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ARC Lavanttal: Vorschau Schindelegger
Foto: Claudio Pocar

Mit Mut und Herz durch Regen und Nebel

Lukas und Helmut Schindelegger fiebern dem ARC-Auftakt in Wolfsberg entgegen und blicken zurück auf die abenteuerliche Rebenland-Rallye.

Die Rebenland Rallye 2025 wird wohl als die nasseste Ausgabe in die Geschichte eingehen. Dauerregen empfing die Teilnehmer in der südlichen Steiermark und sorgte mit dem konstanten Regenfall und dem Schlamm, der aus den Cuts auf die Straße befördert wurde, für extreme Fahrbahnverhältnisse. Doch wirklich prägen sollte die Rallye eine spezielle Sonderprüfung, in der zum nächtlichen Regenfall auch noch dichter Nebel dazukam.

Für das Rallyeteam Schindelegger startete die Rallye nach kurzem Aufwärmen auf der Shakedown Strecke erwartungsgemäß mit vielen Drifts und viel Herz in den schwierigen Bedingungen. Es entwickelte sich ein knappes Duell mit dem Italiener Markenkollegen Muradore über die ersten Sonderprüfungen, doch die 4WD Routiniers Königseder und Gaubinger nutzten den Leistungs- und Gripvorteil gnadenlos und setzten sich schnell ab.

Eine Besonderheit der Rebenland Rallye freut die Schindeleggers jedes Jahr sehr. Es werden mindestens 5 der insgesamt 16 Sonderprüfungen in der Nacht gefahren. In der Dunkelheit wird nochmal mehr die Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Beifahrer betont und wer hier keinen guten Aufschrieb und das nötige Vertrauen mitbringt, verliert gnadenlos Zeit. Damit erklärt sich auch die Stärke von Lukas und Helmut in der Nacht, denn im Escort des Teams wird punktgenau nach Aufschrieb gefahren und das Vertrauen ineinander könnte nicht größer sein.

Nach 2 Nacht-Sonderprüfungen und einer Absage hatten die Schindeleggers die Klassenführung mit über 30 Sekunden abgesichert, und mit dem dritten Gesamtplatz bei den Historischen lag man auch weit über den Erwartungen. Doch dann kam die letzte Prüfung der Freitag-Nacht: Remschnigg. Schon von der Rennleitung wurde wegen Nebel gewarnt, doch was die Teilnehmer erwartete, kann nur als “weiße Wand” bezeichnet werden. Keine 15 Meter Sicht auf Streckenabschnitten zwang Jeden dazu, so schnell zu fahren, wie es der Aufschrieb und der Mut erlaubte, und auch Lukas fuhr mit gefühlt stark herabgesetztem Tempo. Doch dieses Tempo sollte sich als äußerst flott herausstellen, denn in der Mitte der Sonderprüfung tauchten die Rücklichter der Starter vor dem Team auf. Lukas und Helmut sollten in dieser Sonderprüfung nicht nur den zweitplatzierten Italiener, der direkt vor Ihnen startete, sondern auch den Teilnehmer davor einholen und nach einiger Überzeugungsarbeit mit den Scheinwerfern auch überholen. Daß so etwas bei einem Startabstand von einer Minute nur selten vorkommt, ist selbstverständlich, doch ein Blick ins Livetiming sollte hervorheben, wie gut die Zusammenarbeit des Vater/Sohn Duos wirklich war. 15te Gesamtzeit unter allen Teilnehmern sorgte sogar dafür, daß das Rallyeteam Schindelegger vor dem Audi Quattro der Gaubingers auf Platz 2 In der Historic Wertung in die Nachtruhe gingen. Eine Wahnsinnsleistung, die sicherlich das Highlight der Rallye darstellt.

Der zweite Tag wurde weiterhin durch Regen und den Kampf gegen die Nässe geprägt. Für Lukas und Helmut ging es vor allem um die Verwaltung der Klassenführung, die auf fast 2 Minuten angewachsen war. Jede Pause wurde genutzt, um das Wasser, das unweigerlich den Weg in den Innenraum des 1977er Escort gesucht hatte, wieder nach draußen zu befördern. Eine unendliche Sisyphus-Arbeit, die dennoch nötig war, um nicht auch noch die wenige Elektrik des Oldtimers zu gefährden. Viele Kilometer Sonderprüfung wurden im Drift durch den Steirer-Matsch ohne besondere Vorkommnisse unter die Räder genommen. Die Zuschauer, die trotz des Wetters in Massen an die Strecke pilgerten, bot sich so eine sehenswerte Show.

Am Ende konnten die Schindeleggers den Sensationsplatz vor der Nachtruhe nicht verteidigen, landeten aber auf einem ebenso zufriedenstellenden dritten Gesamtplatz der Historic Wertung und sicherten sich einen dominanten Klassensieg. Die damit verbundenen Punkte für die Staatsmeisterschaft werden eine wichtige Basis für den Versuch der Titelverteidigung darstellen.

Keine Pause wird es für das Rallyeteam Schindelegger nach dem Kampf gegen den Regen geben. Denn schon zwei Wochen nach der Rebenland-Rallye wird am 11. und 12. April die Lavanttal-Rallye stattfinden. Nicht viel Zeit, um den Ford Escort vorzubereiten und wieder trockenzulegen, doch mit vollem Einsatz wird Helmut das auch wieder gelingen.

In Wolfsberg warten 16 historische Teilnehmer auf den Start der 47. Ausgabe der Lavanttal-Rallye und werden auch auf den Kärntner Strecken wieder gefordert, alles zu geben. Die Favoriten sind auch diesmal wieder nicht die Schindeleggers, sondern viel eher der vierfache Europameister Wagner, der im Rebenland mit Technik-Pech den Start verpasste, die Lancia Legende Königseder und der Lokalmatador Patrik Hochegger.

Doch die Außenseiterrolle ist eine, die dem Rallyeteam Schindelegger sehr gut passt, und vielleicht können Lukas und Helmut für das ein oder andere Ausrufezeichen sorgen. Der Kampf um den Klassensieg der Klasse 6.2 wird sicherlich spannend und die Kärntner Berge haben bisher noch jedes Jahr für Überraschungen beim Wetter gesorgt. Die richtige Reifenwahl ist immer entscheidend, doch bei Höhenunterschieden von 1000 Metern und mehr kommt jede Vorhersage an ihre Grenzen.
Wer die Zeitenjagd verfolgen möchte, dem kann nur die ORM App und das Livetiming unter www.lavanttal-rallye.at/2025/results.html empfohlen werden. Wie immer gilt der Dank des Teams den Sponsoren Eschelmüller Holz, SanLucar und Hengstberger, sowie den vielen Fans an den Strecken.

Der vorliegende Teambericht wurde im Rahmen des ARC-Presseservice im Zuge der Kooperation von Austrian Rallye Challenge und motorline.cc veröffentlicht.

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