RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Drifter-Festival

Willi Rabl hat zu den langjährigen Rallye-Profis aufgeschlossen, die Waldviertel-Rallye wird alle bisherigen Herausforderungen übertreffen.

Österreichs Rallyesport macht wieder positive Schlagzeilen, so positive wie schon lange nicht mehr. Die OMV-Waldviertel-Rallye ist in allen Punkten, die eine Rallye-Veranstaltung auszeichnen, eine Besonderheit, sowohl in der Besetzung und erst recht mit ihrer Streckenführung. Es ist nahezu alles enthalten, was schon die Semperit-Rallye groß gemacht hat, dazu kommt noch mit der Prüfung Gföhl-Kronsegg ein Klassiker aus sagenumwobenen Alpenfahrt-Zeiten. Und vor allem: Wo findet man schon eine Zwei-Tages-Veranstaltung mit über 80 Prozent Schotter auf den Wertungsprüfungen?

Daraus ergeben sich elementare atmosphärische Vorteile: Zum Einen wird mehr gedriftet, und zum Zweiten kann man auch mit eher wenigen PS erstaunlich gute Zeiten schaffen, wenn man entsprechend gut mit einem Auto umgehen kann. Das erhöht auch die sportliche Spannung. In einem solchen Umfeld gewinnt der Rallyesport natürlich besonders leicht neue Anhänger, und von den alten kommen auch wieder ein paar zurück.

Damit wird es auch für Willi Rabl Junior spannend, der zwar mit seinem VW Golf V TDI mit serienmäßigen 160 PS keinen Donnerbolzen zur Verfügung hat, aber auf Prüfungen wie Hollenbach oder Schlag kommt es eher auf ein bodenständiges Fahrwerk und gute Fahrzeugbeherrschung als auf überschäumende Motorleistung an. Bescheiden und realistisch, wie Willi Rabl ist, warnt er zwar vor übergroßen Erwartungen (Wichtigste Begründung: Schotterfahren nicht gewohnt), aber die Stolpersteine, die in diesem Jahr schon auf ihn zugekommen sind, waren auch keine Kleinigkeit. Trotzdem gab es dabei keinen einzigen Ausfall. Das muß man erst einmal schaffen.

Es ist natürlich auch nur dann zu schaffen, wenn man ein zuverlässiges Auto und ein verläßliches Mechanikerteam hat. Hierfür steht Hofbauer Motorsport Pate, eine große Stütze der Rallye-Erfolge von Volkswagen Austria. Willi Rabl hatte auch immer gute Beifahrer, so wie vor allem Martin Brunner, der diesmal wieder den Auftrag bekommt. Alles in allem ein gutes Gesamtpaket.

Nach dem etwas mühevollen Einstieg hat Willi Rabl schon deutlich sichtbar zu den langjährigen Rallye-Profis aufgeschlossen, der neunte Gesamtrang bei der Herbst-Rallye (Besser besetzt als manche ÖRM-Rallye!) ist dafür ein leuchtender Beweis. Die OMV-Waldviertel-Rallye wird natürlich alles übertreffen, was Willi Rabl bisher an Herausforderungen untergekommen ist, hier tut sich einiges auf an neuen Erfahrungen und persönlichen Prüfungen. Aber das kann auch sehr viel Spaß machen, und man kann im Zuge dessen zusätzliche Einsatzfreude und neue Talente entwickeln.

Vorerst gilt die Devise „Abwarten, was passiert“, es wäre auch wirklich unmöglich, jetzt schon vorauszusagen, auf welchen Positionen Willi Rabl und Martin Brunner rangieren werden. Wobei natürlich auch die Frage interessant ist, wie sie sich innerhalb des VW-Teams positionieren werden. Die Beantwortung dieser Frage bleibt dem Rallye-Verlauf vorbehalten.

Ungeachtet aller sportlichen Ambitionen bleibt die OMV-Waldviertel-Rallye ein typischer Bewerb, bei dem das bloße Dabeisein schon eine enorme innere Erfüllung bewirkt, erst recht dann, wenn man es schafft, ohne größere Schwierigkeiten (vor allem durch Verlassen der Strecke) anzukommen. Aber das ist eben auch charakterisierend für ein Drifter-Festival, das es in sich hat, und ein solches will die OMV-Waldviertel-Rallye ja auch sein.

Somit kann man sich auf den schlichten Schlußsatz beschränken: Auf Willi Rabl und Martin Brunner wartet eine besondere Rallye.

News aus anderen Motorline-Channels:

OMV Rallye Waldviertel: Vorschau Rabl jun.

- special features -

Weitere Artikel:

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Friedl

Schreckmoment – Improvisieren gefragt

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten mit dem AUTOFUN - Ford Fiesta Proto mit viel Improvisation wichtige Punkte in der ARC Challenge einfahren.

WRC, Sardinien: Bericht Raith Tag 1

WM-Start mit angezogener Handbremse

Der Steirer Kevin Raith und Copilotin Claudia Maier haben heute ihr Abenteuer Sardinien-Rallye erfolgreich eröffnet / Für die nächsten drei anstrengenden Tage hat sich das Duo noch Reserven offengelassen

Austrian Rallye Legends: Bericht

Herbstliches Kaiserwetter bei den ARL

Novum bei der zwölften Ausgabe der Austrian Rallye Legends powered by ARBÖ: Zum ersten Mal musste der Zeremonienstart unter schwerem Regen abgehalten werden - der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch.

MRC, 3 Städte Rallye: Vorschau

Vorletzte Rallye zum Mitropa Cup

Die 59. Ausgabe der ADAC 3 Städte Rallye (08.-10.10.26) steigt als neunter und somit vorletzter Wertungslauf des Mitropa Rally Cup (MRC)

Die FIA plant eine Änderung beim Turbobegrenzer, damit die neuen WRC27-Autos und Rally2-Kit-Fahrzeuge künftig einen klaren Leistungsvorteil haben