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ORM: Waldviertel-Rallye

Eberhard Fuchs zündet S1-Rakete

Unter den Teilnehmern der Rallyeshow befindet sich Eberhard Fuchs, der sieben Jahre lang im Alleingang einen Audi S1 nachgebaut hat.

Fotos: Peter Lippusch

Die quattrolegende 10.1 steigt am Freitag, dem 6. November, im Rahmen der Rallyeshow in Sankt Pölten. In den Hallen des VAZ wird mit der Ausstellung von besonderen Schmuckstücken unter anderem noch einmal das 35jährige Jubiläum des quattro-Antriebs gefeiert. Auf der Showbühne erzählen Legenden wie Franz Wittmann, Raphael Sperrer, Rudi Stohl, Georg Fischer oder auch Christoph Dirtl von ihren Abenteuern in der goldenen Ära des Rallyesports.

Auf dem Gelände vor dem VAZ steigt eine "Superspecial"-Prüfung für jeweils zwei Boliden, die auch live im Fernsehen übertragen wird. Unter den Teilnehmern der Rallyeshow befindet sich Eberhard Fuchs, der sieben Jahre lang im Alleingang jenen Audi S1 Sportquattro originalgetreu nachgebaut hat, der bei Events wie der quattrolegende zum Publikumsliebling avancierte, und den er auch in Sankt Pölten zünden wird.

Fuchs: "Ich bin Autorennen gefahren, auf der Rundstrecke, ich wurde auch mehrmals deutscher Meister, aber dann habe ich dieses Auto gesehen, das wollte ich unbedingt haben und dann habe ich damit angefangen." Was der 57jährige Mechanikermeister mit "damit angefangen" meint, ist der originalgetreue Nachbau eines Audi S1 Sportquattro – und zwar im Alleingang, in einer kleinen Kfz-Werkstatt im deutschen Kurort Brotterode, einer 6000-Seelen-Stadt mitten im Thüringer Wald, am Fuße des Inselbergs, der schon in DDR-Zeiten zu einem Mekka für Skispringer geworden ist.

In dem Kultboliden mit Stand 1987 saßen Legenden wie Michele Mouton, Stiq Blomqvist und natürlich Walter Röhrl, für viele quattro-Verehrer der "weltbeste Autofahrer", der mit seiner Begeisterung für den Audi S1 Sportquattro sehr viel zu dessen Kultstatus beigetragen hat, obwohl der zweifache Weltmeister in dem revolutionären Allradgeschoß lediglich zwei Rallyes gewinnen konnte.

"Der quattro wird immer schön sein"

Für Eberhard Fuchs hat auch die Form des Audi S1 Sportquattro eine wesentliche Rolle gespielt: Während die modernen Rallyeautos einander ziemlich ähnlich sehen, bestünde beim Audi quattro selbst in weißer Einheitslackierung keine Verwechslungsgefahr, seine Form ist einzigartig. Zwar antwortet Eberhard Fuchs auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass ein Citroën DS3 WRC, wie er zurzeit in der Rallye-Weltmeisterschaft zu sehen ist, in zwanzig Jahren einen ähnlichen Kult wie der Audi quattro auslösen könnte, mit der knochentrockenen Feststellung: "Ich glaube, dass auch der VW Polo R WRC ein sehr schönes Auto ist"; doch wenn es um die Form des Audi S1 Sportquattro geht, gerät der mit Gefühlsausbrüchen eher haushaltende Eberhard Fuchs ins Schwärmen: "Der ist halt ewig schön und wird auch in dreißig Jahren noch schön sein."

Sieben Jahre Aufbauarbeit

Ein Jahrzehnt ist es nun her, dass sich Eberhard Fuchs aufmachte, das von ihm verehrte Rallyefahrzeug in seiner Werkstatt nachzubauen, selbstverständlich mit Originalbauteilen. Fuchs erinnert sich: "Ich habe das Auto in sieben Jahren Kleinarbeit aufgebaut – das habe ich ganz alleine gemacht. Das ist hart, ja. Aber ich habe eine freie Werkstatt, und da muss man das können. Freilich konnte ich nicht rund um die Uhr an meinem Sportquattro arbeiten, man muss ja auch für die Kundschaft etwas tun."

