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Rallyesprint

Keine Angst vor Überschlägen

Nach längerer Rallye-Abstinenz möchte Markus Benes beim Rallyesprint wieder aufzeigen, die Chancen im Turbo Mazda dürften nicht schlecht stehen.

Einst hatte er nach einem Horror-Crash Schwierigkeiten, auf der Autobahn schneller als Hundert zu fahren, jetzt will er es wieder ganz genau wissen:

Markus Benes, Held zahlreicher Challenge-Schlachten der Vorjahres-Saison und zuletzt bei der Steiermark-Rallye sogar Gesamtsieger der nationalen Wertung, will sich nach einer mehrmonatigen Pause wieder einmal der Herausforderung des Wettbewerbs stellen, und das bei einem Rallyesprint, der so stark besetzt ist wie schon lange nicht mehr. Die Motivation, sich nach dem mißglückten Saisonstart - die IQ-Jänner-Rallye endete früh mit einem technischen Ausfall - wieder einmal ein wohlverdientes Erfolgserlebnis zu erkämpfen, ist entsprechend groß.

Auch der zweite Versuch, die Dunlop Pyhrn Eisenwurzen-Rallye dieses Jahres, brachte Markus Benes kein Ergebnis, dafür jede Menge Medienresonanz, wie er sie bis dahin nicht kannte: Die Rallye selber verlief eher mittelmäßig, um Platz 38 herum war Markus gelegen, bis ihm zu Beginn des zweiten Tages der Gedanke kam, daß da doch viel mehr gehen müßte.

Der Regen kam da gerade richtig, Markus ist ja nach wie vor bekannt dafür, daß er vor allem dann richtig loslegt, wenn die meisten anderen aufgrund verringerter Bodenhaftung das Tempo reduzieren. Auf diese Weise verbesserte er sich nach wenigen SPs um mehr als 10 Plätze. Und da Markus außerdem dafür bekannt ist, daß er immer wieder wertvolle Beiträge zur guten Show liefert, nützte er jede sich bietende Gelegenheit für anmutige Drifts. Die nach seiner Auffassung sicherste Fahrweise, solange man sich penibel an gewisse fahrtechnische Grundregeln hält.

Die Rechnung schien aufzugehen, bis zu jener verhängnisvollen Kurve, wo sich die Hinterräder in einem Acker wiederfanden und Markus mit seinem Copiloten Norbert Wannenmacher („Er ist wirklich große Klasse!”) Sekundenbruchteile später die Landschaft aus der Kopfstandperspektive betrachtete, was vor allem Verwunderung seitens des Fahrers auslöste: „Ich war schon konzentriert auf die nächste Kuppe, auf einmal dachte ich mir: Häää??” Leider war die Rinne im Ackerboden tiefer als angenommen, und über die ist der schöne rote Mazda gestolpert.

Markus sieht es von der heiteren Seite, zumal der Zwischenfall doch auch etwas Positives bewirkt hat (Werbemäßig mehr als 10 Rallyes!), das Onboard-Video hielt tausende TV-Konsumenten zwischen Mittagstisch und Grand Prix von Österreich in Atem. Gekostet hat es allerdings auch etwas, aber jetzt ist der Mazda wieder fit für die nächste Rallye und Markus motiviert wie nie zuvor. Das umso mehr, als er die geplante Castrol-Rallye trotz wieder instandgesetztem Wagen absagen mußte: Bernard-Alain Jolivet, der als Ersatz für den unabkömmlichen Norbert Wannenmacher einspringen sollte, hatte plötzlich eine wichtige Verpflichtung. Kein Beifahrer = keine Rallye, eine altbekannte Regel.

Den Rallyesprint aber, den hat Markus sich schon lange vorgenommen, ist doch das Jutta Gebert-Memorial eine Rallye ganz nach seinem Geschmack: Schotter vom ersten bis zum letzten Meter, reichlich Gelegenheit für kontrollierte Drifts und - besonders wichtig: Gute Möglichkeiten, sich sportlich in Szene zu setzen, auch für Fahrer mit weniger PS. Neben einer guten Plazierung in der Gesamtwertung geht es für Markus vor allem um die Vorherrschaft in der Gruppe H, und da könnte er, wenn es für ihn gut läuft, durchaus ein ernsthaftes Wort mitreden. Auch wenn die Konkurrenz stark sein wird - heftige Gegenwehr kann man vor allem von Wolfgang Schmollngruber und Horst Hüfinger (beide ebenfalls Mazda 323) erwarten, auch Franz Kohlhofer mit dem Urquattro sollte man niemals außer acht lassen.

Die an Käshof und Umgebung anwesenden Fans, die sich bis zur Startnummer 35 gedulden, werden mit Sicherheit mit einer herzerfrischenden Vorführung belohnt werden. Dabei fährt Markus gar nicht fürs Publikum. Er sieht im Drift eben die effektivste und sicherste Methode, ein Auto schnell durch eine Kurve zu bringen.

Den Fans kann es egal sein, denn das für das Auge Gebotene bleibt das gleiche. Und so war es ja auch bei Stig Blomqvist, wenn wir uns ehrlich sind....und der war einer der ganz Großen!

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