RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Rebenland-Rallye

Ist das wirklich klug?

Nur eine Woche nach dem „Friedensgipfel von Steyrling“ zeigen sich die Haifische wieder beißwütig - hat der „rote Glücksstern“ den „Mr. Woodstock“ fehlgeleitet?

Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl

Rebenland, 7.13 Uhr: Anruf von Sigi Schwarz, Copilot des führenden Gerwald Grössing. Man habe nun, nach den dramatischen Abendstunden, als man den Ford Fiesta R5 in die letzte Zeitkontrolle schieben musste, einen neuen Starter im Auto, das tschechische Einsatzteam habe in einer Nacht- und Nebel-Aktion 1200 Kilometer zurückgelegt, um Grössing und Schwarz eine problemlose Fortsetzung ihrer bislang sensationell laufenden Rebenland-Rallye (nach Tag 1 sechs Sekunden vor Raimund Baumschlager) zu ermöglichen. Sigi Schwarz: „Das Team ist einfach ein Wahnsinn, das möchte ich unbedingt lobend erwähnen.“ So weit, so schön…

Doch dann sagt Sigi: „Wir haben auch bei Beppo Harrach, der ja einen Fiesta R5 besitzt, angefragt, ob er uns den Starter borgen kann. Er hat uns per SMS geantwortet: ‚Mit einem Starter kann ich nicht dienen!‘ Wir möchten unbedingt, dass ihr das erwähnt, wie unkollegial sich unser früherer Teamkollege verhalten hat.“ Ich frage: „Okay, aber ist das wirklich klug?“ Jetzt übernimmt Gerwald Grössing den Hörer: „Ob das klug ist oder nicht, sei dahingestellt - es ärgert mich ungemein, dass er uns dermaßen abgewimmelt hat, nach all den gemeinsamen Jahren. Ich möchte unbedingt, dass die Menschen das erfahren…“ Es wird ausgemacht: Der Autor verbringt die nächste halbe Stunde mit dem Frühstück – in dieser Zeit können Grössing und Schwarz ihren „Angriff“ auf Harrach noch telefonisch oder per SMS zurückziehen. Doch es kommt nichts…

Schnitt. Vor etwas mehr als sieben Tagen hat Sigi Schwarz in sein Hotel „Kaiserin Elisabeth“ geladen, um über die Zukunft des heimischen Rallyesports zu diskutieren. Der Autor zeigte sich damals skeptisch - denn der Neid, der die heimische Rallyeszene in ein gefährliches Haifischbecken verwandelt, ist viel zu groß, es ist wirklich schwer vorstellbar, dass die heimischen Rallye-Protagonisten von heute auf morgen an einem Strang ziehen werden. Doch Sigi Schwarz entgegnete damals: „Natürlich gibt es ein Haifischbecken – doch das Wasser darin wird immer weniger.“ Jetzt, nach nur einer Woche „Weltfrieden“, sind ausgerechnet Grössing und Schwarz die Ersten, die unbedingt jemand anderen „anzünden“ möchten.

Beppo Harrach war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar – doch im Grunde war es unerheblich. Vielleicht hatte er einen Grund, warum er den Starter nicht verborgen kann, vielleicht aber auch nicht. Mittlerweile hat sich Harrach bei motorline.cc gemeldet: Sein Fiesta R5 wird nächste Woche bei einer Rallye in Ungarn eingesetzt, auf seinen letzten Starter musste er mehrere Wochen warten, dieses Element scheint derzeit ein Engpass zu sein. Selbst wenn Harrach keinen triftigen Grund gehabt hätte - ist das ein Grund, jemanden öffentlich als "asozial" abstempeln zu wollen?

Am Beginn des „Steyrlinger Friedensgipfels“ hat Sigi Schwarz die Runde aus Veranstaltern, PilotInnen und Medienvertretern darum gebeten, offen und ehrlich zu sprechen und hinzugefügt, er wünsche sich, dass bitte niemand persönlich beleidigt sein solle, wenn Kritik geäußert wird. Nun, lieber Gerwald und lieber Sigi, bitte nicht beleidigt sein – aber ich wiederhole meine Frage: Ist das wirklich klug?

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Rebenland-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

WRC Safari-Rallye: Bericht

Erster WRC-Sieg für Takamoto Katsuta

34 Jahre musste Japan auf einen WRC-Sieg warten: Bei der legendären Safari-Rallye in Kenia endet die lange Durststrecke - dank Takamoto Katsuta

WRC Safari-Rallye: Nach Tag 1 (SP2)

Fünffachspitze für Toyota

Angeführt von Oliver Solberg liegen nach zwei von 20 Wertungsprüfungen in Kenia fünf Toyota-Fahrer in den Top 5 - Hyundai führt das Verfolgerfeld an

Lavanttal Rallye ist bereit

Lavanttal Rallye in den Startlöchern

Österreichs älteste und nach wie vor aktive Rallye findet vom 9. bis 11. April 2026 im Lavanttal mit dem Mittelpunkt in Wolfsberg statt.

"Man ist nur noch Passagier"

Warum die Safari-Rallye 2026 zur Lotterie wird

Heftige Regenfälle verwandeln die Safari-Rallye in Kenia in eine unberechenbare Schlammschlacht: Selbst erfahrene WRC-Stars erwarten eine der härtesten Ausgaben