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Formel 1: Interview

Haas relativiert Kritik an US-Fahrern

Nach Aussagen über unreife US-Piloten musste Teamchef Steiner Kritik einstecken; nun versucht Teameigner Haas die Wogen zu glätten.

Gene Haas, Eigentümer des gleichnamigen Formel-1-Rennstalls, hat sich schützend vor Teamchef Günther Steiner gestellt und dessen Aussagen über die Qualität US-amerikanischer Piloten relativiert. Im Jänner erklärte Steiner, dass das Haas-Team zwar gerne einen US-Amerikaner verpflichten würde, er aber keinen US-Fahrer sieht, der bereit für einen Einstieg in die Formel-1-WM sei. Daraufhin hagelte es aus den USA viel Kritik am Südtiroler.

Gene Haas versucht nun die Wogen zu glätten und sagt, dass Steiner die Aussagen auf das eigene Team bezogen habe: "Fakt ist, dass wir in der Formel-1-WM immer noch lernen – und einen Piloten zu verpflichten, der die Formel-1-WM erst kennenlernen muss, ist für uns oder ihn vermutlich nicht das Beste", so der US-Amerikaner.

Einen US-Piloten zu verpflichten sei für Haas immer noch eine Ambition, doch derzeit läge das Hauptaugenmerk darauf, das Team in der Formel-1-WM zu etablieren, um eine langfristige Zukunft zu schern. Dafür brauche man erfahrene Grand-Prix-Piloten; die haben die Vereinigten Staaten abgesehen von Alexander Rossi, der 2015 fünf Grands Prix für Manor bestritten hat, nicht zu bieten.

"Wir sagen nicht Nein zu US-amerikanischen Fahrern, aber die US-amerikanischen Piloten, die eine Superlizenz besitzen und in der Formel-1-WM antreten könnten, sollten wirklich für ein Team fahren, das ihnen als Messlatte dient – und nicht andersherum", so Haas. Mit Romain Grosjean und Kevin Magnussen setzt der 2016 eingestiegene Rennstall auf zwei Piloten mit mindestens dreijähriger Formel-1-Rennerfahrung.

"Sie helfen uns recht schnell dabei herauszufinden, ob unser Weg der richtige ist, oder ob wir unseren Ansatz überdenken sollten", betont der Teameigner. "Diese Erfahrung ist von unschätzbarem Wert, da wir ein Team werden wollen, das regelmäßig um Podestplätze kämpft anstatt nur um Punkte."

Haas glaubt weiterhin an die Qualität US-amerikanischer Fahrer: "Mein NASCAR-Team ist voll davon, und wir haben viele Rennen und Meisterschaften gewonnen", unterstreicht er. Zwar weiß er, dass der NASCAR Sprint Cup und die Formel-1-WM zwei unterschiedliche Disziplinen sind, doch ist er überzeugt, dass es US-Amerikaner gibt, die in der Formel-1-WM antreten können.

"Wir sind aber noch nicht bereit dafür, und durch die limitierten Testfahrten wäre es ziemlich schwierig, jemanden auf Speed zu bekommen, der nicht schon vorher Teil des Entwicklungsprogramms war. Ich denke, das ist die Aussage, die Günther treffen wollte", stellt er sich schützend vor seinen Teamchef.

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