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Höher, schneller, weiter

Die Finnland-Rallye ist eines der Highlights im WM-Kalender, nach dem Sieg von Markko Märtin im Vorjahr, wollen die Skandinavier heuer zurückschlagen.

Die Rallye Finnland, neunter von 16 Läufen zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft, ist nicht nur die schnellste Veranstaltung im gesamten WM-Kalender, sondern auch eine der spektakulärsten.

Auf den langen und geschwungenen Schotterpfaden durch die finnischen Wälder begeistern sich Fahrer und Fans alljährlich an hohen Geschwindigkeiten, gepflegten Driftwinkeln und atemberaubenden Sprüngen über die zahllosen Kuppen.

Michelin zeigt sich gut gerüstet, gemeinsam mit seinen Partnerteams Citroën, Ford, Peugeot, Mitsubishi und Skoda im fünften Jahr hintereinander den Sieg bei der auch „1000 Seen“ genannten Rallye einzufahren. Aber auch die Pirelli-bereiften Boliden von Petter Solberg und Mikko Hirvonen möchten vorne mitmischen.

Höher, schneller, weiter: Das olympische Motto scheint wie geschaffen zur Charakterisierung der Rallye Finnland. Auf den geschwungenen Schotterpfaden rund um Jyväskylä fliegen die Rallye-Asse in ihren rund 300 PS starken Boliden im wahrsten Sinne mit

Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 120 km/h durch den Wald und erzielen dabei Spitzentempi von mehr als 200 km/h. Die ehemalige „1000 Seen“ ist damit die schnellste Veranstaltung der Rallye-WM und hat sich ihren Spitznamen „Grand Prix von Finnland“ damit redlich verdient. Vielfach sprechen Fahrer und Fans jedoch auch ehrfurchtsvoll von der „Rallye der 1000 Sprünge“:

Zahllose Sprungkuppen lassen die Autos immer wieder abheben und weite Strecken im Tiefflug zurücklegen. Auf der berüchtigten Wertungsprüfung „Ouninpohja“ zum Beispiel setzte Markko Märtin im vergangenen Jahr bei Tempo 165 zu einem imposanten 57 Meter-Sprung (!) an – dokumentiert anhand der von Fans aufgestellten Metermarkierungen am Wegesrand.

„Die Finnland-Rallye ist für mich der schönste WM-Lauf im Kalender“, schwärmt Risto Pietiläinen, Beifahrer des Peugeot- und Michelin-Piloten Harri Rovanperä – beide stammen übrigens aus Jyväskylä.

„Für uns Co-Piloten ist sie allerdings gleichzeitig die schwierigste. Auf den extrem schnellen Strecken mit den vielen Sprungkuppen muss der Aufschrieb einfach perfekt sein. Es gilt immer, genau die richtige Linie zu treffen.“

In der Tat, denn oft genug warten direkt nach der Landung Richtungswechsel, für die die Piloten ihre Autos bereits vor dem Abheben positionieren müssen. Eine Herausforderung, auf die die WRC-Piloten weltweit kein zweites Mal treffen.

Entsprechend konnten in der Vergangenheit immer wieder skandinavische Driftkünstler ihren Heimvorteil bei der Rallye Finnland ausspielen. Vorjahres-Sieger Markko Märtin war im Vorjahr erst der dritte Fahrer, der in der über 50-jährigen Geschichte der Veranstaltung die Phalanx der Nordlichter durchbrechen konnte. Als erstem gelang dieses Kunststück 1990 dem heutigen Michelin-Citroën-Fahrer Carlos Sainz. 1992 triumphierte der Franzose Didier Auriol.

Auf den ultraschnellen Schotterstrecken müssen sich die Piloten vor allem auf die Lenkpräzision ihrer Reifen verlassen können: Bei den hohen Geschwindigkeiten ist es wichtig, dass die Pneus sämtliche auch noch so geringe Bewegungen am Lenkrad präzise und unmittelbar in Richtungswechsel umsetzen.

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