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Alles ist möglich

Citroen gibt die Schlamperei mit den Stabis zu, Loeb bleibt gefasst. Jetzt stellt sich die Frage, ob sich der Titel auch mit 5 Punkten Rückstand noch ausgeht…

Michael Noir Trawniczek

In den drei Citroen C4 World Rally Cars waren nicht homologierte vordere Querstabilisatoren eingebaut – Citroen-Teamchef Olivier Quesnel bestreitet das nicht und sagt: „Wir akzeptieren die Entscheidung, denn das Foto auf dem Homologierungsblatt zeigt ein anderes Teil als jenes, das wir am Auto hatten.“

Wichtig ist Quesnel die Feststellung, dass der andere Stabilisator dem Team keinen Vorteil einbrachte: „Der Unterschied hatte keinerlei Auswirkungen auf die Performance oder die Zuverlässigkeit des Autos. Es war ein rein administrativer Fehler, der überhaupt nichts mit Betrug zu tun hatte. Im Namen des Teams möchte ich mich persönlich bei Sébastien Loeb und Daniel Elena entschuldigen, die an diesem Wochenende auf der Strecke einen überragenden und verdienten Sieg errungen hatten.“ Es war also nur eine Schlamperei – eine jedoch, die Loeb den sechsten Titel in Serie kosten könnte.

Loeb nahm die Hiobsbotschaft gelassen in Empfang, auch wenn er sich zuvor wie ein Kind über seinen ersten Sieg nach einer sommerlichen Formkrise gefreut hatte. „Natürlich bin ich enttäuscht, aber man muss es akzeptieren, wenn das Reglement angewandt wird. Jetzt fehlen mir fünf Punkte auf Mikko Hirvonen, statt nur mehr einem. Das macht die Jagd nach dem sechsten Titel nicht gerade einfacher, aber auf unsere Entschlossenheit, bei der kommenden Rallye in Spanien den Sieg zu holen, hat es keine Auswirkungen."

Fünf Punkte Rückstand bei nur noch zwei Rallyes – ist Mikko Hirvonen der Titel nicht mehr zu nehmen? Kritiker des Finnen trauen es ihm zu, das Unternehmen WM-Titel auch jetzt noch an die Wand zu fahren…

Vier schnelle C4

Denn in Spanien werden nicht nur Loeb und Sordo ihre Asphaltstärken ausspielen, erstmals sitzt auch Petter Solberg in einem C4. Im schlechtesten Falle könnte Hirvonen seinen Vorsprung schon in Spanien wieder loswerden, falls es Loeb, Solberg und Sordo geschlossen auf das Podest schaffen würden.

In Australien hatte Hirvonen auf den jeweils den Tag abschließenden Asphalt-Superspecials nicht den Funken einer Chance, auch Sordo blieb vor dem Ford-Titeljäger. Und sogar Citroen Junior Sébastien Ogier war auf allen sechs Superspecials schneller als der Ford-Titeljäger.

Hirvonen kämpft in Spanien gegen vier schnelle C4-Piloten – der Finne wird extra ein Asphalt-Training absolvieren. Würden ihn drei von den vier schnellen C4-Piloten vom Podest drängen, würden Loeb und Hirvonen gleichauf ins Finale von Wales gehen.

Dass Hirvonen, der auf Schotter mit Sicherheit am ehesten sein großes Potential abrufen kann, auf dem walisischen Schotter automatisch einen Vorteil hat, stimmt auch nur bedingt. Schließlich hatte Hirvonen am vergangenen Sonntag keine Chance gegen Loeb und musste auch hart gegen Dani Sordo kämpfen - natürlich auch, weil Ford am Samstag von Citroen taktisch überrumpelt wurde.

Wie auch immer, es ist in der Rallye-Weltmeisterschaft immer noch alles möglich – und das ist gut so.

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