RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Australien

Wütende Protestbewegung sorgte für Eklat

Eine Rallye im Weltkulturerbegebiet. Wütende Umwelt-Aktivisten, die zunächst „nur“ mit „gefrorenen Koalabären“ drohten und dann zu Steinen griffen….

Michael Noir Trawniczek

„Vielleicht war es keine gute Idee, in diesem Teil der Welt zu fahren, doch das war nicht unsere Idee“, sagt Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson. Das Problem. Die Australien-Rallye übersiedelte nach zwei Jahren Pause von der West- an die Ostküste, der Austragungsort ist offenbar ein Weltkulturerbegebiet. So kam es zu Protesten von Anrainern und Umweltschützern – erst langsam sickerte durch, welche Szenen sich in „Down Under“ abspielten…

Zunächst gab es eine seltsame Drohung, wonach man gedenke „gefrorene Koalabären“ auf die Strecke zu werfen. Offenbar waren jedoch nicht genügend oder vielleicht auch gar keine gefrorenen Bären vorhanden, weshalb man bald zu Steinen griff. Es wurden nicht nur die Teilnehmer, sondern auch das Sicherheitsfahrzeug beworfen. Als dann auf SP 6 der als erster Fahrer angetretene Mikko Hirvonen gegen einen Zaun fuhr, den die wütenden Gegner auf die Fahrbahn stellten, wurde die Prüfung umgehend abgesagt. Auch die als SP 11 vorgesehene zweite Durchfahrt wurde abgesagt.

“Tierwelt wird abgeschreckt“

Ein Mitglied der Porestbewegung erklärte gegenüber Autosport: „Die Einwohner sind wütend. Neunzig Rennautos plus Support-Transportfahrzeuge und Hubschrauber schrecken die Tierwelt ab. Außerdem können wir einen Tag lang unsere Häuser nicht verlassen, weil die Straßen gesperrt sind."

Auch auf der Verbindungsetappe machten nahezu alle Spitzenpiloten Bekanntschaft mit den Rallye-Gegnern. Hirvonen berichtete, wie es den WRC-Piloten erging: „Wir kommen bei einer Kreuzung an - und plötzlich haben wir ein Auto vor uns! Die fahren dann wirklich langsam, nicht mehr als 10 km/h ungefähr. Wenn du sie überholen willst, fahren sie zur Seite und blockieren den Weg. Sébastien haben sie auch aufgehalten. Was sollen wir tun? Wir machen hier nur unseren Job.“

Zudem seien die Piloten auch beschimpft worden. Matthew Wilson: „Das ist nicht nett und ziemlich einschüchternd. Beim Fahren hat man im Kopf, dass einen die Leute hier nicht wollen. Da fragt man sich, wie weit sie gehen.“

“So bringt man jemanden um!“

Ein Polizist erklärte: „Wir tolerieren alle Proteste, die nicht gegen das Gesetz verstoßen, aber sobald ein Gesetz überschritten wird, greifen wir hart durch, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Protestierenden haben die Sicherheit der Teilnehmer und Offiziellen völlig missachtet. So kann man auch jemanden umbringen!“

Die Veranstalter und die örtliche Polizei hat die Protestbewegung gewarnt – am Samstag werde man hart durchgreifen, sollten die Gegner wieder Gegenstände auf die Autos werfen. Dass es zu Protesten kommen werde, sollen die Veranstalter schon länger gewusst haben – offenbar hat man keine oder zu wenig Vorkehrungen getroffen. Die Veranstalter hoffen jetzt, dass die Rallye-Gegner keine weiteren Gewalttaten mehr setzen.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Australien

- special features -

Weitere Artikel:

ARC, ET König Rallye: Bericht Baumschlager

Starkes Comeback nach Schulteroperation!

Das Comeback von Raimund Baumschlager nach seiner Schulteroperation verlief erfolgreich: Der Rekordstaatsmeister holte gemeinsam mit Co-Pilot Thomas Zeltner in Judenburg einen starken vierten Platz.

ET König Rallye: Bericht TEC7 ORM2

Hochspannung im Titelkampf

Jubeln durfte dieses Mal Christoph Zellhofer, der gemeinsam mit seiner deutschen Co-Pilotin Anna Maria Seidl im Suzuki Swift ZMX erstmals in dieser Saison die Nase vorne hatte. Günther Knobloch/Erik Fürst (Renault Clio Rally3) behielten mit Platz zwei die Meisterschaftsführung, während Roland Stengg/Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) nach starkem ersten Tag im Regen des zweiten Tages den Anschluss an die Spitze verloren, aber dennoch starke Dritte wurden.

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

ORM, ET König Rallye: Nach Tag 1 (SP5)

Hermann Neubauer ließ heute nichts anbrennen

Der Salzburger Ex-Staatsmeister liegt nach dem ersten Tag der ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau im Raum Judenburg in Führung / Morgen warten jedoch noch zehn harte Prüfungen auf ihn und seine Verfolger