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Jetzt wird's ernst

Der vorletzte Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft verspricht Spannung, die Titel-Vorentscheidung liegt in der Luft.

Die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) geht auf die Zielgerade. Bei der ADAC Castrol-Rallye rund um Pößneck steht vom 19. und 20. September der vorletzte Meisterschaftslauf auf dem Programm.

Und noch ist alles offen: Auf den zwölf extrem schnellen Asphaltprüfungen in Ost-Thüringen (Gesamtlänge rund 130 Kilometer) werden sowohl für die Gesamtwertung, als auch in der Super-1600-Meisterschaft und der Privatfahrer-Wertung die womöglich entscheidenden Zähler vergeben.

Auf einem Rundkurs als erste Wertungsprüfung starten die Rallye-Cracks am Freitag ab 20.00 Uhr den Kampf gegen die Uhr. Hermann Gaßner und Co-Pilot Siggi Schrankl (Mitsubishi Carisma GT) liegen in der Tabelle 46 Punkte vor dem Duo Carsten Mohe / Lutz H. Uhlig (Renault Clio Super 1600) und 48 Zähler vor den amtierenden Titelträgern Matthias Kahle / Peter Göbel (Skoda Octavia WRC).

Das bayerische Gespann ist auf dem besten Weg, nach 1995 den Titel wieder in weiß-blaue Gefilde zu entführen. Doch die Meisterkür wird erst auf der Zielrampe des letzten DRM-Laufs erfolgen – entsprechend zurückhaltend gibt sich denn auch Siggi Schrankl: „Gegen die Rolle eines Mitfavoriten können wir uns jetzt nicht mehr wehren“, erklärt der lange Co-Pilot.

Selbst, wenn er mit Hermann Gaßner aus Pößneck ohne Punkte abreisen sollte: Die Tabellenführung werden die beiden behalten. Denn bei der Castrol-Rallye sind für den Sieger maximal 40 Zähler zu erreichen. „Wir wollen natürlich möglichst weit nach vorne kommen, auch in der Gesamtwertung“, erklärt Hermann Gaßner, gibt aber auch zu, dass er immer mit einem Blick in Richtung Meisterschaft fährt, „und da ist die Zielankunft auf jeden Fall wichtiger als ein oder zwei zusätzliche Punkte.“

Konkurrenz droht Gaßner / Schrankl nicht nur vom amtierenden Meisterduo Kahle / Göbel, das sich – sollen die Titelchancen gewahrt bleiben – den Gesamtsieg sichern muss. Auch Maik Stölzel / Thomas Windisch im zweiten Skoda Octavia WRC und der Vorjahreszweite Sandro Wallenwein mit Co-Pilot Pauli Zeitlhofer (Mitsubishi Lancer) wollen beim sechsten DRM-Lauf eine gute Figur machen. In der eigenen Division (Gruppe N über zwei Liter Hubraum) werden Gaßner / Schrankl zudem von den beiden schnellsten Thüringer Fahrlehrern gejagt.

Guido Senge mit Toyota Corolla WRC am Start

In den Kampf um den Gesamtsieg wollen sich diesmal auch zwei Gaststarter einmischen. Ruben Zeltner, der schon den DRM-Auftakt im Oberland für sich entscheiden konnte, tritt zusammen mit Ehefrau Petra wieder in dem von Gaßner-Motorsport vorbereiteten Gruppe-A-Mitsubishi Carisma GT an.

Mehr noch als der Österreicher, Geschäftsführer am unweit gelegenen Sachsenring, hat Guido Senge ein Heimspiel. Der DRM-Wiedereinsteiger aus dem rheinischen Lohmar ist hier bestens bekannt, zuletzt als Sieger der nationalen Castrol-Rallye im Vorjahr. Er startet in einem selbst vorbereiteten Toyota Corolla WRC und plant weitere Starts in der höchsten deutschen Rallye-Liga.

Super-1600-Meisterschaft: Mohes Konkurrenten vorsichtig

Die schnellen Asphalt-Straßen rund um Pößneck sind wie geschaffen für die kleinen agilen Boliden in der Super 1600-Meisterschaft. Bei trockener Witterung – wenn der Traktionsvorteil der Allrad-Fraktion keine überragende Rolle spielt – können sie ganz vorne in der Gesamtwertung mitmischen.

Carsten Mohe begann die Castrol-Rallye im vergangenen Jahr im Renault Mégane mit einer Bestzeit und übernahm die Führung. Ein Motorschaden zwang jedoch zur Aufgabe. In diesem Jahr hat er gute Aussichten, die Scharte auszuwetzen:

In der DRM liegt er auf Platz zwei, in der Super-1600-Meisterschaft hat er im neuen Renault Clio Super 1600 souverän die Führung inne. Der zweitplatzierte Horst Rotter (Opel Corsa) konnte ihm beim Heimspiel Ende Mai in Sachsen den Laufsieg entreißen und war auch beim letzten Vergleich in der Eifel nach einem Sekundenkrimi erfolgreich.

Dritter im Bunde der Super-1600-Piloten ist Citroën-Junior Rainer Jostes. „Wir müssen erst einmal kleine Brötchen backen,“ erklärt der Sauerländer. Für ihn ist die Castrol-Rallye im Gegensatz zu den direkten Konkurrenten Neuland.

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