RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Hohe Geldstrafe Zuschauer bei der Rallye Japan (Symbolbild)
Motorsport Images

Hohe Geldstrafe nach Sicherheitsverstoß bei der Rallye Japan

Nachdem bei der Rallye Japan ein nicht zugelassenes Fahrzeug auf eine laufende Wertungsprüfung gefahren ist, müssen die Organisatoren 50.000 Euro Strafe zahlen

Ein schwerwiegender Sicherheitsverstoß bei der zwölften Wertungsprüfung der Rallye Japan, dem Saisonfinale der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2024, hat für die Organisatoren empfindliche finanzielle Folgen. Nach Abschluss ihrer Untersuchungen verhängten die Sportkommissare eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro.

Weitere 100.000 Euro wurden zur Bewährung ausgesetzt und an konkrete Auflagen zur Verbesserung der Sicherheitsausbildung des Personals geknüpft.

Im Urteil der Sportkommissare heißt es wörtlich: "Die Organisatoren sind gesamtschuldnerisch zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro verpflichtet. Gegen die Organisatoren wird eine zusätzliche Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verhängt, die unter folgenden Bedingungen zur Bewährung ausgesetzt wird:

Konkrete Bewährungsauflagen für die Organisatoren

Der Veranstalter muss vor der nächsten WRC Rallye Japan im Jahr 2025 in Zusammenarbeit mit einer speziellen FIA-Taskforce, der FIA-Sicherheitsabteilung und dem japanischen Automobilverband ein umfassendes Marshall-Training mit speziellen Modulen zur Straßenüberwachung und Kommunikation durchführen.

Die Ergebnisse des Trainings, einschließlich einer umfassenden Präsentation und eines Berichts, werden den oben genannten FIA-Kommissionen und -Ausschüssen übermittelt. Keine weiteren Verstöße des Veranstalters gegen Art. 12.2.1.h) des Internationalen Sportgesetzes 2024 bei der nächsten WRC Rallye Japan 2025".

Am Samstagmorgen fuhr ein Minivan auf die Strecke der zwölften Wertungsprüfung und zwang die Offiziellen, die Prüfung abzubrechen nachdem sechs der acht Crews der Rallye 1 das Ziel erreicht hatten. Fernsehkameras fingen ein Fahrzeug ein, das sich in entgegengesetzter Richtung der Startlinie näherte, wo der Toyota von Elfyn Evans hinter einer provisorischen Absperrung wartete.

Streckenposten meldeten den Zwischenfall nicht sofort

Einem Bericht des Veranstalters zufolge hielt das zivile Fahrzeug an einem Kontrollpunkt, an dem fünf Mitarbeiter den Ausweis des Fahrers überprüften. Der Fahrer konnte den verlangten Ausweis nicht vorzeigen und durchbrach daraufhin den nur mit einem Plastikband gesicherten Kontrollpunkt, fuhr in die laufende Prüfung und 520 Meter in die entgegengesetzte Richtung.

Das Fahrzeug wurde aufgefordert, die Strecke zu verlassen, kam dieser Aufforderung jedoch nicht nach und blieb mehr als zehn Minuten an derselben Stelle stehen. Die Polizei rückte an und eskortierte das Fahrzeug von der Strecke.

Die FIA bewertete das Verhalten der Organisatoren als "Versäumnis, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, was zu einer unsicheren Situation führte". Dies bezieht sich auch auf die Tatsache, dass die Streckenposten den Vorfall nicht sofort dem Rennleiter gemeldet hatten.

Zweiter Zwischenfall innerhlab von drei Jahren

Die erste Meldung ging über einen Vertreter des Toyota-Teams an den FIA-Sportdelegierten in der Rennleitung. Erst als das Fahrzeug vor dem Etappenkommandanten stand, stoppte dieser den Start der Etappe.

Die Organisatoren wurden auch dafür gerügt, dass dies der zweite Zwischenfall dieser Art bei der Rallye Japan innerhalb von drei Jahren war. Auch 2022 war ein nicht autorisiertes Fahrzeug in eine laufende Prüfung eingefahren. Die WRC2-Piloten Emil Lindholm und Sami Pajari wären beinahe mit dem Fahrzeug kollidiert.

"Die Veranstaltung wurde ohne weitere Zwischenfälle dieser Art beendet. Dennoch kann dieses Problem nicht als Einzelfall betrachtet werden, denn 2022 gab es einen ähnlichen Fall, bei dem ein Fahrzeug von einer unbewachten Kreuzung ohne Absperrung in eine Wertungsprüfung einfuhr", heißt es im Bericht der Sportkommissare.

"Im Jahr 2023 gab es einen ähnlichen Fall mangelnder Kommunikation zwischen dem Zero-Car und der Rallyeleitung, was dazu führte, dass das erste Wettbewerbsfahrzeug der Etappe auf das mitten auf der Etappe geparkte Zero-Car traf."

"Die Stewards kamen zu dem Schluss, dass die Organisatoren gegen Artikel 12.2.1.h des Internationalen Sportgesetzes 2024 der FIA verstoßen haben, und angesichts der Schwere des Verstoßes wurde eine Geldstrafe gegen die Organisatoren verhängt. Eine zusätzliche Geldstrafe wurde gegen die Organisatoren verhängt, wobei die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, um eine kontinuierliche Verbesserung der Ausbildung der Streckenposten unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheit zu fördern."

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Alpe Adria Rally Cup: Vipavska Dolina

AARC vor Rally Vipavska Dolina

Ein sensationelles Nennergebnis von 107 Teams bei der Rally Vipavska Dolina in Slowenien und 24 Teams des Alpe Adria Rally Clubs werden mittendrin statt nur dabei sein!

EHRC Historic Rally Fafe: Bericht Schindelegger

Sensationeller EHRC-Start in Fafe

Das Rallyeteam Schindelegger hat in Fafe bei der historischen Schotter- Europameisterschaft mit Gesamtplatz 6 einen Traum-Saisonstart hingelegt.

Ob in ERC3 oder ERC4, im WRC Masters Cup, in der CZ-Meisterschaft, in der EHRC, im Mitropa oder Alpe Adria Cup - überall sind Teams aus Österreich ganz vorn dabei…

Nächster WRC-Einstieg

RMC-Team baut Rallye-Auto für 2027

Die WRC bekommt weiteren Zuwachs: RMC Motorsport plant ein eigenes Auto für die Topklasse ab 2027 - mit Unterstützung aus Spanien

ARC, Vipavska Dolina: Vorschau

Die heiß geliebte Rally Vipavska Dolina!

13 Teams der Austrian Rallye Challenge reisen diese Woche in die slowenische Stadt Ajdovscina, wo mit der Rally Vipavska Dolina die dritte Rallye der ARC steigen wird. Die einzige Auslands-Rallye wird von den erwähnten Teams heiß geliebt - daher hat sie auch heuer ihren wohl verdienten Platz im neun Rallyes umfassenden ARC-Kalender.

WRC Kanaren: Nach Tag 2 (SP8)

Toyota-Fünffachspitze - Keferböck P2 Masters

Toyota hat die zweite Auflage eines Rallye-WM-Laufs auf den Kanarischen Inseln bislang absolut im Griff, aber der Kampf in den Top 5 ist spannend. Keferböck/Minor im WRC Masters Cup auf Platz zwei.