Tobias Ebster: Ausfall bei Dakar | 06.01.2026
Aus bei Rallye Dakar: Tobias Ebster bricht sich bei Sturz das Kahnbein
Für Tobias Ebster endet die Dakar 2026, bevor sie richtig beginnt - Ein Sturz bei niedriger Geschwindigkeit führt zum Bruch des Kahnbeins - Die Rallye ist vorbei
Seine erste Rallye Dakar als Hero-Werksfahrer ist für Tobias Ebster schon in der dritten Etappe zu Ende gegangen. Der Österreicher stürzte unweit von Al-'Ula schon zu Beginn der gewerteten Speziale nach lediglich 14 Kilometern. Anschließend wurde Ebster erstversorgt und per Helikopter zurück ins Biwak gebracht.
"Bei den Röntgenbildern und dem CT-Scan ist dann gleich herausgekommen, dass das Kahnbein gebrochen ist", nennt Ebster das Ausmaß der Verletzung in der linken Hand, als ihn Motorsport-Total.com im Biwak traf.
"Ich habe mir leider vor zwei Jahren, kurz vor meiner ersten Rallye Dakar, dieses Kahnbein gebrochen. Ich bin dann operiert worden und habe mir das jetzt leider wieder gebrochen. Die Schraube ist drinnen, aber es ist trotzdem gebrochen."
"Aktuell geht es mit Schmerzmitteln ganz gut, aber es hat natürlich schon gescheit wehgetan", schildert der Tiroler, wie es ihm nach dem Sturz geht. Passiert ist der Unfall bei sehr niedriger Geschwindigkeit in einer Linkskurve.
Ebster berichtet: "Ich bin in der Linkskurve leider blöd zu Sturz gekommen. Es war überhaupt nicht schnell. Das war ein Richtungswechsel, es kam eine Linkskurve und der Boden war ein sandiges Kamelgras. Wir mussten links in ein Tal einbiegen und da ist genau eine Steinplatte gekommen."
"Ich habe runtergeschaut, ob ich den richtigen Cap (Anweisung im Roadbook; Anm. d. Red.) habe. Dann hat mir ein Stein das Vorderrad weggeklopft und ich bin am Boden gelegen. Es war nicht schnell. Es ist nicht einmal der Airbag aufgegangen."
"Wenn Aufnahmen da sind, dann muss man das mit zweifacher- oder dreifacher Geschwindigkeit abspielen, damit es dramatisch aussieht." Der 28-Jährige schätzt seine Geschwindigkeit beim Sturz auf "25 bis 30 km/h" ein.
"Ich habe dann gleich gemerkt, dass bei der Hand etwas nicht passt. Ich wollte aber trotzdem weiterfahren, aber ich hatte leider keine Kraft, um das Motorrad aufzuheben." Da das nicht gelang, winkte er den Helikopter, der zufällig über dieser Stelle kreiste, zu sich.
Ebster muss die Heimreise antreten
Ebster war auch gleich klar, dass die Dakar für ihn zu Ende ist: "Leider. Da ich das Kahnbein schon zweimal gebrochen hatte, habe ich es direkt gewusst, als ich das Motorrad aufheben wollte. Als es nicht mehr ging, habe ich gleich gewusst, was Sache ist."
Er wird noch am Dienstag die Heimreise antreten. "Ich fliege heute nach Dubai und morgen Vormittag nach München, wo ich um 12:30 Uhr landen werde. Dann geht es gleich weiter nach Innsbruck ins Krankenhaus zu meinem Doktor, der mich das letzte Mal operiert hat."
"Ich hoffe, dass er mich gleich einplanen kann. Es ist natürlich noch alles sehr, sehr spontan. Daheim ist jetzt Feiertag. Ich bin froh, dass der Heimflug so schnell organisiert worden ist." Ebster weiß aus schmerzhafter Erfahrung, was in den kommenden Wochen auf ihn zukommen wird.
Den ersten Bruch des linken Kahnbeins zog sich der Österreicher am 11. November 2023 zu. Trotzdem konnte er im darauffolgenden Januar erstmals bei der Rallye Dakar starten und die "Malle Moto"-Wertung gewinnen.
Rund ein halbes Jahr später, im Mai 2024, brach sich Ebster das linke Kahnbein bei der Hellas-Rallye in Griechenland erneut. Die Genesungszeit dieser zweiten Verletzung dauerte rund zweieinhalb Monate.
"Deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass ich in Portugal wieder an den Start gehen kann", blickt er auf die zweite Station der Rallye-Raid-Weltmeisterschaft voraus, die vom 17. bis 22. März stattfinden wird.
"Ich werde natürlich versuchen, alles dafür zu tun, um dort am Start zu sein. Aber wenn es nicht geht, dann wäre es einfach ein unnötiges Risiko, das einzugehen. Es sind danach immerhin noch drei weitere WM-Rennen."
"Bei der Dakar gibt es natürlich doppelte Punkte. Das heißt, ich lasse sehr, sehr viele Punkte liegen. Und da muss man einfach abwiegen, wie es weitergeht. Das Team und ich, wir versuchen natürlich alles in unserer Macht Stehende, dass wir in Portugal am Start sein können." Denn Ebsters ursprüngliches Saisonziel lautete, die Rally2-Wertung in der W2RC zu gewinnen.


