Wie beginnt man überhaupt mit einer solchen Replika? Eberhard Fuchs erklärt: "Als erstes machst du die Karosse. Da habe ich mich an Ingolstadt gewandt, der Harald Demuth hat uns die Wege geebnet, um Maße zu bekommen. Da kauft man ein Audi quattro Coupe, weil man das als Hinterteil braucht, und für den vorderen Teil eine zweitürige Audi quattro Limousine – da werden im Achsabstand 32 Zentimeter rausgeschnitten, und dann werden die beiden Teile zusammengesetzt."

"Das ist Sucht, jawohl!"

Vor rund drei Jahren war es dann endlich so weit: Der originalgetreue Audi S1 Sportquattro wurde zum Leben erweckt. Seither hat Eberhard Fuchs zahlreiche Bewerbe damit absolviert. Lediglich er selbst darf ans Steuer des Boliden, Fans und Interessierte dürfen jedoch mitfahren: "Ich fahre viele Bergrennen, fungiere in der Europameisterschaft als Taxi. Wir machen nicht auf verrückt, wir müssen keine Bestzeiten fahren." Wobei Fuchs selbst hochkarätige Fahrer nicht ans Steuer lässt – selbst dann nicht, wenn finanziell sämtliche mögliche Schäden doppelt und dreifach abgedeckt wären.

Die Begründung ist nachvollziehbar: "Es geht nicht um die Kosten, sondern um die Zeit – die Reparatur eines solchen Autos dauert eben, und ich möchte nicht wieder zwei Jahre in der Werkstatt verbringen." Zumindest nicht mit dem Sportquattro, denn schon juckt es den Meister wieder, er denkt längst an ein neues Projekt. Wer einmal ein solches Projekt verwirklicht hat, ist also in Gefahr, es immer wieder tun zu wollen? Eberhard Fuchs lacht: "Ja, das ist man, das ist man wirklich. Das ist Sucht, jawohl! Und man muss weitermachen, fertig!"

Zunächst aber geht es mit dem Audi S1 Sportquattro weiter auf Tournee. Rund zehn ausgesuchte Events bestreitet Fuchs alljährlich mit seinem Schmuckstück, darunter natürlich auch die quattrolegende oder die Austrian Rallye Legends. Österreichs neues Historic-Festival rund um Admont hat Eberhard Fuchs mit quattrolegende-Mastermind Peter Reischl absolviert. Fuchs verrät: "Das ist eine spezielle Verbindung, wir sind seit vielen Jahren befreundet – so lernt man auch viele Leute kennen." Eine Veranstaltung möchte Fuchs unbedingt noch bestreiten: "San Marino wäre noch ein Wunschtraum, doch dieses Jahr ging es nicht, weil meine Mutter an dem Wochenende 87 Jahre alt wurde."

Von 0 auf 200 in zehn Sekunden

Eberhard Fuchs kommt aber zur quattrolegende 10.1 im Rahmen der von "Mr. Waldviertel-Rallye" Helmut Schöpf erstmals abgehaltenen Rallyeshow am Freitag, dem 6. November. In der niederösterreichischen Landeshauptstadt Sankt Pölten steigt ein Rallyefestival, wie man es schon lange nicht mehr erlebt hat. Das Zentrum bildet das VAZ: In der Halle werden zahlreiche Exponate ausgestellt, neben Siegerautos der Waldviertel-Rallye und weiteren seltenen Schmuckstücken wird dort auch das 35-Jahre-Jubiläum des quattro-Antriebs noch einmal gebührend gefeiert.

Auf dem Gelände vor dem VAZ wird neben vielen weiteren illustren Teilnehmern Eberhard Fuchs den Audi S1 Sportquattro über eine spektakuläre "Superspecial"-Prüfung jagen, auch die modernen Rallyeautos der Waldviertel-Rallye werden diese Prüfung bestreiten, zudem steht vor dieser SP eine Schotterprüfung mitten in Sankt Pölten auf dem Programm, welche auch von den Teilnehmern der quattrolegende 10.1 als Warmup absolviert werden kann.

ORF Sport plus wird zwei Stunden lang live von diesem Spektakel berichten, als Co-Kommentator fungiert niemand geringerer als Beppo Harrach. Dass der Audi S1 Sportquattro von Eberhard Fuchs bei solchen Events zu den Publikumslieblingen zählt, ist für ihn leicht erklärbar: "Weil die Beschleunigung unwahrscheinlich ist! Ich sag mal: Von 0 auf 200 km/h in zehn Sekunden, das ist schon ein Hit!"

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