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ARC: Triestingtal-Rallye

Bunte Neonlichter in dunkler Abenddämmerung

Auch wenn manche die alte Schotter-Rallye herbei wünschten – auf sportlicher Ebene bot die Treistingtal-Rallye auch auf Asphalt heiße Action.

Andreas Lugauer
Fotos: Daniel Fessl/www.motorline.cc

Noch weiß man noch nicht so genau, wo und wie künftig die ARC-Saisoneröffnung vonstatten gehen wird. Ziemlich eindeutig kann man jedoch erkennen, dass die Austrian Rallye Challenge unverändert viel an sportlichem Wert beinhaltet und jede Menge Raum für Überraschungen lässt. So tut sich einiges Neues – nicht nur auf der höchsten Stufe des Siegertreppchens…

Kalteis eiskalt: Erst beinharter Kramer-Jäger, danach sicherer Sieger

So stellt man sich eine heiße Eröffnungsphase vor: Alfred Kramer beendet die erste Prüfung als Schnellster, Martin Kalteis folgt ihm mit einem Abstand von einer halben Sekunde. Und damit es gleich so richtig fetzt, kommt Michi Kogler mit dem Diesel-Scirocco angebrummt – in absoluter Schlagdistanz zu dem Mitsubishi-Führungsduo.

Zweite Prüfung, zweiter Durchlauf von Klausen-Leopoldsdorf – und der nächste Hammer: Christoph Weber mit dem Rallye-Golf G60 startet einen Großangriff – und verfehlt die Bestzeit des abermals in Front liegenden Ing. Kramer um gigantische 2,4 Sekunden! Kalteis bleibt ebenfalls dicht dran, nach wie vor ist alles offen. Danach geht es über Lindabrunn – Piesting: Kramer bleibt auch hier ungeschlagen. Aber wie knapp!

Dann schließlich ein Knalleffekt der anderen Art: Alfred Kramer fällt aus, der Mitsubishi macht die entfesselte Flucht vor den Jägern nicht mehr mit. Und ein erstmals in seiner Karriere führender Martin Kalteis, der jetzt auch Bestzeit fährt.

Zum ersten Mal zeigt nun auch Gerhard Bufler auf, der schon in den Neunzigerjahren so manchen bleibenden Eindruck hinterließ, und beendet die besonders anspruchsvolle Prüfung Scheuchenstein als Gesamt-Zweiter.

In der Folge fahren Kalteis/Lang ein weiteres Mal Bestzeit, während Christoph Weber/Stefan Langthaler ihren zweiten Platz möglichst gut gegen den ebenfalls hervorragend disponierten Eric Karlsson im skurrilen Audi TT absichern wollen.

Doch da hat’s auch schon den Motor des Kompressor-Golf erwischt, zunehmend aussichtsloser werden die Chancen der Konkurrenten, Martin Kalteis die Führung noch zu entreißen (inzwischen hatte sich auch Michi Kogler aus der Wertung verabschiedet).

Als es zum zweiten und letzten Mal über die faszinierend selektive Prüfung Scheuchenstein ging, zeigte Gerhard Bufler, dass das Rallye-Tier in ihm auch nach einem Jahrzehnt Pause noch unverändert über Biss und zielsicheren Jagdinstinkt verfügt: Eine knappe Bestzeit vor Karlsson krönt sein fulminantes Comeback.

Nicht minder spektakulär der Auftritt von Jürgen und Tatjana Praschl auf der legendären Abschlussprüfung Coopers/Weißenbach, die mit ihrem BMW M3 E36 inoffiziell Bestzeit fuhren.

Offiziell ist, dass sie ihre bisher beste Rallye gefahren sind und weitere Steigerungen im Ergebnis so gut wie sicher zu erwarten sind: Ein möglicher Podestplatz wurde durch einen Ausritt auf Scheuchenstein I verhindert – es blieb bei Platz neun.

Schön bunt gemischt: Die großen Zehn

Alles in allem eine sehr klare Entscheidung zugunsten von Martin Kalteis/Günter Lang, die sich über einen mehr als verdienten ersten Gesamtsieg freuen können – prominente Ausfälle hin oder her.

Unbestritten auch die Leistung von Eric Karlsson/Ludwig Reisinger (Audi TT) auf Platz zwei. Zweifellos eine Anwartschaft auf die Auszeichnung „Held der Rallye“ hätte vor allem der Drittplatzierte verdient: Wolfgang Franek, der wohl längstdienende Challenge-Star, führte seinen Honda Civic zielsicher auf den dritten Gesamtrang. Selbst gegen den temperamentvollen Heimkehrer Bufler konnte er sich durchsetzen – eine Zehntelsekunde trennte den Honda vom Mitsubishi auf Platz Vier.

Es folgen Reinhold Neulinger (Mitsubishi Lancer Evo III), Manfred Seidl (Subaru) und Willi Gruber (Mitsubishi), während der ebenfalls starke Willi Rabl sein Golf-Kitcar auf Rang acht platzierte. Die Top Ten werden komplettiert vom bereits genannten Show-Talent Jürgen Praschl sowie von Franz Kohlhofer, der seinen altbewährten, aber äußerlich neuwertigen Urquattro beherzt über die Pfade trieb.

ARC: Schwierige, aber spannende Zukunft

Auch wenn ziemlich sicher scheint, dass eine Weiterführung der Triestingtal-Rallye in der bisherigen Form zunehmend unwahrscheinlicher wird: Ihr Geist ist lange noch nicht tot, was im Hinblick auf mögliche alternative Veranstaltungsprojekte ein gewisses Maß an Zuversicht rechtfertigt. Die Grundtendenz der ARC folgt einmal mehr dem Motto: Weiterkämpfen – jetzt erst recht!

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