RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ÖRM: Niederösterreich-Rallye

HT Racing: Vollbad nach getaner Arbeit

Nach einem gelungenen Auftritt könnten Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert ein positives Resümee ziehen, wäre da nicht ...

Fotos: René Rossmann

Was konkret das Sportliche betrifft, so war die Niederösterreich-Rallye die logische Fortsetzung des Erfolgskurses, auf dem sich das Team HT Racing in der laufenden Saison befindet. Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert zeigten sich einmal mehr blendend disponiert, und auch technisch lief im Wesentlichen alles reibungslos. Die erfolgreiche Zielankunft war in keiner Phase der Rallye gefährdet.

Etwas hektisch wurde es lediglich nach Beginn der Rallye, als der Mercedes auf dem Rundkurs Maria Laach nur noch auf drei Zylindern lief. Die Ursache lag darin, daß ein Teil der Einspritzanlage gebrochen war und dadurch die Steuerungselektronik in ihrer Funktion gestört wurde. Mit einer 26. Gesamtzeit hielten sich Hinterreiter/Tinschert noch recht schadlos, und das kaputte Teil konnte im Service durch Lötarbeiten wieder instandgesetzt werden.

Zu Beginn der Samstagsprüfungen quälte den Mercedes noch ein leichter Ölverbrauch, denn offensichtlich hatten die Kolbenringe an jenem Zylinder, an dem die Einspritzdüse streikte, einen leichten Schaden genommen. Der Motor regenerierte sich jedoch sehr rasch, sodass Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert wieder angreifen konnten – so weit dies eben ging, denn die überwiegend regennassen Strecken mit einigen schmutzigen Stellen forderten den Fahrern alles ab. Der Traktionsverlust speziell bei Wagen mit Heckantrieb machte sich stark bemerkbar, und natürlich war auch die Neigung zum verstärkten Ausbrechen der Hinterachse verstärkt gegeben. "Wie eine Jännerrallye ohne Schnee", lautete somit die Charakterisierung der Bedingungen.

Gerade unter diesen Umständen war es besonders beeindruckend zu sehen, wie Manfred Hinterreiter die etwa 250 PS kontrollierte. Sein Fahrstil hatte deutliche Anleihen an dem von Harald Demuth, einem der erfolgreichsten Teilnehmer mit der Rallyeversion des Mercedes 190; in der Tat hatte der zweifache deutsche Meister auch mit dem Mercedes einige beachtliche Triumphe gefeiert. Dass das Modell auch heute noch so schnell und robust ist, zeigt, dass der Firma Daimler-Benz mit dem siegreichen Tourenwagen auch ein wunderbarer Wurf für die Rallyestrecke gelungen ist, den man durchaus intensiver nützen hätte können.

Als 20. der Gesamtwertung und mit Abstand erfolgreichste Teilnehmer der Niederösterreich-Rallye mit Heckantrieb dürfen Manfred Hinterreiter, Christian Tinschert und ihre Betreuer von HT Racing auf das Ergebnis stolz sein. Sie konnten im Übrigen auch einen R5-Konkurrenten der Austrian Rallye Trophy hinter sich lassen und wurden drittbeste Teilnehmer dieser Kategorie; ebenso wurde die Klasse 9 gewonnen. In der Subwertung C1 des Alpe Adria Rally Cups ist sowieso alles klar, in der man die einsame Führung innehat. Also ein alles in allem problemloses, glückseliges Wochenende?

Leider nicht ganz – so toll die Rallye war, so desaströs war das, was im Anschluss daran passierte: Beim Heimtransport geriet der Anhänger, in dem sich der Rallyewagen befand, nach einer Fräskante der Straße gewaltig ins Schlingern; offensichtlich mit so starker Energie, dass der Anhänger aus seiner Verbindung mit dem Zugfahrzeug gerissen wurde und sich selbständig machte. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden, aber der Hänger wurde samt Inhalt magisch vom Wasser der Donau angezogen. Von dort musste er durch Spezialisten der Feuerwehr geborgen werden.

Das Team von HT Racing wird alles in seiner Macht Stehende unternehmen, um den Mercedes bis zur Herbstrallye am 19. Oktober dieses Jahres wieder flott zu bekommen, da ansonsten ein Mietwagen zum Einsatz kommen müsste.

News aus anderen Motorline-Channels:

ÖRM: Niederösterreich-Rallye

Weitere Artikel:

Rallye Weiz: Bericht TEC7 ORM2

Christoph Zellhofer siegt auch in Weiz

Ein routinierter Krimi-Autor könnte die Geschichte der TEC7 ORM2 Staatsmeisterschaft nicht besser schreiben: Bereits in ihrer Premieren-Saison als Championat mit Staatsmeister-Prädikat sorgt die ORM2 für Spannung bis zum letzten Rallye-Kilometer des Jahres.

Rallye Weiz: Vorschau GSE Cup

Hochspannung auf dem Elektro-Sektor

Zum vierten Mal ist der ADAC Opel GSE Rally Cup bei der Rallye Weiz zu Gast / Erstmals direkter Vergleich mit den Benzinern auf allen Sonderprüfungen /?Fahrer aus neun Nationen pilotieren Opel Mokka GSE Rally mit bis zu 280 PS

WRC Rallye Estland: Nach Tag 2 (SP16)

Pajari hat ersten WRC-Sieg in greifbarer Nähe

Toyota-Pilot Sami Pajari brennt bei der Rallye Estland ein Schotter-Feuerwerk ab und dominiert den Samstag, dahinter tobt ein packender Hyundai-Thriller um Platz drei. Keferböck/Minor liegen im WRC Masters Cup in Führung.

EHRC/ORM/ARC, Weiz: Fotos Donnerstag

Die besten Bilder vom Donnerstag

motorline.cc-Fotograf Daniel Fessl war beim großen Zeremonienstart der Rallye Weiz - hier gibt es seine besten Bilder vom Donnerstag.

EHRC/ORM/ARC, Weiz: Schlussbericht

Hermann VI. ist der König von Weiz

Hermann Neubauer gewann seine Lieblingsrallye zum sechsten Mal und ist plötzlich Topfavorit im Staatsmeister-Rennen / Marcel Neulinger verteidigte den Titel in ORM 3 und Junioren / Karl Wagner wurde Zweiter in der EHRC