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Ogier zum vierten Mal Rallye-Weltmeister

Sebastien Ogier triumphiert bei der Katalonien-Rallye und sichert sich damit zum vierten Mal in Folge den Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft.

Fotos: Volkswagen, PHOTO4

Sebastien Ogier (Volkswagen) ist Rallye-Weltmeister des Jahres 2016. Der Franzose gewann am Sonntag die Katalonien-Rallye und machte damit vorzeitig die erneute Titelverteidigung perfekt. Für Ogier, der in Spanien vor den beiden Hyundai-Piloten Dani Sordo und Hayden Paddon gewann, ist es der vierte WRC-Titel in Folge, womit er nun in einer Reihe mit Tommi Mäkinen und Sebastien Loeb steht, die ebenfalls viermal in Folge Rallye-Weltmeister wurden.

"Es war eine schwierige, aber fantastische Saison. Vielen Dank ans Team", sagt der neue und alte Weltmeister. "Wir hatten am ganzen Wochenende ein perfektes Auto. Ich hatte jede Menge Spaß hinter dem Lenkrad. Ich musste nach dem vergangenen Jahr viel über dieses Prüfung nachdenken, aber es ist fantastisch." Im vergangenen Jahr war Ogier vier Kilometer vor dem Ziel der Powerstage in Führung liegend verunfallt, doch das passierte ihm heute nicht.

Ogiers Titelgewinn hatte im Grunde schon am Samstag festgestanden. Nach dem Ausfall seines Teamkollegen Andreas Mikkelsen hätte Ogier lediglich durch eine rechnerisch extrem unwahrscheinliche Konstellation von Neuville noch von der Spitze der WM-Tabelle verdrängt werden können. Doch der Franzose beschränkte sich nicht darauf, einfach nur ins Ziel zu fahren, sondern sicherte sich Titel Nummer vier standesgemäß mit seinem 37. Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft.

Starkes Teamergebnis von Hyundai

Um diesen musste Ogier in Spanien aber kämpfen. Am ersten Tag, der auf Schotter und bei teilweise heftigem Regen ausgetragen wurde, tat sich der Franzose aufgrund seiner Startposition eins schwer. Nach der ersten Etappe lag er 17 Sekunden hinter Sordo zurück, kämpfte sich aber am zweiten Tag auf Asphalt an den Spanier heran und übernahm nach der 14. von 19 Sonderprüfungen die Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab.

Hinter Ogier zeigte Hyundai ein starkes Mannschaftsergebnis. Sordo und Neuville fuhren als Zweiter und Dritter auf das Podium, Hayden Paddon kam hinter ihnen auf Rang vier ins Ziel und Testfahrer Kevin Abbring, der in Spanien mit einem i20 WRC aus dem Vorjahr antrat, wurde Siebter. Für den Niederländer war dies das beste Ergebnis seiner WRC-Karriere.

Durch die Podiumsplatzierungen von Sordo und Neuville wurde auch die Titelentscheidung in der Herstellerwertung vertagt. Dort hat Volkswagen vor den letzten beiden WM-Läufen der Saison 2016 in Großbritannien und Australien 62 Punkte Vorsprung auf Hyundai, 86 Zähler sind maximal noch zu vergeben.

Latvala gewinnt die Powerstage

Während Ogier über den vierten WM-Titel jubelte, hatten seine Volkswagen-Teamkollegen in Spanien nicht viel zu lachen. Jari-Matti Latvala hatte am Freitag einen Metallpfosten getroffen und dabei die Radaufhängung seines Autos beschädigt. Der Finne musste aufgeben und kehrte am Samstag unter Rallye2-Reglement zurück, doch mehr als Platz 14 war für ihn nicht möglich. Da waren der Sieg in der Powerstage und die damit verbundenen drei Zusatzpunkte nur ein schwacher Trost.

Noch schlimmer erwischte es Andreas Mikkelsen. Der Norweger rutschte am Samstagnachmittag auf Platz drei liegend bei der zwölften SP von der Straße. Dabei traf er das Ende einer Leitplanke, welches den Polo R WRC aushebelte. Nach einem spektakulären Überschlag prallte Mikkelsens Auto auf dem Dach rutschend gegen einen Baum. Der Norweger und sein Beifahrer Anders Jaeger überstanden den Unfall unverletzt. Da eine Reparatur des Autos vor Ort aber nicht möglich war, musste Mikkelsen die Rallye und damit auch seine Rest-Hoffnungen auf den WM-Titel aufgeben.

Auch für Citroen war Spanien in diesem Jahr keine Reise wert. Kris Meeke ließ zwar immer wieder mit starken Zeiten seine Fähigkeiten aufblitzen, wurde aber zweimal durch Reifenschäden zurückgeworfen. Am Sonntag zwang ihn dann ein Motorproblem zur Aufgabe. Teamkollege Craig Breen fiel am Samstag aus den Top 10 heraus, nachdem sich sein Citroen durch einen Defekt der Antriebswelle in einen Hecktriebler verwandelt hatte. Durch einige Ausfälle nahm der Ire als Zehnter aber noch einen WM-Punkt aus Spanien mit.

Spannendes Skoda-Duell in der WRC2

Ford-Speerspitze war Mads Östberg auf Rang fünf, Sechster wurde sein Markenkollege Ott Tänak im DMACK-bereiften Fiesta RS WRC. Östbergs M-Sport-Teamkollege Eric Camilli hatte am Samstag mit Getriebeproblemen aufgeben müssen. Ford-Privatier Martin Prokop, der erstmals seit der Rallye Italien im Juni wieder in der WRC antrat, schied am Sonntag auf Kurs zu WM-Punkten liegend aus. Bei SP 17 war der Tscheche mit seinem Auto eingeschlagen und hatte dabei das rechte Vorderrad abgerissen.

Hochspannend war bei der Katalonien-Rallye der Kampf um den Sieg in der WRC2-Wertung. Dort lieferten sich die beiden Skoda-Werksfahrer Jan Kopecky und Pontus Tidemand ein packendes Duell, bei dem die Führung mehrfach wechselte. Nach 321,08 Kilometern hatte der Tscheche die Nase um 15,3 Sekunden vor seinem schwedischen Teamkollegen. Ihr erster Verfolger Frigyes Turan (Ford) hatte als Dritter mehr als 14 Minuten Rückstand.

In der Gesamtwertung hat Ogier mit 222 Punkten alles klar gemacht. Mikkelsen und Neuville haben beide 127 Punkte auf dem Konto. In der Herstellerwertung liegt Volkswagen mit 322 Punkten vor Hyundai (260 Punkten). Durch den Ausfall von Mikkelsen rückte M-Sport (144) an Volkswagen II (136) vorbei auf Rang drei.

Weiter geht es mit der Rallye-Weltmeisterschaft in zwei Wochen mit der Wales Rallye GB (28. bis 30. November). Dort kann bei Volkswagen dann die nächste Meisterparty steigen, denn dort können die Wolfsburger den Herstellertitel unter Dach und Fach bringen.

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