TEC7 HRM, Lavanttal Rallye: Bericht | 12.04.2026
Nach Gaubinger-Ausfall folgte der Wagner-Durchmarsch
Kurioser, wechselhafter Freitagnachmittag im Lavanttal. Wie im Rebenland übernahm zunächst Patrik Gaubinger die Führung, nach dessen Ausfall zündete Karl Wagner ein Bestzeitenfeuerwerk. Bei den ORC war Federico Laurencich der einzige im Ziel.
In der historischen Rallye-Staatsmeisterschaft hat die Laserhero Lavanttal-Rallye powered by Dohr Wolfsberg/SG Toolbox sehr ähnlich begonnen wie jene im Rebenland: Zunächst zogen Patrik und Verena Gaubinger in ihrem Audi quattro davon, während der fünffache Historic-Europameister Karl Wagner und seine Copilotin Gerda Zauner im Porsche 911 das Nachsehen hatten. Der furiose Auftakt am Freitagnachmittag mit wechselhaften, zum Teil nassen Wetterbedingungen gestaltete sich für das Duo Wagner/Zauner schwierig: „Bei uns hat gleich auf der ersten Prüfung hinten links plötzlich der Reifen Luft verloren. Für die zweite Prüfung direkt im Anschluss hat uns Marcel Neulinger freundlicherweise eine Luftpatrone überlassen, was uns zumindest die Weiterfahrt ermöglichte. Und für den Regen hatten wir zudem die falschen Reifen am Auto, während die Quattros von Gaubinger und Horst Stürmer mit Regenrädern unterwegs waren.“
Nach den ersten beiden Prüfungen führte das Ehepaar Gaubinger nach zwei Bestzeiten mit 23,6 Sekunden Vorsprung auf Wagner/Zauner. Auch im nächsten Durchgang konnten Patrik und Verena eine weitere Bestzeit markieren, auf SP 4 jedoch konnte Wagner bereits den Rückstand leicht reduzieren: „Jetzt sind auch wir mit Regenreifen unterwegs gewesen.“ Für den weiteren Verlauf der Rallye versprach Wagner eine Aufholjagd wie bereits im Rebenland.
Doch das war nicht mehr nötig: Auf der dritten Durchfahrt der neuen SP „Winkling-Reisberg“ flogen die Gaubingers von der Straße, sie entstiegen dem Audi quattro Gruppe 4 glücklicherweise ohne Verletzungen. Eine Fortsetzung der Rallye am zweiten Tag wurde kurz überlegt, doch aufgrund der Schäden verworfen: „Wir waren einfach zu schnell unterwegs, man hätte auf der dritten Durchfahrt dieser Prüfung besser aufpassen müssen, denn da war sehr viel loser Schotter, und da kann so ein Abflug schnell passieren. Unser Auto wurde dabei doch in Mitleidenschaft gezogen, man sieht von außen nur die kaputte Windschutzscheibe, doch wir wissen nicht, was sonst noch beschädigt wurde. Und ganz ehrlich: Bei mir ist momentan der Biss verloren gegangen.“ Immerhin schließt Patrik einen Start beim nächsten TEC7 HRM-Lauf, der ET König Judenburg-Rallye, nicht aus: „Vielleicht fahren wir da mit unserem anderen quattro.“
Nach dem Gaubinger-Aus fuhren Karl Wagner und Gerda Zauner mit Serienbestzeiten einem weiteren Sieg entgegen. Wagner bedauerte: „Es tut mir aufrichtig leid für die Gaubingers – wir haben uns auf ein weiteres Duell am Samstag gefreut.“ Im Ziel freute sich Wagner nicht nur über den errungenen Sieg, sondern sagte als Vertreter des Seriensponsors TEC7: „Diese kuriose Rallye mit ihrer puren Dramatik war für die gesamte Staatsmeisterschaft großartig. Das war ein richtiges Rallye-Festival.“
Publikumsliebling und „Quertreiber“ Horst Stürmer, der wie immer die Fans mit Drifts erfreute und hinter Wagner den zweiten Platz belegte, musste seinen Audi quattro am Samstagvormittag nach einem Defekt abstellen, womit Alois Nothdurfter und Manfred Cerny (Ford Sierra Cosworth) nachrückten. Nothdurfter sagte: „Am Freitag sind wir mit unserem heckgetriebenen Ford Sierra Cosworth nur herumgerutscht, am zweiten Tag lief es dann gut.“ Dass der Italiener Rino Muradore phasenweise näher rückte, war Alois egal: „Schau‘, ich fahre einfach gerne Rallye und genieße es.“ Der erwähnte Rino Muradore (Copilotin Cristina Delbello; Ford Escort RS2000) beendete die Rallye auf Platz drei der TEC7 HRM.
Rang vier belegten die Vorarlberger Roman Spannring und Adriano Agueci im Lancia Delta Integrale, Rang fünf ging an Andreas Schögler/Sabine Pailer im 142er-Volvo. Die Wertungsklasse WK1 gewann Walther Stietka im VW Käfer 1302 – dass man es als einziges Team der WK1 überhaupt ins Ziel schaffte, war auch Copilot Wolfgang Puff zu verdanken: „Wir mussten uns mit kaputter Lichtmaschine herumschlagen und am Schluss ist auch noch das Gasseil gerissen – ohne die Hilfe von Wolfgang hätten wir es nicht ins Ziel geschafft.“ gerissen - ohne der Hilfe von Wolfgang hätten wir es nicht ins Ziel geschafft.“ WK2 erging an Muradore, WK3 an Wagner, WK6 an Nothdurfter. Die weiteren Klassensieger: Janos Dunavölgyi/Martin Webel (Ungarn, Lada Samara 2108, WK4) sowie Marcel und Robert Mikula (BMW 325i E30, WK5).
ORC: Hohe Ausfallsrate, Laurencich gewinnt
Bei den Österreichischen Rallye Classics (ORC) wirkte sich die ungewöhnlich hohe Ausfallsrate besonders dramatisch aus: Am Ende war nur noch der Italiener Federico Laurencich dabei. Letztendlich war jedes Team, das es ins Ziel geschafft hat, ein Siegerteam.

















