"Vorerst Schlusstrich" | 21.09.2026
Esapekka Lappi legt Profi-Karriere auf Eis
Der zweimalige Laufsieger in der Rallye-Weltmeisterschaft pausiert seine Einsätze in der WRC sowie in der finnischen Rallye-Meisterschaft
Esapekka Lappi hängt den Helm vorerst an den Nagel: Der finnische WRC-Werkspilot hat angekündigt, seine professionelle Rallye-Karriere bis auf Weiteres zu beenden.
Der 35-Jährige, der in seiner Laufbahn zwei WRC-Siege und insgesamt 15 Podestplätze feierte, gab diesen Schritt im Rahmen einer Pressekonferenz von Skoda Finnland bekannt. Anlass war das anstehende Saisonfinale der finnischen Meisterschaft, die Porvoon Autopalvelu Ralli, bei der Lappi selbst am Start steht.
Zwar schloss er vereinzelte Starts in der Zukunft nicht komplett aus, der Alltag als Berufsfahrer ist jedoch erst einmal Geschichte.
"Ich sage nicht nie wieder, denn das habe ich schon zu oft gesagt. Aber für den Moment ziehe ich einen Schlussstrich", erklärte Lappi. "Erst einmal pausiere ich, bis ich etwas anderes entscheide. Stand jetzt gibt es keine Pläne, in der finnischen Meisterschaft oder in irgendeiner anderen Rennserie weiterzufahren."
Seine WRC-Premiere feierte Lappi 2011 bei der Rallye Finnland am Steuer eines Citroen C2 R2 Max. Den Durchbruch schaffte er 2016, als er in seiner zweiten vollen Saison für Skoda Motorsport den WRC2-Titel holte.
Einsätze bei verschiedensten Herstellern
Der Aufstieg in die Königsklasse folgte 2017 mit Toyota im Jahr des WRC-Comebacks der Japaner. Gleich in seiner Premierensaison feierte er einen emotionalen Heimsieg in Finnland - einer von zwei Weltmeisterschaftssiegen in seiner Karriere.
Nach drei Podestplätzen und Gesamtrang fünf in der Saison 2018 wechselte Lappi für 2019 an die Seite von Sebastien Ogier zu Citroen. Das Jahr bei den Franzosen verlief schwierig, brachte aber immerhin drei zweite Plätze ein.
Es folgte ein einjähriges Intermezzo bei M-Sport-Ford in der von COVID-19 verkürzten Saison 2020, ehe Lappi 2021 vorübergehend in die WRC2 zurückkehrte. 2022 folgte schließlich seine Rückkehr zu Toyota, wo er ein Teilzeit-Programm absolvierte.
Für 2023 sicherte sich Hyundai die Dienste des Finnen für ein volles Cockpit. Das Highlight der Zusammenarbeit war der Triumph bei der Rallye Schweden. Zuletzt teilte sich Lappi 2024 und auch in diesem Jahr ein Cockpit bei den Koreanern und bestritt fünf Läufe im dritten i20 N Rally1.
"Das ist eine extrem wichtige Entscheidung. Mir zittern ehrlich gesagt ein wenig die Knie, nachdem ich es nun laut ausgesprochen habe", gesteht Lappi, der sich erst 2025 und 2026 gemeinsam mit Beifahrerin Enni Malkonen den finnischen Meistertitel gesichert hat.
"Dieser Sport bedeutet mir unglaublich viel und hat mir extrem viel gegeben. Auf der anderen Seite hat er meiner Familie viel abverlangt, uns aber auch finanziell abgesichert."
Lappi ergänzt: "Rallyefahren verschafft dir diesen Adrenalin- und Endorphinkick, wenn du am Limit unterwegs bist und alles klappt. Es ist wie eine Droge. Woher ich diesen Kick künftig bekomme, weiß ich noch nicht. Echte Drogen kommen natürlich nicht infrage, also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen. Am meisten Angst macht mir die Frage, woher ich diese Emotionen künftig beziehen soll."
Ganz verschwinden wird der Name Lappi aus dem Rallyesport aber nicht: Er wird weiterhin den finnischen Nachwuchsfahrer Lauri Halonen als Mentor unterstützen, der Teil des Entwicklungsprogramms von Skoda Motorsport Finnland ist.



















