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ERC: Circuit of Ireland

Doppelsieg in Nordirland

Esapekka Lappi und Sepp Wiegand dominierten nach dem Ausfall der beiden Peugeot die Irland-Rallye, für den Deutschen war es das erste ERC-Podium.

Skoda ist die erhoffte Osterüberraschung gelungen: Bei der "Circuit of Ireland Rally", dem vierten Lauf zur Rallye-Europameisterschaft (ERC), feierte der tschechische Hersteller einen umjubelten Doppelsieg.

Die "Fliegenden Finnen" Esapekka Lappi/Janne Ferm gewannen zehn der 18 Wertungsprüfungen, die auf schnellen und extrem schmalen Asphaltstraßen rund um die nordirische Hauptstadt Belfast ausgetragen wurden.

Sepp Wiegand/Frank Christian vom Team Skoda Auto Deutschland krönten eine famose Aufholjagd am Ostersamstag mit Platz zwei. Die fünftplatzierten Neil Simpson/Claire Mole sorgten mit ihrem privat eingesetzten Fabia Super 2000 dafür, dass drei Skoda in den Top 5 landeten.

Wiegand: "Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen"

Wiegand gewann am zweiten Rallye-Tag vier Wertungsprüfungen und kletterte somit vom vierten auf den zweiten Gesamtrang. "Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen", so der 23-Jährige. "Unser erstes Podium in der ERC - und dann auch gleich noch ein Doppelsieg für Skoda. Darauf haben wir seit Saisonbeginn hingearbeitet."

"Danke ans Team. Die Jungs haben uns ein perfektes Auto hingestellt. Wir haben uns während dieser zwei Tage gesteigert, sonst hätten wir Robert Barrable nicht noch abfangen können. Das gibt uns ganz sicher Auftrieb für die weitere Saison", sagt Wiegand.

Nach einer schwierigen ersten Etappe präsentierte sich der Deutsche am zweiten Tag deutlich stärker. Warum? "Ich glaube, mein Schlaf war gleich, aber die Straßen waren nicht so speziell wie am Vortag."

"In Deutschland gibt es solche Kuppen nicht. Es war deshalb einfacher zu fahren und ich konnte etwas angreifen. Ehrlich gesagt, habe ich nicht an den Tagessieg gedacht. Es ging nur darum, mit Robert Barrable um den zweiten Platz zu kämpfen."

Wann Wiegand zum nächsten Mal in der ERC starten wird, konnte die Speerspitze von Skoda Auto Deutschland nicht verraten.In der ERC-Fahrerwertung rückt der Deutsche auf den dritten Rang vor, punktgleich mit dem russischen Talent Vasily Gryazin.

Lappi: "Unser bester Sieg"

Auch bei Sieger Lappi ist die Freude natürlich groß. "Wir sind überglücklich, dass wir in Nordirland gewonnen haben", so der Finne nach seinem Start-Ziel-Sieg. "Das gesamte Team hat hart für diesen Erfolg gearbeitet. Wir hätten vor der Rallye nicht gedacht, dass wir vom Start bis ins Ziel führen würden. Es war eine perfekte Rallye für uns."

Lappi hatte mit dieser Leistung nicht gerechnet. "Nein, niemals. In der 'Recce' haben wir gesehen, dass sich die Prüfungen sehr herausfordernd anfühlten. Man hätte verrückt sein müssen, wenn man gedacht hat, dass man gegen die Lokalstarter in den R5-Austo kämpfen könnte."

"Irgendwie haben wir es aber geschafft. Ich weiß nicht, warum", zeigt sich Lappi auch im Ziel von seiner starken Leistung verwundert. "Vielleicht lag es am Auto. Es war sehr einfach zu fahren und über die Kuppen war es ein Genuss. Ich musste mir keine Sorgen machen."

Die schmalen und schnellen Asphalt-Straßen mit ihren zahlreichen Kuppen erinnerten etwas an die Rallye Finnland. Gewöhnlich sind die Finnen auf Asphalt aber nicht die stärksten Fahrer.

"Ich weiß die Antwort darauf nicht", meint Lappi. "Wir hatten auch einen sehr guten Aufschrieb. Alles war sehr präzise und genau. Wir konnten dem Aufschrieb vertrauen. Das zeigte sich anhand der Zeiten in der ersten Schleife."

Der Skoda-Werksfahrer startete explosiv, denn er stellte gleich in den ersten sieben Prüfungen die Bestzeiten auf. Deshalb zählt Lappi diesen Sieg auch zu seinen besten bisher.

"Ich glaube, das ist bislang der Beste, es war mein erster Sieg auf Asphalt. Ich konnte selbst den Iren [Craig Breen; Anm. d. Red.] am ersten Tag auf eigenem Territorium schlagen. Es ist zwar kein Werksauto, aber der R5 ist schneller und wir haben ihn geschlagen. Das war sehr, sehr gut."

Nordirland war nach Lettland schon der zweite ERC-Saisonsieg für Lappi. Damit übernahm er auch die Meisterschaftsführung und hat 29 Punkte Vorsprung vor Breen.

"Der Speed und die Zuverlässigkeit des Fabia Super 2000 waren bei dieser für Mensch und Maschine anspruchsvollen Rallye entscheidend. Unsere intensive Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Danke und Glückwunsch an das gesamte Team", so Lappi.

Durch ihren zweiten Saisonsieg nach dem Triumph in Lettland übernehmen Lappi und Ferm die Führung in der Fahrer- beziehungsweise Beifahrerwertung der ERC.

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