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Rallye-ÖM: Bosch-Rallye

Von der Defekthexe gejagt

Eigentlich hätte die Bosch Rallye ein weiterer Meilenstein der Saison für Andreas Waldherr werden sollen – daraus wurde leider nichts.

Hier konnte das VW Polo S2000-Duo Waldherr/Jeitler im Vorjahr den ersten Gesamtsieg mit einem S2000 erzielen. Um in der Meisterschaft weiterhin zumindest die theoretischen Chancen zu wahren, war es notwendig, nach der BP Ultimate Rallye im Lavanttal auch hier wieder wichtige Punkte zu holen.

Dazu wurde seitens des Teams sehr viel unternommen. Und man ging dabei auch Risken ein. Leider zeigte sich bereits in den fünf Prüfungen am Freitag, dass man reifentechnisch nicht richtig sortiert war, um den notwendigen Speed zu gehen.

Dazu kamen Probleme mit dem hinteren Differential, das durch einen Stein beschädigt wurde und im Schlussservice am Freitag gewechselt werden musste, nachdem es bereits einigen Schaden genommen hatte und nicht mehr funktionierte.

Mit knapp 20 Sekunden Rückstand lag man jedoch noch immer in Schlagdistanz zum Führenden Raimund Baumschlager. Insbesondere als am Samstag noch ein Großteil der Gesamtdistanz auf dem Programm stand und mit den zwei langen Rundkursen in Pinggau „Waldherr-Land“ wartete.

Die Reifen, die greifen

Nachdem auch die ersten beiden Sonderprüfungen am Samstag Vormittag noch nicht wunschgemäß verliefen und der Pilot des VW Polo S2000 sich mit dem Reifenmaterial nicht anfreunden konnte, wechselte man wieder auf bewährtes bzw. bekanntes Material zurück.

Und prompt zeigte der VW Polo S2000 auch wieder das Fahrverhalten, wie man es von zahlreichen Test- und Rallyekilometern kannte. Deutliche Steigerungen in den Sonderprüfungszeiten zeigten, dass man wieder das richtige „schwarze Gold“ aufgezogen hatte.

Leider lies der angesammelte Rückstand keine großen Erwartungen mehr aufkommen, so dass man sich teamintern dazu entschied mit sicherer und eher konservativer Strategie den zweiten Platz im Gesamtklassement und damit wichtige Punkte in der österreichischen Rallyestaatsmeisterschaft, abzusichern.

Eine tolle Bestzeit auf der Sonderprüfung „Pinggau – lang“ zeigt nochmals das Potential auf, das im Duo Waldherr / Jeitler bzw. dem VW Polo S2000 steckt.

No Sprit, no fun

Somit war man auch im Plan – nämlich Rang zwei nach Hause zu fahren. Doch auf der letzten Sonderprüfung, keine vier Kilometer vom Rallyeende entfernt, endete die Rallye für Waldherr / Jeitler abrupt. Der VW Polo S2000 rollte mit sinkendem Benzindruck aus.

Selbst das Umschalten auf die zweite Benzinpumpe brachte nicht den gewünschten Erfolg. Selbst der beste VW Motor benötigt Sprit und wenn der nicht mehr fließt, dann läuft nichts mehr.

Offensichtlich hatte sich ein Stecker im Benzinpumpenmanagement verselbstständigt und zum Ausfall geführt. Die genaue Ursache muss das Team jedoch erst analysieren, um diesen Fehler in Zukunft auszuschließen.

Aus diesem Grund wird das Team auch nicht wie geplant am kommenden Wochenende mit Erich Weber und Martin Pucher bei der Saturnus Rallye antreten. Stattdessen will man den Fehler lokalisieren, analysieren und dann entsprechende Testfahrten durchführen, um alle möglichen Fehlerquellen auszuschließen, da auch ein Überhitzungsproblem der Pumpenelektrik als Ausfallursache nicht ausgeschlossen werden kann.

Im Bezug auf die aktuelle Situation in der österreichischen Meisterschaft gibt sich Andreas Waldherr natürlich ernüchtert:

„Mit diesem Aus knapp vor dem Rallyeende und einem wichtigen zweiten Rang vor den Augen ist unser Ziel mit Blickrichtung Meisterschaft natürlich sehr sehr weit davongeschwommen. Wir müssen das jetzt ganz realistisch sehen. Der Vize-Titel ist noch drinnen, aber alles andere können wir nicht mehr selbst beeinflussen. Wir müssen jetzt viel Disziplin zeigen und uns für die bevorstehenden Läufe neu motivieren. Im Sinne unserer Sponsoren und der Fans können wir nur mehr auf Einzelresultate schauen. Langsam frage ich mich aber warum das Pech offensichtlich andauernd bei uns zu Gast ist. Trotzdem blicken wir erhobenen Hauptes nach vorne und mit der Castrol Rallye, wo wir zuletzt zweimal Pech hatten, haben wir ohnehin noch eine Rechnung offen. Dort waren wir zwar immer sehr schnell, aber leider auch vom Glück verlassen.“

Zufriedenheit bei Leitner & Ferscha

Ein positives Team-Resümee kann man aber von den beiden anderen Fahrern des VW Motorsport Team Austria ziehen: Alfred Leitner mit Co Richard Schützner konnten Ihren VW Golf V TDi in der Dieselwertung auf dem dritten Rang platzieren.

Nachdem man am Freitag noch teilweise zweite Zeiten in der Dieselklasse erzielte, fokussierte man sich am Samstag sozusagen auf eine Konservierung des dritten Klassenranges und aufs Punktesammeln.

„Der 5-er Golf ist diesmal wirklich perfekt gelaufen und wir sind eine Rallye ohne Probleme gefahren. Nachdem wir am Freitag mit viel Einsatz teilweise Top-Zeiten in der Dieselklasse gefahren sind, haben wir am Samstag darauf geachtet den Golf TDi ins Ziel zu bringen und wichtige Meisterschaftspunkte zu sammeln. Diese Strategie wollen wir auch bei der Castrol Rallye fahren und dann schauen wir einmal wie sich die Saison weiter entwickelt. “, fasst ein zufriedener Alfred Leitner seine Bosch Rallye zusammen.

Bei seinem erst dritten Rallyeeinsatz hat der Linzer Universitätsprofessor Alois Ferscha die dritte Zielankunft mit seinem VW Polo S1600 geschafft, dass dabei auch der Sieg in der Klasse A6 heraus schaute, war eine schöne Draufgabe und bescherte nach einer Rallye mit einigen „Hoppalas“ doch noch ein versöhnliches Ergebnis.

Mit Co-Pilot Klaus Ostermann stand jedoch primär das Kilometersammeln auf dem Programm. Ist die Welt in der Rallyepraxis doch eine andere, als in der Hörsaaltheorie. Aber der Rallye-Professor arbeitet sich unermüdlich in das Thema ein und lernt von Rallye zu Rallye.

Den nächsten Einsatz für das VW Motorsport Team Austria gibt es bei der Castrol Rallye, die am 5./6. Juni 2009 im Raum Judenburg – Pöls über die Bühne geht. Am Programm stehen 13 Sonderprüfungen über 164 Kilometer, inklusive dem „Stadt Grand Prix“ durch die Straßen von Judenburg.

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