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ARC: Triestingtal-Rallye

Verstärkung für die alte Garde

Die Volvo-Piloten Simon Hornek und Raphael Hable konnten auch bei der Triestingtal-Rallye eine reife sportliche Vorstellung bieten…

Foto: www.bmp-motorsportfotos.com

Wer in diesem Jahr bei der Triestingtal-Rallye war, wird festgestellt haben, dass sich gegenüber den letzten Jahren einiges geändert hat: Die Schotterstrecken, bisher ein Grundcharakteristikum der Rallye, haben sich auf einen Bruchteil reduziert, und auch die sonst immer recht zahlreich erschienenen altehrwürdigen Volvos zeigten sich diesmal in einer überschaubaren Anzahl.

Davon ließen sich die drei Verbliebenen, die den robusten Schweden die Treue halten, aber keinesfalls den Spaß verderben: Sie kämpften großartig wie eh und je. Es ist noch sehr viel Glut übrig von der Zeit, als noch zwölf Volvos um die Wette drifteten, und sobald man ein wenig nachlegt, kommen sofort wieder ein paar ganz prächtige Flammen zum Vorschein.

Dass das Interesse an den unverändert populären Schwergewichtlern temporär wieder etwas Auftrieb bekommt, dazu könnte ein erfreulicher Neuzugang entscheidend mithelfen: Simon Hornek, einst einer der Mitbewerber in der legendären Red Bull-Talentesichtung, aus der Andi Aigner als späterer PWRC-Weltmeister hervorging. Notgedrungen mussten danach die Rallye-Pläne vorübergehend eingestellt werden, aber nach sieben Jahren hat der Reiz der Zeitenjagd dann doch die Oberhand gewonnen, und man bediente sich der preisgünstigsten Möglichkeit für einen Rallye-Einstieg.

Die lag im Erwerb eines Volvo 744 nach VOC-Reglement – gut genug, um bei der Herbst-Rallye ein wenig herumzutoben und aufmerksame Fans zu beeindrucken. Der Entschluß einer würdigen Fortsetzung war schnell gefasst.

Somit versuchten Simon Hornek und sein Copilot Raphael Hable ihr Glück auch bei der Triestingtal-Rallye, und im Wesentlichen wurde der gesetzte Plan recht gut erfüllt. Es ist klar, dass man bei 90-prozentigen Schotterstrecken, wie es sie größtenteils früher gab, ganz groß aufmarschieren hätte können, aber auch Thomas Steinmayer, über lange Sicht der erfolgreichste von allen österreichischen Volvo-Steuermannen, musste schließlich die Grenzen des Möglichen mit einem mäßig getunten 1,4-Tonner auf trockenem Asphalt erkennen. So konnten sich Simon Hornek und Raphael Hable auf der ersten Prüfung auffallend gut behaupten: Sie lagen nur zwei Plätze hinter Steinmayer/Wagner.

Im weiteren Verlauf der Rallye wurde der Abstand zu dem dominierenden Volvo-Team etwas größer, wobei sich sicher auch die unvermeidbaren Unterschiede in der Erfahrung zeigen. Die dennoch recht starke sportliche Leistung der jugendlichen Volvo-Garde zeigte sich vor allem darin, dass sie ihre Marken-Konkurrenten Wurm/Varga auf den ersten drei Prüfungen tadellos im Griff hatten, die doch schon Einiges mehr an Routine haben. Durch eine Strafzeit für Thomas Steinmayer wurden Simon Hornek und Raphael Hable vorübergehend sogar zu den Führenden in der inoffiziellen Volvo-Wertung.

Doch dann bekamen es die Volvo-Neulinge ebenfalls mit Schwierigkeiten zu tun: Ein Stoß der Hinterachse gegen einen Randstein zerstörte nicht nur die Felge, sondern auch den Bremssattel, da darf man sich gerade auf einer so tückischen Prüfung wie Scheuchenstein nicht viel erlauben. Keine Frage, dass sich gerade dort der mit allen Wassern gewaschene Steinmayer richtig aufschwang.

Aber es blieb immer noch die Möglichkeit, sich gegen Martin Wurm durchzusetzen und damit einen Achtungserfolg zu erringen. Was trotz eines weiteren Malheurs auf Scheuchenstein (Dreher gegen einen Baum und darauffolgender Blechschaden) ganz eindeutig gelang.

Insoferne steht damit außer Frage, dass Simon Hornek und Raphael Hable auch bei der Triestingtal-Rallye eine reife sportliche Vorstellung geboten hatten – ein gutes Kapital für den nächsten Versuch, der nicht allzu lange auf sich warten lassen wird. Christian Koller und Harald Neubauer haben als Mechaniker das Ihre geleistet, damit der Volvo über die Gesamt-Distanz gebracht werden konnte, mit all ihren Prüf-Steinen (manchmal im wahrsten Sinn des Wortes) und „Naturfallen“.

Ein besonderer Dank gilt selbstverständlich dem Autohaus Toyota Schipany aus Berndorf, das sich als bereitwilliger Sponsor mit an dem kleinen, feinen Rallye-Projekt beteiligt. Das sollte zum Rallyesprint als nächste Station führen, wo es endlich wieder richtig viel Schotter geben wird. Denn dort – das weiß man – sind die Volvos immer besonders in ihrem Element!

Wenn man sie lässt, und davon ist bei Simon Hornek auszugehen.

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