Ogier nach Pechsträhne in Portugal | 15.05.2026
"Schwer zu akzeptieren"
Sebastien Ogier trauert dem sicher geglaubten Sieg bei der WRC-Rallye in Portugal hinterher - Dennoch sieht er auch viel Positives
Sebastien Ogier äußerte sich enttäuscht über den verlorenen Sieg bei der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Portugal und bezeichnete es als "schwer zu akzeptieren", dass ihm der fast sichere Erfolg noch entglitten sei. Der Franzose führte dies auf "ausgegangenes Glück" zurück, nachdem ein Reifenschaden auf der vorletzten Wertungsprüfung (WP) seine Fahrt beendet hatte.
Der achtmalige Weltmeister lieferte am Samstag unter schwierigen, regnerischen Bedingungen eine beeindruckende Meisterleistung ab. Mit einem Vorsprung von 21,9 Sekunden startete er in die letzten vier Prüfungen am Sonntag und steuerte damit zielstrebig auf seinen achten Sieg bei der Rallye Portugal zu.
Doppelter Rückschlag für Toyota
Doch alle Siegträume zerplatzten jäh, als Ogier sich auf der vorletzten WP einen Reifenschaden hinten rechts einfing. Der notwendige Radwechsel kostete ihn zwei Minuten und damit die Führung. Für das Toyota-Team war es ein doppelter Wirkungstreffer: Auch der drittplatzierte Sami Pajari erlitt an exakt derselben Stelle einen Plattfuß.
Ogier rettete seinen GR Yaris schließlich auf dem sechsten Gesamtrang ins Ziel. Den Sieg erbte Hyundai-Pilot Thierry Neuville, der damit seinen 23. Karrieresieg feierte und die Durststrecke seines Teams beendete, das seit November 2025 auf einen Erfolg gewartet hatte.
Für Ogier, der am Wochenende eine seiner typischen Gala-Vorstellungen unter widrigsten Bedingungen abgeliefert hatte, war der Moment, in dem die harte Arbeit binnen Sekunden verpuffte, nur schwer zu verdauen.
"Keine andere Erklärung als Pech"
"Ich habe das Gefühl, dass Vincent [Landais, Co-Pilot] und ich etwas Besseres verdient hätten, aber so läuft das Spiel im Motorsport nun mal", erklärt Ogier gegenüber unserer englischen Schwersterseite Motorsport.com. "Leider ist uns heute das Glück ausgegangen. Es gibt keine andere Erklärung für diesen Reifenschaden. Ich bin mir sicher, dass wir alle in derselben Spur gefahren sind - in den Spurrillen, im Sand und zwischen den engen Steinen gibt es nur diese eine Linie."
Der Franzose ergänzt: "Wir haben diese kleinen Steine gesehen, und bei den meisten schien es gutzugehen, aber Sami [Pajari] und ich haben uns dort die Reifen aufgeschlitzt. Es passierte sehr früh in dieser langen Prüfung, also gab es keine andere Option, als anzuhalten und das Rad zu wechseln. Damit war jede Hoffnung auf ein Top-Ergebnis dahin."
Tempo ist weiterhin vorhanden
Trotz der Enttäuschung nimmt der 42-Jährige auch Positives aus dem Wochenende mit. Er hat bewiesen, dass er nach wie vor das Tempo hat, um an der Weltspitze mitzumischen.
"Es gibt definitiv viele Gründe, den Kopf oben zu behalten. Ich kann nicht leugnen, dass es uns hart trifft, wenn wir nach all der harten Arbeit in dieser Woche so viel Pech haben - zumal wir alles richtig gemacht haben, um durch diese schwierigen Bedingungen zu kommen", so Ogier.
"Wir waren so nah am Sieg, das ist momentan schwer zu schlucken. Aber ich bin lange genug dabei, um zu wissen, dass es so laufen kann. Ich muss das jetzt abhaken und mit der Gewissheit nach Japan reisen, dass ich immer noch das Tempo habe, um überall und jederzeit ganz vorne mitzukämpfen. Das ist ein guter Grund, optimistisch zu bleiben."



















