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Planai-Classic 2018

Sekundenkrimi beim Grande Finale

Die Planai-Classic hatte alles zu bieten, was man sich von einer Winterrallye erwartet. Die Deopitos sicherten sich mit nur 51 Punkten Vorsprung den Sieg.

Michael Hintermayer & Fabian Bonora
Foto: Ennstal-Classic/Martin Huber

Nachdem letztes Jahr das beschauliche Ennstal von den Schneemassen im wahrsten Sinne des Wortes erstickt wurde, legte das Wetter heuer noch einen drauf. Schneematsch, Regen und dichter Nebel im Tal wechselten sich mit kniehohem Schnee und dichten Schneetreiben auf den Bergen ab. Doch die Teams zeigten sich trotzdem begeistert, denn einfach war die Planai-Classic noch nie.

Vor allem die Eröffnungsprüfung auf den Dachstein wurde zur echten Härteprüfung. Nur 12 Teams schafften die Auffahrt in den vorgegebenen zehn Minuten. Ohne Schneeketten war an ein Ankommen sowieso nicht zu denken. Am Freitag beruhigte sich das Wetter wieder, was zahlreiche Zuseher an die Sonderprüfungen am Alpenflugplatz Niederöblarn, der Gröbminger Trabrennbahn und zur Planai lockte. Auch die über 200 Kilometer lange Hochwurzen-Trophy durch die Region Schladming-Dachstein sorgte bei Jung und Alt für Begeisterung. Denn auch im Ennstal ist es nicht die Norm, offene Vorkriegswagen auf Schneefahrbahn zu sehen.

Zum sportlichen Teil: Vor allem die Dachstein-Prüfung sorgte gleich zu Beginn für ein Tohuwabohu in der Rangliste. Denn auch die Favoriten griffen mit der Reifen-, beziehungsweise Kettenwahl daneben und fassten Strafpunkte im vierstelligen Bereich aus. Alexander und Florian Deopito in ihrem bärenstarken Mercedes 350 SLC übernahmen nach dem Dachstein die Führung und konnten diese bis zum Grande Finale verteidigen. Dahinter reihten sich Florian Kunz und Sebastian Klackl im Mini Cooper S ein und konnten ebenfalls ihren Platz bis zur Schluss-Challenge im WM-Park der Planai verteidigen. Dahinter tobte allerdings ein Kampf um die Positionen.

Die Planai-Seriensieger Pius Weckerle und Otmar Schlager (Porsche 911) starteten, nachdem sie am Dachstein schon alle Hoffnungen begraben hatten, eine fulminante Aufholjagd von Platz elf aus bis vor auf den letzten Stockerlplatz. Doch zum Schluss machten es die Deopitos noch einmal so richtig spannend: „Wir sind zwar mit knapp über 500 Punkten Vorsprung zum Schlussparkour gekommen. Jedoch ist mir das Auto beim Starten abgestorben - das hat er noch nie gemacht. Ich musste ihn ganz ganz schnell wieder anstarten und hatte nur elf Sekunden bis zur ersten Lichtschranke. Es ist sich aber ganz knapp ausgegangen. Es war wieder genauso wie bei der Ennstal-Classic ultraknapp und superspannend. Man braucht einfach die Challenge. Wir haben als erstes Team den Hattrick geschafft, indem wir Planai- und Ennstal-Classic, sowie Racecar-Trophy gewonnen haben. Alles mit verschiedenen Autos, also man sieht, wir können alles bewegen. Dass wir happy sind, das brauche ich nicht extra betonen“, freute sich der sichtlich erleichterte Alexander Deopito.

Florian Kunz und Sebastian Klackl, die sich mit Platz zwei zufrieden geben mussten, nahmen es sportlich: „Es hat mir wieder super gut gefallen. Natürlich hat es Höhen und Tiefen gegeben. Es war oft kalt und nass und finster, aber oft eben auch herrlich sonnig – so war es auch mit unserer Stimmung. Zum Schluss war es noch wahnsinnig spannend, mir ist nämlich noch ein sehr guter Abschlusslauf gelungen, sodass Alexander schon schwitzen hat müssen. Der Vorsprung ist zwar fast auf null geschmolzen, aber ich freu mich trotzdem sehr für ihn. Wir sind halt Zweite.“

Die Sieger der einzelnen Epochen lauten Christian Baier auf Le Francis Baujahr 1927 (Epoche I), Florian Kunz und Sebastian Klackl auf einem Mini Cooper S Baujahr 1964 (Epoche II) und Alexander und Florian Deopito auf Mercedes 350 SLC Baujahr 1972 (Epoche III).

Auch gestandene Rallyeprofis wie Weltmeister Andreas Aigner zeigten sich beeindruckt, denn „fast noch blöder als der Schneematsch ist der Nebel, der hat uns nämlich fast die ganzen zwei Tage verfolgt. Die Lichter sind zudem nicht das, was wir von modernen Autos gewöhnt sind – das sind eher Kerzenlichter. Außerdem laufen dir dauernd die Scheiben an, da muss man schon manchmal vom Gas und auf Nummer sicher gehen.“
Gänzlich unbeeindruckt zeigte sich der Safari-Rallye-Spezialist Rudi Stohl: „Wenn die Reifen halbwegs passen und das Auto gut vorbereitet ist, geht’s schon. Aber du musst unbedingt dein Hirn einschalten. Das ist das Hauptproblem. Der Schneematsch ist alles kein Problem, denn das Problem hockt immer hinter dem Lenkrad.“

Doch nicht nur die Rallye-Profis waren dieses Jahr des Öfteren am Limit, sondern auch die Promis, wie Christian Clerici: „Wir sind einfach gefahren, nach hinten haben wir uns gut abgesichert. Allerdings haben wir nach vorne leider auch tausende Punkte Rückstand. Wir sind halt in dem Packerl dabei, wo’s um Tausender geht und nicht Zehner. Trotzdem haben wir mit unserer alternativen Fahrlinie probiert keine Fehler zu machen. Der Fun-Factor war aber wie immer exzellent.“

Lob gab es vom Veranstalter Helmut Zwickl: „Es war eine harte und fast grenzwertige Veranstaltung und sicherlich eine der schwierigsten Planai-Classics überhaupt. Wir hatten alles dabei, von tiefsten Winter mit 30 Zentimeter Schnee, dichten Nebel, eisige und glatte Straßen, Graupel- und Hagelschauer. Mehr Winter kann man nicht bieten. Das alles mit alten Autos zu überwinden ist wirklich eine Challenge. Mit modernen Allrad-Autos im Schnee fahren ist keine Kunst. Aber was diese Piloten leisten ist wirklich bemerkenswert. Es hat keine gröberen Blechschäden gegeben, bis auf einen kleinen auf der Trabrennbahn. Es wurde gut gefahren und die Autos waren gut präpariert – ich ziehe meinen Hut!“

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