RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Interview

Nandan: Noch zu früh für Hybrid-WRCs

Michel Nandan, Teamchef von Hyundai, glaubt nicht an die baldige Einführung von Hybrid- oder gar Elektroantrieben in der Rallye-WM.

Rallye und Elektromobilität wollten bislang nicht zusammenfinden: Während sich im Rundstreckensport schon längst Hybrid- und sogar reine Elektroboliden in verschiedenen Rennserien messen, wird die Rallye-WM weiterhin mit konventionellen Antrieben ausgetragen. Der Rallyesport mit seinen langen Etappen und diversen Untergründen schien dafür bislang nicht tauglich.

Laut Michel Nandan wird das vorerst auch so bleiben. "Für den Einsatz eines Hybrid- oder Elektroautos im Rallyesport ist es noch zu früh, alleine schon aus Sicherheitsgründen", sagte der Teamchef von Hyundai. "Wir fahren auf öffentlichen Straßen und unterschiedlichen Untergründen und sprechen da von 400 Kilometern. Das könnte ein Problem werden."

Mittelfristig will er aber nicht ausschließen, dass auch Rallyeboliden auf das gewaltige Drehmoment von E-Motoren als Unterstützung aus engen Kurven heraus zurückgreifen könnten, die Technologie entwickle sich rasch weiter. Er warnt aber auch, dass der Rallyesport deutlich teurer würde, sollte man ihn für die Hybridtechnologie öffnen.

Bis es soweit ist, wird noch viel Entwicklungsarbeit am Hyundai i20 WRC geleistet werden, wenngleich nicht unbedingt beim 1,6l-Verbrennungsmotor, da dieser nach dem jetzigen Regelwerk laut Nandan so gut wie ausgereizt sei. Er sieht aber einen Bereich, in dem Hyundai zulegen kann: "Es wird mehr um Traktion und Fahrbarkeit gehen. Vielleicht werden wir etwas mehr an der Aerodynamik arbeiten."

Der Monegasse sieht sein Team aerodynamisch im Nachteil: "Wir haben unsere Entwicklung an dem geplanten Reglement ausgerichtet, dass dann in letzter Minute noch geändert wurde. Wir wollten dann aber nicht alles umwerfen und wieder in den Windkanal gehen. Daher wussten wir, dass wir da Schwächen haben. Der Toyota ist in diesem Bereich wahrscheinlich der Beste. Ford und Citroën sind auch nicht schlecht. An diesem Bereich werden wir sicherlich arbeiten."

Sehr wohl ist er sich aber bewusst, dass die Konkurrenz nicht schlafen wird. Trotz dieser aerodynamischen Nachteile haben Hyundai-Piloten in der WM-Saison 2017 schon neun Podiumsplätze geholt, darunter drei Siege von Thierry Neuville. Zudem hat man sich für die letzten drei Läufe des Jahres (und voraussichtlich auch für die WM-Saison 2018) die Dienste von Andreas Mikkelsen gesichert.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Interview

Weitere Artikel:

Claire Schönborn startet in der ERC und im ADAC Opel GSE Rally Cup. Internationales Doppelprogramm: zwölf Rallyes, alle powered by Opel. Einsatzteam ist Stohl Racing aus Österreich.

ERC, Skandinavien: Bericht

Beide Youngsters mit Podestpotential

Bei der Skandinavien Rallye konnten Maximilian Lichtenegger in der ERC3 und auch ERC4-Debütant Marcel Neulinger in ihren Kategorien mit Top3-Zeiten künftiges Podestpotential andeuten. Die Rallye gewann der Finne Heikkilä vor Martins Sesks.

CZ, Rally Cesky Krumlov: Bericht

Wagner: „Potential nicht ausgeschöpft“

Auch beim zweiten Lauf zur CZ Meisterschaft lief es für Simon Wagner nicht wunschgemäß, er belegte Platz vier. Lukas Dirnberger zweitbester Österreicher.

Mitropa Rally Cup: Rally Velenje

Start-Ziel-Sieg für Kößler/Hofmann

Manuel Kößler/Benedikt Hofmann gewinnen in ihrem Hyundai i20 R5 die Mitropa Rally Cup (MRC) Wertung bei der 41. TIKI Rally Velenje. Die Italiener Alessandro Pulz/Stefano Ierman stehen im Ford Sierra RS Cosworth ganz oben auf dem Podium in der Wertung für historische Fahrzeuge.

EHRC, Akropolis: Bericht Rosenberger

Rosenberger nur von Latvala geschlagen

In Griechenland fuhr der Subaru Impreza GT Turbo Gr. A endlich problemlos ins Ziel - Kris Rosenberger & Nicola Januschke-Bleicher glänzten mit einer fehlerfreien Fahrt - Am Ende musste sich das Subaru-Duo lediglich Jari-Matti Latvala geschlagen geben