RALLYE

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Holy Days on Ice

Einen solchen Saisonstart hätten viele gerne: Openauer/Scheitz sicherten sich volle Punkte in der Historic-Wertung des Mitropacups.

Die Beteiligung war hier gering bis gar nicht vorhanden: Speziell unter italienischen Teilnehmern scheint der Winter in Bayern gefürchtet zu sein. Fazit: Nur ein Gegner bei den Historischen – und der schwer in Nöten.

Keine wirklichen Konkurrenten – alles easy, möchte man meinen, fast schon langweilig. Aber eine Winterrallye ist selten langweilig, auch bei null Konkurrenz. Außerdem gibt es ja einen inoffiziellen Wettbewerb – ein wenig Prestige steckt immer dahinter, wenn man bei einer Rallye außer Landes als erfolgreichster Österreicher ins Ziel kommt.

Und vor allem gibt es da ja noch den berühmten Gegner, der auf keiner Nennliste steht: Er zeigte nach Ablauf der halben Distanz deutliche Bestrebungen, das Differential zu vernichten. Fast hätte er es geschafft.

Als der Ford Escort RS 2000 von Gerhard Openauer als Letzter (Startnummer 61) zur ersten Prüfung rollte, wollte ihn niemand so richtig ernst nehmen: Zu wenig bekannt ist der Name außerhalb der österreichischen Grenzen. Doch sobald die ersten Zeiten bekanntgeworden waren, wuchs der Respekt rasant an: Mit der 21. Gesamt-Zeit am Monte Rigi hatte offenbar niemand gerechnet – der Höhepunkt des ersten Tages.

Auch die Positionierung im Österreich-internen Wettkampf war motivierend: Peter Schuhmacher/Günther Baumgartner mit dem Mitsubishi Carisma Evo 6 waren nach dem Ende der kurzen ersten Tages-Etappe als einziges reinrassiges österreichisches Doppel vor Gerhard Openauer/Wolfgang Scheitz. Zweifellos ein sehr achtbares Zwischenergebnis für das Escort-Team der Rallye Gemeinschaft Triestingtal, das sich nach dem späteren Ausfall der Mitsubishi-Kollegen sogar noch verbesserte.

Der zweite Tag war zunächst von weiteren Platzgewinnen gekennzeichnet, das Fahren war wie gehabt sehr schwierig, wurde von Gerhard Openauer aber mit Bravour bewältigt: Zeitenjagden auf stellenweise vereisten Asphaltstrecken mit einem alten Hecktrieb-Escort ohne Spikes – ein WM-Teilnehmer von heute würde unter diesen Umständen wahrscheinlich gar nicht mehr ins Auto steigen.

Gerhard Openauer aktivierte jene Reflexe, die ihm zuletzt bei der Ostarrichi-Rallye und Waldviertel-Rallye 2007 wertvolle Dienste erwiesen hatten, als er ebenfalls driftend über schnee- und regennasse Wege hinwegfegte: Publikumswirksam quer, gekonnt und kontrolliert. Langsam hatte es sich herumgesprochen, dass der schwarz-weiße Escort, obgleich mit einer bemerkenswert hohen Startnummer gesegnet, eine beachtliche Performance hinlegt.

Natürlich nur möglich durch den, der damit fährt: Ein Edelstatist, im edelsten Sinn des Wortes. Man tut halt auch mit nur 160 PS und Hinterradantrieb, was man kann, und das kam sichtlich gut an. Auch Isolde Holderied, selbst einst hochtalentiert im Suchen der direktesten Linie zwischen Bäumen, Felsen und Leitschienen, ließ es sich nicht nehmen, der Abordnung der Rallye Gemeinschaft Triestingtal einen Besuch abzustatten.

Aber es gab auch eine Überraschung der etwas anderen, zweifellos unangenehmen Art: In den wohlgefälligen Klang des Motors mischte sich nach absolvierter halber Distanz ein abartiger Krach von der Hinterachse, der auf eine übermäßige Abnützung des Differentials hindeutete:

Eine Überprüfung im Nachhinein hatte eindeutig ergeben, dass die Rallye nicht mehr viel länger dauern hätte dürfen, ehe das Teil vollständig kaputtgegangen wäre. Eine etwas zurückhaltendere Fahrweise war fortan angesagt, und so blieb der Escort bis zum Schluß fahrfähig. Und das war von großer Bedeutung!

Gerhard Openauer und Wolfgang Scheitz hatten ihre Chancen perfekt verwertet: Die unfreiwillige, aber notwendige Reduzierung des Tempos hat natürlich ein paar Plätze in der Gesamtwertung gekostet (Endergebnis: Platz 21), aber als beste rein-österreichische Formation, deutlich vor Horst Eder und Kurt Jabornig im Peugeot 206 und allen weiteren Verfolgern, haben sie ihre Rolle durchaus überzeugend besetzt.

Nebenbei haben sie ihr Plansoll in Sachen Mitropacup problemlos erreicht – und sich selbst und den Rallye-Besuchern viel Spaß bereitet. Die ADAC-Rallye Oberland hat’s gebracht – positive Erfahrungen, so weit das Auge reicht…

Fortsetzung folgt: Wenn nicht zu viele Teile am Auto ersetzt werden müssen, schon bei der BP Ultimate-Rallye/Lavanttal.

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