Im Gespräch mit Georg Höfer & Martin Dohr | 09.07.2026
Seltener Einblick in die ORM-Rallyeleitung
Was macht ein Rallyeleiter? Welche Aufgaben hat er/sie zu bewerkstelligen? Welches Grundwissen ist nötig? Und: Warum der Einsatz von GPS das Leben der Rallyeleitung entschieden verbessert hat…
Georg Höfer und Martin Dohr sind seit einigen Jahren bei vielen ORM-Rallyes als Rallyeleiter tätig - in der fünften Ausgabe des TEC7 ORM Rallye BackStage Podcasts plaudern der Oberösterreicher und sein Kärntner Kollege „aus dem Nähkästchen“…
Die fünfte Ausgabe des TEC7 ORM Rallye BackStage Podcasts liefert einen interessanten Einblick in das Herz einer jeden Staatsmeisterschafts-Rallye - in die Rallyeleitung.
Georg Höfer und Martin Dohr sind seit Jahren immer wieder mit der Rallyeleitung betraut - im Gespräch mit Podcast-Host Noir Trawniczek erklären der Oberösterreicher, der auch als Verantwortlicher beim gemeinnützigen Rallye Sport Promotor sowie im Veranstalterteam der Jännerrallye tätig ist und sein Kärntner Kollege, worauf es bei dieser tragenden Funktion ankommt und wie sich die Rallyeleitung in den letzten Jahren dank moderner GPS-Technik verändert hat…
GPS - eine Revolution
Seit 2024 wird bei heimischen Rallyes ein GPS-System eingesetzt - mit diesem kann die Rallyeleitung beispielsweise eine rote Flagge zum SP-Abbruch direkt in die Autos senden. Auch von der Strecke/von den Autos ins Rallye-Headquarter hat sich damit der Informationsaustausch erheblich verbessert.
„Früher waren wir davon abhängig, was wir von draußen mitgeteilt erhielten - da gab es das Notfalltelefon, ein Laptop, um die Zeiten anzusehen und ein Handy. Da warst du im Büro - das klingt jetzt schlimm - aber du warst davon abhängig, dass jemand anruft und dich informiert. Mit GPS sehen wir alles auf einem Monitor“, erzählt Martin Dohr. Georg Höfer ergänzt: „GPS verbessert nicht nur die Rettungskette extrem, sondern es hilft auch bei Entscheidungen, wenn es darum geht, jemandem eine (nominelle) Zeit zuzuweisen. Wenn ein Fahrer sagt, ich bin aufgehalten worden oder ich bin an der Unfallstelle stehen geblieben und möchte eine Zeitgutschrift erhalten, können wir das mit GPS genau überprüfen.“
Im Prinzip habe die Rallyeleitung zwei wesentliche Aufgaben zu erfüllen, erklärt Höfer. Die maximale Sicherheit zu garantieren und die Einhaltung des gültigen Reglements zu überwachen.
Dazu kommt der Anspruch, möglichst wenig Sonderprüfungen neutralisieren zu müssen. Dabei gilt es, den Spagat zwischen dem Gewähren von maximaler Sicherheit und dem Ermöglichen von möglichst vielen SP-Kilometern zu schaffen. Die Philosophie dahinter klingt einfach: „Fahren! Möglichst viel fahren!“ Martin Dohr erklärt: „Die Aktiven zahlen ihr Nenngeld, sie kommen oft aus dem Ausland zu uns, ihre Mechaniker sind dabei - daher wollen wir möglichst wenig neutralisieren.“
Neue Funktionäre gern gesehen
Höfer und Dohr erklären in dieser Podcast-Folge auch, dass man interessierten künftigen Funktionären gerne mit Rat und Tat zur Seite stehe. Für die Funktion des Rallyeleiters etwa gibt es keine formelle Ausbildung - vielmehr sei Erfahrung gefragt. Höfer: „Man sollte den Ablauf von einer Rallye kennen. Man sollte wissen: Was ist ein Regrouping? Was ist ein Service? Was bedeutet die gelbe, was die rote Tafel?“
Das Reglement auswendig zu können, sei nicht nötig, aber: „Man sollte wissen, wo man nachsehen muss.“ Große Verdienstmöglichkeiten würde es bei solchen Funktionärs-Aufgaben nicht geben - und: „Man sollte sich auf besonders lange Tage einstellen.“ Wer dazu bereit ist, sei jedoch herzlich willkommen - ob als Funkposten oder später einmal auch als Rallyeleiter. Wichtig sei immer „die Liebe zum Sport“…
Der TEC7 ORM Rallye BackStage-Podcast #5 - Einblick in die Rallyeleitung mit Georg Höfer und Martin Dohr - ist über folgende Plattformen abrufbar:
Youtube:
www.youtube.com/watch?v=_S_lk970Qik&list=PL2T0ZNkydfA60zbTMYrwMXoNknGj808Qi
Spotify:
open.spotify.com/episode/0SfRwCc17gxxjLE0Kd8kb9


















