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Rally Hustopece: Bericht
Foto: Dominik Autengruber

„Dürfen in Tschechien nicht gewinnen!“

Eine Strafminute, die Simon Wagner als dubios betrachtet. Ein versöhnliches Ende mit zwei Bestzeiten durch Wagner und Maximilian Lichtenegger (RC4)

Noir Trawniczek

Nur wenige Kilometer nördlich des Waldviertels fand am Wochenende die Rallye Hustopece als dritter Lauf zur Tschechischen Rallye Staatsmeisterschaft statt. Am Start waren auch Teams aus Österreich. Allen voran Simon Wagner, der nach seinem Sieg bei der Auftakt-Rallye als Tabellendritter nach Hustopece kam und wieder mit Hana Ostlender einen Hyundai i20 N Rally2 pilotierte.

Für den vierfachen Staatsmeister hat die Rallye schon vor dem ersten SP-Kilometer schwierig begonnen: „Es hat für eine kurze Zeit sogar so ausgesehen, dass wir gar nicht fahren können, da mein Auto in Polen stark beschädigt wurde. Wir haben dann recht kurzfristig mein österreichisches Auto angemietet - nur war so kein Test möglich und das war alles andere als vorteilhaft. Doch wir haben dann versucht, mit einer positiven Einstellung das Beste daraus zu machen.“

Und so konnten Simon und Hana mit einer zweitschnellsten Zeit hinter Adam Brezik und vor Jan Kopecky, Filip Mares, Erik Cais die Rallye eröffnen. Auf SP2 verlor man mit einem Reifenschaden mehr als zehn Sekunden und rutschte auf Platz fünf ab.

“Hana hat keinen Fehler gemacht“

Vor der dritten Sonderprüfung passiert es: „Wir haben bei einer Zeitkontrolle zur richtigen Minute gestempelt. Hana hat keinen Fehler gemacht. Wir hatten die richtige Zeit in der Karte.“ Dennoch erhielten Wagner/Ostlender eine Strafminute aufgebrummt. Laut Simon Wagner zu Unrecht. Wenn in der Zeitkarte die richtige Zeit vermerkt ist, hätte das nicht gereicht als Beweis? Wagner schüttelt den Kopf: „Nicht wenn man in Tschechien zu schnell Auto fährt.“

Starker Tobak. Und Simon legt nach: „Ein (tschechisches, Anmerkung) Auto vor uns war zu leicht, es ist dreimal abgewogen worden - doch es ist nichts passiert.“ Simon Wagner ist daher klar: „Wir dürfen in Tschechien nicht Meister werden.“

Demotiviert habe ihn diese Erkenntnis jedoch nicht - ganz im Gegenteil: „Nichtsdestotrotz bleibe ich positiv eingestellt - das Ganze motiviert mich noch viel mehr.“

Durch die Strafminute rutschten Wagner/Ostlender zunächst sogar aus den Top 10: „Wir hatten zwischendurch auch Probleme mit dem Differenzial.“ Samstagmittag habe man dann beschlossen, „jene Dämpfer einzusetzen, die wir zuletzt in Tschechien am Auto hatten“. Das zahlte sich aus: Auf der letzten SP konnten Wagner/Ostlender die Bestzeit markieren und die für das österreichisch-deutsche Duo schwierige Rallye immerhin auf Platz acht beenden. „Das war zumindest ein schöner Abschluss. Es waren sehr viele Fans an den Strecken und es sind auch viele aus Österreich angereist - das habe ich sehr genossen.“

Das Baumschlager Rallye Racing Team konnte mit Filip Kohn/Ross Whittock (Skoda Fabia RS Rally2) Platz zehn belegen. Albert von Thurn und Taxis fuhr auf SP8 in einen Graben, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte - davor lagen er und seine Copilotin Jara Hain auf Platz neun.

Lichtenegger mit drei RC4-Bestzeiten

In der Klasse RC4 war mit Maximilian Lichteneger jener Jungpilot am Start, der zuletzt bei seinem ersten Auftritt in Österreich, bei der ET König Rallye seine Mitbewerber in der TEC7 ORM3 mit Serienbestzeiten regelrecht schockiert hatte, ehe er am Tag darauf von der Strecke flog. Lichtenegger setzte in Hustopece erneut auf Gerry Winter, den jahrelangen Beifahrer von Simon Wagner und auf einen Opel Corsa Rally4 von Waldherr Motor Sport.

Lichtenegger/Winter konnten sich im Verlauf der Rallye kontinuierlich steigern, auf SP10 gelang die erste Bestzeit, mit SP13 und 14 folgten zwei weitere Bestmarken, das Duo landete schließlich auf dem guten zweiten Platz der Klasse RC4.

Auf der letzten Sonderprüfung waren also mit Wagner und Lichtenegger jeweils Österreicher die Schnellsten in ihren Kategorien - ein schöner, hoffnungsvoller Abschluss der Rally Hustopece 2025.

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