WRC Kanaren: Nach Tag 3 (SP14) | 25.04.2026
Solberg macht Ogier Feuer - Keferböck P2 Masters
Sebastien Ogier führt die Kanaren-Rallye nach dem Samstag weiter an, kann Oliver Solberg aber nicht abschütteln - Kracher-Finale am Sonntag ist angerichtet
Toyota hat das Geschehen bei der Kanaren-Rallye 2026, dem fünften Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, weiter fest im Griff. Auch nach dem Samstag liegen die fünf GR Yaris Rally1 an der Spitze.
An der Reihenfolge hat sich dabei gegenüber dem Freitag nur eine Position geändert: Elfyn Evans (3.) ging schon auf der ersten der sechs Wertungsprüfungen des Tages an Sami Pajari (4.) vorbei und holte sich den dritten Platz.
An der Spitze herrscht derweil Hochspannung: Sebastien Ogier (1.) geht mit nur 3,8 Sekunden Vorsprung auf Oliver Solberg (2.) in den Sonntag. Der Schwede heftete sich wie eine Klette an das Heck des Rekordweltmeisters und ließ sich nicht abschütteln.
Im Laufe des teilweise verregneten Vormittags kam er bis auf fünf Sekunden an Ogier heran. Auf den beiden gut 13 Kilometer langen Prüfungen (Maspalomas und Arucas-Teror) tat sich am Nachmittag bei nun trockenen Bedingungen so gut wie nichts - Solberg gewann eine Zehntelsekunde auf WP12, auf der 13. Prüfung waren die beiden Spitzenreiter sogar zeitgleich.
Auf der letzten Prüfung des Tages über 28 Kilometer (Moya-Galdar) luchste Solberg Ogier allerdings noch einmal 1,4 Sekunden ab, womit es am Sonntag zu einem Herzschlagfinale zwischen den beiden Toyota-Piloten kommen wird. "Ich freue mich auf morgen. Wir haben ein paar neue Prüfungen. Wer so einen Kampf nicht genießt, sollte besser zu Hause bleiben", sagt Ogier.
Evans verpasst den Anschluss
Am Vormittag sah es danach aus, als könne Evans sogar noch einen Dreikampf um die Führung eröffnen. Der Waliser startete auf den beiden gut 13 Kilometer langen Wertungsprüfungen bei einsetzendem Regen eine Offensive, die ihn bis auf 10,3 Sekunden an Spitzenreiter Ogier heranbrachte.
Bei der ersten Durchfahrt der 28-Kilometer-Prüfung wurde er aber am Regen am heftigsten getroffen und verlor die gutgemachte Zeit wieder. Am Nachmittag verlor er an Zeit auf seine Rivalen und liegt nun 21,9 Sekunden hinter Ogier - zu viel, um noch aus eigener Kraft in den Kampf um den Sieg eingreifen zu können.
"Es war besser als gestern. Gestern war ich nicht happy, da war heute wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung", so sein Kommentar.
Pajari und Takamoto Katsuta konnten das Tempo ihrer Markenkollegen am Samstag nicht mitgehen. Der Tabellenführer kam zunächst näher an den Finnen heran, der konterte aber auf der letzten Prüfung des Tages und geht mit zehn Sekunden Vorsprung in den Finaltag. Beide werden am Sonntag den vierten Platz unter sich ausmachen - sofern an der Spitze nichts weiter passiert.
Katsuta ist mit seiner Leistung nicht zufrieden: "Das war besser als gestern. Aber ich muss unter trockenen Bedingungen besser werden. Das hat mir offen gesagt nicht so sonderlich viel Spaß gemacht, aber jetzt ist die Zeit zum Lernen und Verbessern."
Fourmaux neue Hyundai-Speerspitze
Der Hyundai-Express hat mittlerweile mindestens fast zwei Minuten Rückstand auf Ogier. Hier sorgte Adrien Fourmaux (6.) für eine markeninterne Vorentscheidung. Schon auf der ersten Prüfung des Tages überholte er Rückkehrer Daniel Sordo (7.) und baute den Vorsprung sukzessive aus. In den Sonntag nimmt er ein beruhigendes Polster von einer halben Minute Vorsprung mit.
Sordo muss sich nun mit Thierry Neuville (8.) auseinandersetzen, der nach einem verhaltenen Freitag auf fünf Sekunden an den Lokalmatador herangekommen ist. Gut möglich, dass Hyundai hier am Sonntag zu einer Teamorder greifen wird, da Sordo nur Teilzeitpilot ist.
Die einzigen nennenswerte Dramen an einem sonst erstaunlich ereignislosen Tag spielten sich bei Jon Armstrong (M-Sport-Ford; 16.) ab, bei dem es auf der elften Prüfung zu Problemen mit dem Intercom kam. Beifahrer Shane Byrne musste ihn mit Handzeichen durch die WP leiten.
"Wir haben den Helm im Service gewechselt und jetzt habe ich so viele Geräusche, dass es Folter ist", gab er zu Protokoll. Auf den weiteren Prüfungen schien das Problem gelöst, dennoch hatte Armstrong zunächst bei einem Mauerkontakt großes Glück, dass er unbeschadet davonkam.
Damit hatte er das Schicksal aber wohl zu weit herausgefordert, denn auf der Abschlussprüfung verunfallte er. Zum Glück für den Iren befanden sich ausreichend Zuschauer in der Nähe, die seinen Ford Puma wieder auf die Straße hievten. Er rettete sich mit zwei Minuten Zeitverlust ins Ziel. Damit hat Josh McErlean (M-Sport-Ford; 9.) den Kampf der beiden Iren um Platz neun für sich entschieden.
In der WRC2 führt nach wie vor Yohan Rossel (Lancia; 10.) mit einem beruhigenden Polster von 27,5 Sekunden auf Alejandro Cachon (Toyota; 11.). Dieser hat nur 0,2 Sekunden Vorsprung auf Leo Rossel (Citroen; 12.).
Johannes Keferböck und Ilka Minor liegen im WRC Masters Cup weiterhin auf Platz zwei.
Am Sonntag stehen jeweils zwei Durchfahrten der 25,93 Kilometer langen Prüfung Ingenio-Telde-Valsequillo und der 13,27 Kilometer langen Santa Lucia-Agüimes auf dem Programm. Letztere bildet als Abschlussprüfung auch die Powerstage.



















