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Leistungssprung: Ferrari unter Verdacht

Über ein vorsätzliches Leck im Ladeluftkühler soll Motoröl für einen kurzen Leistungsschub dem Verbrennungsprozess zugeführt werden.

Die Höchstgeschwindigkeitswerte von Ferrari führen bei der Konkurrenz zur Frage, ob denn alles mit rechten Dingen zugehe, denn obwohl das technische Reglement seit 2014 konstant geblieben ist, hat der italienische Rennstall auf einmal einen großen Motorenvorteil. Antworten soll nun die FIA liefern.

Gleich mehrere Teams haben den Automobilweltverband schriftlich um Aufklärung gebeten. Sie möchten einerseits über die Legalität der Ferrari-Technik informiert werden, andererseits in Erfahrung bringen, ob sie auf Basis des Regulativs selbst ähnliche Entwicklungsrichtungen einschlagen können.

Ferrari hat bei seinen Aggregaten heuer große Leistungszugewinne erzielt. Bei allen fünf Grands Prix nach der Sommerpause standen Ferrari-Piloten auf der Pole Position und holten drei Siege. Vor allem auf den Geraden sind die SF90 schnell, der Vorteil soll je nach Rennstrecke bis zu acht Zehntel pro Runde ausmachen.

Einer Theorie zufolge hat Ferrari seine Ladeluftkühler so modifiziert, dass ein kontrolliertes Leck entsteht, durch das Öl austritt und dem Verbrennungsprozess zugeführt wird. So könnte ein kurzzeitiges Leistungsplus erzielt werden, was aber einen Regelverstoß darstellte.

Öl darf zwar im Kühlsystem verwendet werden, allerdings nur, wenn dabei kein absichtlicher Nutzen aus der bei der Verdampfung von Flüssigkeiten entstehenden Hitzeenergie gezogen wird, wie es im Reglement heißt. Beim Verbrennungsvorgang im Motor ist nur die normale Verwendung von Benzin erlaubt.

Der Weltverband lässt ausrichten, man verfolge ständig alle Parameter, die zur Einhaltung der technischen Regeln erforderlich seien, und betont: "Uns liegt zu keinem aktuellen Design ein Protest eines gegnerischen Teams vor." Ein solcher kann nur an Rennwochenenden eingereicht werden, binnen 30 Minuten nach Veröffentlichung der provisorischen Ergebnisse.

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