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ORM: Schneebergland-Rallye

„Man fährt einfach automatisch mehr quer“

Der fünfte Lauf der Rallye-Staatsmeisterschaft wirft seine Schatten voraus, im Schneebergland ist alles bereit für das Schotter-Spektakel.

Foto: Harald Illmer

Nur noch wenige Tage bis zum Startschuss des fünften Laufs zur Rallye-Staatsmeisterschaft im Raum Rohr im Gebirge, Schwarzau im Gebirge und Gutenstein. Die einzige reine Schotterrallye Österreichs steht auf dem Programm. Für jene Aktiven in den Fahrerteams, deren Verdienst im Allgemeinen viel zu wenig gewürdigt wird, da es ohne sie keinen Erfolg gäbe, ist die Rallye im Schneebergland eine nicht alltägliche Aufgabe. Die Rede ist von den Copiloten, die ihren "Chauffeuren" den richtigen Weg weisen.

"Man muss bei der Schneebergland-Rallye als Beifahrer wesentlich mehr ansagen als bei einer Asphaltrallye", meint beispielsweise Sigi Schwarz, der Copilot von Lokalmatador Gerwald Grössing. "Während bei einer Asphaltrallye die Innenseiten vieler Kurven zumeist mit Reifenstapeln oder ähnlichen Abgrenzungen markiert sind, ist das bei Schotter-SPs nicht der Fall. Man muss also mitschauen, ob in der Fahrtlinie irgendwelche Hindernisse wie Steine liegen und den Piloten gegebenenfalls rechtzeitig warnen, wenn Gefahr im Verzug ist. Man muss sich außerordentlich konzentrieren um zum Beispiel während 30 Kilometer immer die richtige Kurve vorherzusagen. Aber, wo kein Nachteil, dort kein Vorteil. Der Copilot hat für seine Streckenansage auf Schotter mehr Zeit, weil die Geschwindigkeiten geringfügig niedriger sind als auf Asphalt-Straßen."

Thomas Zeltner, der Copilot von Raimund Baumschlager und mit ihm Gewinner der allerersten Schneebergland-Rallye im Jahr 2010, sieht den Schotter-Asphalt-Kontrast etwas gelassener: "Eine Schotterrallye wie im Schneebergland macht viel mehr Spaß als eine Asphaltrallye. Man fährt einfach automatisch mehr quer, das ist mehr Rallye im ursprünglichen Sinn, bei der man die Fahrtrichtung auch durch die Seitenscheibe verfolgen kann."

Die Wetterfrösche verkünden im Hinblick auf Freitag/Samstag: Der Sommer macht während der Schneebergland-Rallye eine kleine Pause. Höchsttemperaturen um die 20 Grad sind angekündigt und am Samstag könnten eventuell ein paar kleine Regenschauer den unvermeidlichen Staub minimieren. Was nicht nur den Piloten, sondern auch den Fans nicht unwillkommen sein dürfte. In Kurzfassung: Ideale Bedingungen für einen Besuch im Rallye-Gebiet.

Das Schneebergland ist Teil des berühmten Pilgerwegs zur Basilika in Mariazell. Dass Dompfarrer Toni Faber in einem der Vorausfahrzeuge noch dabei behilflich ist, die erste Sonderprüfung einer letzten Inspektion zu unterziehen, ehe sie für die teilnehmenden Teams zum Kampf um Sekunden freigegeben wird, ist also eine durchaus passende Würze für ein sportliches Fünf-Sterne-Menü, das selbst der beste Koch, die beste Köchin nicht besser servieren könnte.

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