RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Korsika-Rallye

Evans führt - Reifenschaden bei Ogier

Es geht ums Überleben: M-Sport-Pilot Elfyn Evans führt mit einer Fabelzeit 18,7 Sekunden vor Kevin Abbring, Latvala auf Rang drei. Ogier fällt zurück.

Fotos: PHOTO4, Twitter, BestofRallye

Starke Regenfälle haben am ersten Tag der Frankreich-Rallye, zehnter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2015, für teilweise chaotische Bedingungen gesorgt. Da einige Straßen auf der Mittelmeerinsel Korsika überschwemmt waren, mussten die Organisatoren die zweite Sonderprüfungen absagen. Somit wurden am Freitag nur zwei Sonderprüfungen gefahren, und nach denen liegt sensationell Elfyn Evans (Ford) in Führung.

Der Waliser überraschte bei der dritten SP mit einer starken Vorstellung und deklassierte die versammelte Weltelite. Fast alle Fahrer waren über eine halbe Minute langsamer als Evans, womit er die Führung in der Gesamtwertung übernahm. Mit Kevin Abbring (Hyundai) konnte nur ein anderer Fahrer das Tempo des Ford-Piloten halbwegs mitgehen. Mit 18,7 Sekunden Rückstand auf Evans belegt der Niederländer nach dem ersten Tag Rang zwei der Gesamtwertung.

Im Ziel der dritten Sonderprüfung war Evans von seiner überlegenen Bestzeit überrascht. "Es hat sich gar nicht so gut angefühlt. Ich dachte, ich wäre zu langsam", wundert er sich und lobte bei den schwierigen Bedingungen die Arbeit seiner Strecken-Spione. "Meine Schotter-Crew hat einen großartigen Job gemacht."

Ogier verliert durch Reifenschaden viel Zeit

Einige Favoriten kamen auf den nassen, korsischen Straßen im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwimmen - allen voran Weltmeister Sebastien Ogier (Volkswagen). Nachdem er die erste Sonderprüfung noch zeitgleich mit Robert Kubica (Ford) gewonnen hatte, legte Ogier auch bei der dritten Sonderprüfung die schnellsten Zwischenzeiten vor, blieb dann aber nach 25,6 Kilometer stehen und verlor rund eineinhalb Minuten.

Was war passiert? "Anscheinend haben wir einen Stein oder sonst etwas getroffen. Das hat am rechten Hinterrad einen schleichenden Plattfuß verursacht, den wir wechseln mussten", berichte Ogier. Durch den Reifenschaden fiel er in der Gesamtwertung auf Rang zehn zurück. Bester Volkswagen-Pilot in der Gesamtwertung ist nach Tag eins Jari-Matti Latvala auf Rang drei (+22,9 Sekunden). Bester Citroen-Pilot ist Mads Östberg auf Position vier (+38,8).

Kubica konnte seine Bestzeit vom Vormittag, die er trotz einer laut eigener Aussage vollkommen falschen Abstimmung des Autos herausgefahren hatte, am Nachmittag nicht bestätigen. Obwohl seine weicheren Pirelli-Reifen im Nassen einen Vorteil haben, verlor Kubica fast eine Minute und fiel dadurch auf Gesamtrang fünf (+40,3) zurück.

Debakel für die Hyundai-Stammfahrer

Stark in Szene setzte sich am ersten Tag der "Tour de Corse" auch der Vorjahressieger Stephane Sarrazin. Nachdem der hauptamtliche WEC- und Formel-E-Pilot die Rallye 2014 im Rahmen der Rallye-Europameisterschaft (ERC) gewonnen hatte, kam er am Freitag mit seinem privat eingesetzten Ford Fiesta RS WRC gut zurecht und liegt mit 43,1 Sekunden auf die Spitze auf Gesamtrang sechs.

Andreas Mikkelsen (Volkswagen), Kris Meeke (Citroen), Bryan Bouffier (Ford) und Ogier komplettieren die Top 10. Einen mit Blick auf die Herstellerwertung katastrophalen ersten Tag erlebte Hyundai. Thierry Neuville kam nur gut einen Kilometer weit, ehe beim Anschlag an eine Mauer die Radaufhängung seines i20 WRC brach, woraufhin er aufgeben musste. Teamkollege Dani Sordo verlor bei der dritten Sonderprüfung durch einen Reifenschaden gut zwei Minuten und liegt derzeit außerhalb der Top 10.

In der WRC2-Wertung führt nach dem ersten Tag Craig Breen (Peugeot 208 T16), nachdem der zunächst führende Pontus Tidemand (Skoda Fabia R5) bei der dritten Sonderprüfung nach einem Unfall ausgeschieden war. Rang zwei in der Klasse belegt Julien Maurin (Ford Fiesta R5) vor den beiden Skoda-Piloten Espapekka Lappi und Armin Kremer.

Am Samstag, für den die Wettervorhersagen trockene Bedingungen ankündigen, sind bei der Frankreich-Rallye drei Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 128,58 Kilometern geplant. Start der vierten Sonderprüfung ist um 9:00 Uhr.


       
Pos Fahrer              Team               Zeit/Rückstand
 1. EVANS	M-SPORT WORLD RALLY TEAM	46:48.5		
 2. ABBRING	HYUNDAI MOTORSPORT 		+18.7
 3. LATVALA	VOLKSWAGEN MOTORSPORT		+22.9
 4. OSTBERG	CITROËN TOTAL ABU DHABI WRT	+38.8
 5. KUBICA	RK WORLD RALLY TEAM		+40.3
 6. SARRAZIN	FIRST MOTORSPORT		+43.1
 7. MIKKELSEN	VOLKSWAGEN MOTORSPORT II	+44.5
 8. MEEKE	CITROËN TOTAL ABU DHABI WRT	+47.0
 9. BOUFFIER	M-SPORT WORLD RALLY TEAM	+1:04.8
10. OGIER	VOLKSWAGEN MOTORSPORT		+1:13.2

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Korsika-Rallye

Weitere Artikel:

ERC, Rallye Rom: Vorschau BRR

Neulinger startet ins nächste ERC-Abenteuer

Marcel Neulinger stellt sich bei der Rally di Roma Capitale 2026 seinem nächsten Abenteuer in der Junior-EM. Der zweite Lauf der JERC führt den jungen Oberösterreicher nach Italien – auch Maximilian Lichtenegger sucht wieder die internationale Konkurrenz.

ORF-Legende und motorline.cc-Kolumnist Peter Klein erinnert sich an die Akropolis Rallye 1976 und stellt Rudi Stohl die Frage: „1976 oder 2026?“

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

ARC, Mühlstein Rallye: Startklar!

SG Toolbox Mühlstein Rallye startet durch!

Am 7. und 8. August steigt die SG Toolbox Mühlstein Rallye 2026 mit Zentrum in Schwertberg / Novum ist ein spektakulärer Shakedown am Freitagabend / Der neue Namens-Sponsor SG Toolbox ist ein oberösterreichisches Unternehmen mit hoher Motorsport-Affinität.

ORM, ET König Rallye: Nach Tag 1 (SP5)

Hermann Neubauer ließ heute nichts anbrennen

Der Salzburger Ex-Staatsmeister liegt nach dem ersten Tag der ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau im Raum Judenburg in Führung / Morgen warten jedoch noch zehn harte Prüfungen auf ihn und seine Verfolger

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.