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IRC: Schottland-Rallye

Schnelle Rallye rund um Perth

Warum Juho Hänninen in Schottland IRC-Champion wird. Wer beim vorletzten IRC-Lauf antritt. Und was Manfred Stohl zu seinem Schützling Oliveira sagt….

Michael Noir Trawniczek

Klein, aber fein – so könnte man die internationale Nennliste der zur Intercontinental Rally Challenge (IRC) zählenden Schottland-Rallye beschreiben, welche am kommenden Wochenende rund um Perth abgehalten wird. 24 Teams stehen am Start, davon zehn mit einem Super 2000-Boliden.

Eines ist sicher: Juho Hänninen krönt sich in Schottland endgültig zum neuen IRC-Meister, denn nur ein Pilot hätte ihm theoretisch noch den Titel streitig machen können: Teamkollege Jan Kopecky, doch der hätte die beiden noch ausstehenden Rallyes in Schottland und auf Zypern gewinnen, während Hänninen zweimal ohne Punkte bleiben hätte müssen. Skoda beschloss jedoch, Kopecky nicht nach Schottland zu senden, womit also Hänninen der neue Champion ist.

Schnelle Forstwege

Natürlich möchte der Finne auf den schnellen Forstwegen, den blinden Kuppen, den steilen Abfahrten und den engen Kurven seinen Titel mit einem Sieg krönen. Auf den zwölf Sonderprüfungen mit rund 200 SP-Kilometern wollen aber auch andere den Sieg holen: Beispielsweise der abtretende IRC-Champion Kris Meeke, der im Vorjahr die Schottland-Rallye überlegen gewonnen hätte, wäre er nicht wegen eines technischen Verstoßes an seinem Peugeot 207 S2000 aus der Wertung genommen worden. Oder auch Guy Wilks, der Skoda Großbritannien-Pilot, der erklärt: „Für mich ist Schottland meine Heimrallye!“

Schnell wird auch wieder Thierry Neuville sein, der junge Belgier im Peugeot S2000. Und auch Andres Mikkelsen im Ford Fiesta S2000 sollte man nicht unterschätzen. Dazu kommt noch das Proton-Werksteam, das mit Alister McRae, dem jüngeren Bruder des verstorbenen Colin McRae einen prominenten Lokalmatador an den Start bringt. Einen weiteren Proton Satria Neo S2000 wird der Ire Keith Cronin pilotieren.

Stohl: „Oliveira noch etwas ungeduldig“

Ebenfalls am Start ist wieder Daniel Oliveira im von Stohl Racing betreuten Peugeot 207 S2000. Teamchef Manfred Stohl wird bei der Schottland-Rallye wieder vor Ort sein und sich um die weiteren Fortschritte seines Schützlings kümmern. Der junge Brasilianer fährt sein erstes Jahr in der IRC, sein Ziel besteht aus Zielankünften.

Stohl Racing-Teamchef Manfred Stohl erklärt gegenüber motorline.cc: „Daniel fährt sein erstes Jahr in der IRC – und er ist im Vorjahr seine ersten vier Rallyes gefahren, fuhr davor Kartrennen und ein paar Rally Raids. Es ist also alles sehr neu für ihn. Und er kämpft wie ein Löwe, will aber manchmal zu viel in zu wenig Zeit. Meine Aufgabe besteht darin, ihn zu beraten und ihn auch ein bisschen zu bremsen – das gelingt manchmal ganz gut, dann wieder weniger gut. Ich freue mich jedenfalls immer sehr, wenn er es ins Ziel schafft. Er verfügt über Talent, ist aber recht ungeduldig.“

Man müsse also bei Oliveira völlig andere Maßstäbe ansetzen, ähnlich wie bei einem Kimi Räikkönen. Der „Iceman“ ist zwar der Formel 1-Weltmeister des Jahres 2007, doch Erfahrung in Sachen Rallyesport weist der Finne ebenso wenig auf wie Oliveira. Dass Räikkönen in seiner ersten WRC-Saison quasi gescheitert sei, wie das manche Medien darstellen, kann Stohl absolut nicht teilen: „Das schreiben nur jene, die sich mit diesem Sport nicht auskennen. Der Rallyesport ist anders als die Rundstrecke, wo du Talente in recht kurzer Zeit züchten kannst. Im Rallyesport brauchst du die Erfahrung.“

Wilks: „Echte Herausforderung!“

Vor allem auf einer Rallye wie jener in Schottland, die von der Streckenführung her besonders schwierig ist – dazu kommt noch ein für diese Jahreszeit typisch unberechenbares Wetter. Guy Wilks etwa sagt: „Die Prüfungen sind schnell und flüssig – eine echte Herausforderung!“

Franz Wittmann und Klaus Wicha werden bekanntlich erst wieder beim Finale auf Zypern in ihren Interwetten Peugeot 207 S2000 steigen, welches von 4. bis 6. November stattfindet.

Gestartet wird die Schottland-Rallye am Freitagabend mit zwei kurzen Zuschauerprüfungen. Richtig los geht es dann am Samstagmorgen mit der 17,3 Kilometer langen SP 3 „Craigvinean“. Einige der Prüfungen werden sogar live auf Eurosport übertragen. So auch die letzte Sonderprüfung, die 29 Kilometer lange SP 12 „Loch Ard“, welche am Sonntag um 13.10 Uhr Ortszeit gestartet wird.

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