RALLYE

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Getriebe-Brösel

Alles fing ganz prächtig an: Walter Kovar duellierte sich wieder einmal mit den VW-Kitcars von Hannes Danzinger und Kris Rosenberger.

Letzterer lag auch nach der zweiten Prüfung hinter Kovar, der sich zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtwertung an der siebenten Stelle befunden hatte. Interessanterweise lagen auch Georg Reitsperger/Herbert Knödl, die großen Sieger des Rallyesprints 2004, mit ihrem Gruppe A-Mitsubishi hinter Kovar/Kohlbacher. Und wenn man sich das Endergebnis ansieht, wo etwa Kris Rosenberger am vierten und Georg Reitsperger am fünften Platz zu finden sind, dann kann man sich vorstellen, dass auch für das HOECO-Team einiges möglich gewesen wäre, wenn nicht...aber dazu kommen wir noch.

An dieser Stelle sollte man darauf hinweisen, dass der Mitsubishi Lancer Evo VII von Walter Kovar mit einem Serien-Getriebe und Serien-Bremsen ausgestattet ist, womit er gegenüber seinen Konkurrenten, die üblicherweise auf den Plätzen Eins bis Zehn zu finden sind, doch einen krassen Wettbewerbsnachteil hat. Deren Fahrzeuge sind zumeist doch um einiges sophistischer ausgelegt, und gerade diesmal merkte man das besonders, denn die kroatischen Spitzenteilnehmer stehen im technologischen Level unseren Top-Teams um nichts nach.

Aber es ist halt auch eine Budget-Frage, ob man diesen Level mitgehen kann oder nicht. Fahrerisch hatte Walter Kovar durchaus dort weitergemacht, wo er bei der BP Ultimate-Rallye aufgehört hatte, auch diesmal nützte er die widrigen äußeren Bedingungen, um technische Unterlegenheit so gut als möglich auszugleichen: Der siebente Platz nach zwei Prüfungen war da sicherlich das Optimum.

Doch dann schlug bei Walter Kovar und Werner Kohlbacher erneut das Pech zu: Der Vortrieb hatte auf einmal gefehlt, was dem Getriebe zuzuschreiben war. Es war also wieder einmal Sense, denn wechseln konnte man die Box auf die Schnelle nicht. Schade, denn auf dem Rundkurs Hall – und wo es halt sonst noch geht – hätte man schon ganz gerne eine ordentliche Show abgezogen, ganz abgesehen davon, dass man sich nach zwei ergebnislosen Rallyes über eine gute Plazierung umso mehr gefreut hätte. Jetzt kommt hier noch eine dritte dazu – aller schlechten Dinge sind drei.

Nachdem in der österreichischen Rallye-Meisterschaft ohnehin der Zug ziemlich abgefahren ist bzw. unter normalen Umständen schon alleine aufgrund des technischen Rückstandes ein ernsthaftes Eingreifen in die Meisterschaft gegen die stärksten Konkurrenten kaum möglich ist, und zudem die Budgetsituation eine Reduzierung des Programmes nahe legt, werden sich Walter Kovar und Werner Kohlbacher auf ein ganz großes Ereignis vorbereiten: An einen Rückzug wollen sie keineswegs denken, aber wenn sie sich schon an das schnelle Quertreiben heranwagen, dann gleich ordentlich: Die Zeichen stehen auf ein Wiedersehen mit Walter Kovar und Werner Kohlbacher bei der OMV-Waldviertel-Rallye...das richtige Geläuf für einen virtuosen Schotter-King mit unterlegener Technik wie Walter Kovar.

Natürlich ist die OMV-Waldviertel-Rallye eine logische Wahl: Eine anspruchsvolle Strecke, bei der man auch mit weniger PS noch gute Chancen gegen starke Gegner hat, Schotter, so weit das Auge reicht, eine prestigeträchtige, gut besetzte und besuchte Veranstaltung, bei der ein Erfolg besonders viel zählt – kann man sich etwas Schöneres wünschen? Nur Siegen ist schöner...

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