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Rallye-WM: Analyse

Powerstages als Neuvilles WM-Trumpf?

Der Belgier führt trotz konstant höheren Tempos die WM nicht deutlich an. Am Ende könnten die Powerstages den Titelkampf entscheiden.

In der Punktetabelle der Rallye-WM ist das Duell zwischen Thierry Neuville (Hyundai) und Sébastien Ogier (M-Sport) nach neun von 13 Läufen der Saison 2017 mit 160 zu 160 Zählern vollkommen ausgeglichen. Spiegelt dieser Punktestand auch das wahre Kräfteverhältnis wider? Nicht nur der Belgier beantwortet diese Frage mit einem Nein. "Ich weiß, dass wir in diesem Jahr die Schnelleren waren, auch die konstant Schnelleren waren", sagt er.

Sieht man sich die Leistung auf den einzelnen Sonderprüfungen im Jahr 2017 genauer an, muss man Neuville zustimmen. 40 Bestzeiten ist der Belgier in dieser Saison schon gefahren, doppelt so viel wie Jari-Matti Latvala (Toyota), der in dieser Wertung auf Platz zwei liegt. Ogier hingegen gewann bisher nur 14 Sonderprüfungen, liegt aber in der WM-Tabelle dennoch gleichauf mit Neuville.

"Dafür gibt es einen Grund", weiß der Belgier. "Die Rallye Monte-Carlo und die Schweden-Rallye, wo wir zwei Mal in Führung liegend durch sehr kleine Fahrfehler ausgeschieden sind. Sonst hätten wir schätzungsweise 25 bis 30 Punkte Vorsprung", denkt Neuville etwas wehmütig an den flotten, aber dennoch verpatzten Saisonstart zurück.

Trotzdem beklagt sich der Hyundai-Pilot nicht über das aktuelle Punktesystem, auch wenn ein Reglement wie in der Rallye-EM, das am Ende jeder Etappe Zähler vergibt, in dieser Saison von Vorteil gewesen wäre. "Der Rallyesport ist halt ein Ausdauersport, der sich über mehrere Tage hinzieht – und am Ende wird abgerechnet. "Daher denke ich, das Punktesystem ist gut", sagt Neuville. Immerhin bietet es den Fahrern am Ende einer Rallye auch nach zwischenzeitlichen Problemen noch eine Möglichkeit, Schadensbegrenzung zu betreiben.

"Wenn man an einem Tag ausfällt, kann man am Sonntag immer noch die fünf Punkte in der Powerstage gewinnen", weiß Neuville. Auch in dieser Disziplin liegt der Belgier heuer klar in Führung: 29 seiner 160 WM-Punkte hat er dank Powerstages gewonnen, mehr als jeder seiner Konkurrenten. "Das sind wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft, die ich dort einfahren konnte. Deswegen denke ich, dass das Reglement ziemlich fair ist", sagt Neuville.

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