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WRC Italien: Nach Tag 3 (SP10) Oliver Solberg hat auf Sardinien die Spitze übernommen
Toyota Racing

Solberg führt - Titelkampf spitzt sich zu

Oliver Solberg dreht die Rallye Italien: Mit zwei Bestzeiten setzt sich der Toyota-Pilot an die Spitze und verkürzt im WM-Kampf den Rückstand auf Elfyn Evans. Raith 12. der RC2. Masters: Garandos führt.

Toyota-Pilot Oliver Solberg hat seine Hoffnungen auf den Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) weiter genährt. Nach einem dramatischen Samstagvormittag nahm er Hyundai-Pilot Thierry Neuville die Führung bei der Rallye Italien auf Sardinien ab.

Solberg ging mit einem Rückstand von 12,3 Sekunden auf Neuville in den Tag, der am Freitagnachmittag seinen Teamkollegen Adrien Fourmaux von der Spitze verdrängt hatte. Mit zwei Bestzeiten auf den drei Wertungsprüfungen (WP) des Vormittags setzte sich Solberg mit 2,7 Sekunden Vorsprung an die Spitze. zu den Ergebnissen

Damit sind seine Titelhoffnungen deutlich gestiegen, da der WM-Führende Elfyn Evans nur auf Rang sechs fährt. Bei aktuellem Stand würde Evans' Vorsprung auf Solberg auf vier Punkte schrumpfen.

Reifenschaden lässt Fourmaux' Traum vom Sieg platzen

Das Blatt der Rallye und auch des Titelrennens wendete sich bereits auf der ersten Prüfung des Tages, dem 24,14 Kilometer langen Teilstück "Lerno - Sa Conchedda - Monti di Ala".

Hyundai-Pilot Fourmaux lag zu Beginn des Tages nur knapp 0,4 Sekunden hinter Spitzenreiter Neuville. Doch die Hoffnungen auf seinen Premierensieg in der WRC erlitten auf einen Schlag einen herben Dämpfer, als er sich an seinem i20 N vorne links einen Reifenschaden zuzog.

Der Franzose entschied sich dagegen, den Reifen auf der Prüfung zu wechseln. Zwar rettete er sich ins Ziel der Prüfung, verlor dabei jedoch eine volle Minute. "Ich habe dazu nichts zu sagen", zeigte sich ein völlig geknickter Fourmaux bedient.

Solberg macht Boden gut

Fourmaux' Teamkollege Neuville sicherte sich die Prüfungsbestzeit mit 2,1 Sekunden Vorsprung vor Solberg. Damit baute der Belgier seine Führung auf 14,4 Sekunden gegenüber Solberg aus, der sich seinerseits auf den zweiten Gesamtrang schob.

"Es tut mir natürlich leid für Adrien. Das wäre ein schöner Kampf mit ihm geworden. Es ist nicht leicht mit diesen Reifenschäden. Wir haben schon so oft darüber gesprochen und müssen das für die Zukunft endlich in den Griff bekommen", kommentierte Neuville.

Durch den Reifenschaden fiel Fourmaux auf den fünften Gesamtrang zurück, blieb aber immerhin noch vor Evans. Der WM-Spitzenreiter musste zusehen, wie Solberg im Titelkampf Boden gutmachte und weiter aufholte.

Trotz Fabelzeit: Solberg bleibt selbstkritisch

Solberg blies umgehend zur Jagd auf Neuville - und ließ keine Zeit verstreichen. Auf der folgenden Prüfung brannte der Toyota-Pilot eine Fabelzeit in den Schotter, nahm Neuville satte 11,1 Sekunden ab und verkürzte den Rückstand vor der letzten Prüfung der Vormittagsschleife auf 3,3 Sekunden.

Trotz dieses Fabeltempos zeigte sich Solberg selbstkritisch. Er bezeichnete die Prüfung als "schrecklich" und betonte, dass er noch zulegen müsse. Neuville ließ sich von Solbergs Aufholjagd hingegen nicht aus der Ruhe bringen: "Die Rallye ist noch lang und wir bleiben ganz entspannt."

Doch Solberg ließ nicht locker. Mit einer weiteren Bestzeit auf der zehnten Wertungsprüfung nahm er Neuville erneut 6,0 Sekunden ab und übernahm spektakulär die Gesamtführung.

Sebastien Ogier verbessert sich auf Rang drei

"Das ist extrem aufregend. Genau dafür sind wir hier. Wir geben unser Bestes. Wie ich von Anfang an gesagt habe: Es ist alles möglich und ich werde bis zum Schluss kämpfen", so ein hochmotivierter Solberg.

Von Fourmaux' Missgeschick auf der achten Prüfung profitierte auch der amtierende Weltmeister Sebastien Ogier (Toyota), der auf Rang drei aufrückte. Ogier beendete die Schleife mit 17,4 Sekunden Vorsprung auf den wieder erstarkten Fourmaux. Dieser hatte sich auf der neunten Prüfung wieder auf Platz vier vorgekämpft, indem er WM-Kandidat Sami Pajari (Toyota) überholte.

Pajari musste sich mit dem fünften Rang begnügen. Der Finne war jedoch überzeugt, das Maximum aus seiner Startposition herausgeholt zu haben. "Ich gebe nicht auf und stecke nicht zurück. Wir müssen sehen, was noch möglich ist. Es scheint momentan unmöglich zu sein, die Zeiten derer mitzugehen, die ein paar Autos nach uns starten", erklärte Pajari.

Evans: Titelkampf liegt nicht in meiner Hand

Auch dem WM-Führenden Evans gelang es aufgrund der spürbaren Nachteile beim Straßenkehren nicht, Boden auf die Spitze gutzumachen. "Der Titelkampf liegt gerade nicht wirklich in meiner Hand. Das hat viel damit zu tun, dass die Straße so stark freigefahren wird. Realistisch gesehen werde ich nach vorne niemanden mehr einholen. Ich muss vorerst einfach sauber durchkommen", gab Evans zu Protokoll.

Josh McErlean führte das M-Sport-Ford-Aufgebot weiterhin auf dem siebten Platz an, während sich Toyota-Pilot Takamoto Katsuta auf Rang acht verbesserte. Das M-Sport-Duo Jon Armstrong und Martins Sesks komplettierte die Top 10.

Hyundai-Pilot Dani Sordo war nach seinem Unfall auf der siebten Prüfung am Freitag am Samstagmorgen zwar wieder angetreten, sein Gastspiel auf den WRC-Pisten war jedoch von kurzer Dauer. Der Spanier litt bereits seit einem harten Einschlag beim Shakedown am Donnerstag unter Schmerzen. Nach der ersten Prüfung des Vormittags zog er die Reißleine und kehrte in den Servicepark zurück.

"So kann ich nicht weiterfahren. Es tut wirklich extrem weh. Beim Anbremsen fühlt es sich an, als wäre etwas gebrochen. Ich konnte nicht richtig fahren, die Schmerzen im Rücken und in der Seite sind einfach zu stark", gab Sordo geknickt zu Protokoll.

Raith guter Zwölfter der RC2

Kevin Raith und Claudia Maier liegen in ihrem ZM Racing Ford Fiesta Rally2 auf dem guten zwölften Rang von 32 im Rennen befindlichen Teams.

Bei den WRC Masters führt der einzige Verfolger des nicht anwesenden Tabellenleaders Johannes Keferböck, der Mexikaner Miguel Granados mit rund sechs Minuten Vorsprung.

Nach dem Mittags-Service geht es für die Piloten am Nachmittag in den zweiten Durchgang der drei Wertungsprüfungen.

Motorsport-Total.com

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