nicht mit einer raschen Einigung: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich im nächsten Monat unterschreiben werde. Es sei denn, sie unterbreiten mir ein lächerlich gut dotiertes Angebot! Aber nein, wahrscheinlich nicht einmal dann", lässt er sich bitten.

"Es geht mir nämlich nicht um das finanzielle Angebot, sondern es geht mir darum, wer 2019 das beste Auto haben wird. Da warte ich lieber den Saisonbeginn noch ab und schaue mir das an", erklärt Ricciardo. "Ich hoffe nur, dass ich nicht zu viel nachdenke und mir unterm Strich alle Optionen offen stehen. Ich glaube jedenfalls, dass ich genug Zeit habe, ein bisschen zu warten."

Denn jetzt gleich zu unterschreiben, "hat keinen Vorteil für mich", betont Ricciardo und ergänzt: "Ich möchte nicht erst spät im nächsten Jahr etwas unterschreiben. Aber es muss auch nicht schon im kommenden Winter sein." Dennoch erwartet er für die nächsten ein bis zwei Wochen, bevor er in den Weihnachtsurlaub abhaut, "das eine oder andere Gespräch" mit Red Bull.

Ferrari als wahrscheinlichste Möglichkeit?

Ricciardo geht fest davon aus, dass Interesse an seiner Person besteht, "sei es von Red Bull oder von anderen Teams". Vor allem zu Ferrari, meinen viele Experten, würde er gut passen - ab 2019 als Nachfolger von Kimi Räikkönen. Sebastian Vettel hat er 2014 bei Red Bull schon einmal geschlagen. Das wäre also eher kein No-Go - zumindest von Ricciardos Seite.

"Ich weiß von den kurzen Erstgesprächen, die wir bisher hatten, dass Red Bull weitermachen möchte", sagt der fünfmalige Grand-Prix-Sieger, der sich auch deshalb in einer guten Verhandlungsposition wähnt. Trotzdem ist er vorsichtig. Fernando Alonso hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, wie sich auch talentierte Fahrer auf dem Transfermarkt verzocken können ...

"Das ist ein Grund, warum ich die Entscheidung nicht überstürzen möchte", gibt Ricciardo zu. "Wo auch immer ich unterschreibe, es wird wahrscheinlich nicht ein ein-, sondern ein mehrjähriger Vertrag werden. Dieser nächste Vertrag erstreckt sich über die besten Jahre meiner Karriere. Ich muss sicherstellen, da meine Chancen zu maximieren. Darum lasse ich mir die Zeit, die ich brauche."

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