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Die Hölle ist grün

Am 9. Juni startet zum 35. Mal der Marathon zweimal rund um die Uhr auf der klassischen Nordschleife, mit einem unglaublichen Feld: 220 Autos!

Johannes.Gauglica@motorline.cc

Auch aus rot-weiß-roter Sicht sind einige chancenreiche Starter dabei, sowohl bei den Fahrern als auch bei den Teams. Das Rennen 2007 wird vermutlich ein Kampf „Porsche gegen den Rest der Welt“, ganze 31 Stuttgarter Fabrikate sind gemeldet. Zu favorisieren sind die Teams von Land Motorsport (996 GT3-RSR), Manthey-Racing (997 GT3) und Jürgen Alzen Motorsport (Cayman), aber auch Franz Konrad weiß, wie man solche Marathons gewinnt. Der in Deutschland ansässige Grazer mit jahrzehntelanger Erfahrung im Langstreckensport vertraut ebenfalls auf einen 997er und hat eine schlagkräftige Fahrertruppe beisammen.

Gegen die Porsche-Übermacht mutet das Aufgebot von Aston Martin bescheiden an: Vier britische Edelsportler sind genannt, einer hat Aussicht auf den Gesamtsieg: Der DBRS9 von Phoenix Racing und Aston Martin Austria. Der heimische Aston-Importeur ist auch beim FIA-GT-Team Jetalliance Racing involviert, deshalb überrascht die Anwesenheit eines Jetalliance-Fahrers nicht. Robert Lechner hat bereits 2002 am Nürburgring gewonnen, damals mit einem Dodge Viper.

Der Aston Martin nach GT3-Reglement passt nicht so ohne weiteres in die Regeln des 24-Stunden-Rennens, die Umbauten waren recht aufwendig. Augenfälligster Unterschied beim Betrachten der technischen Daten ist das angewachsene Basisgewicht – heftige 1.350 Kilo muss der britische Sportler auf die Waage bringen, um 100 mehr als die Porsche: Der Hubraum machts!

Die beliebteste Marke am Nürburgring ist wieder einmal BMW, 66 Autos sind genannt - das sind mehr als die beiden nächstfolgenden Marken, Porsche und Honda, zusammengezählt. Mittendrin (und am Sonntag, dem 10. Juni hoffentlich nicht nur dabei, sondern vorneweg) auch das Team Duller Motorsport aus Kärnten, allerdings nicht mit dem so erfolgreichen BMW Z4 M Coupé. Auch der Name Dieter Quester fehlt zum ersten Mal seit vielen Jahren in der Nennliste, was wir doch ein wenig bedauern. Das Duller-Team greift auf den altgedienten BMW M3 GTR zurück, der schon in den letzten Jahren immer wieder aussichtsreich platziert war, bevor das Unfallpech zuschlug.

Voriges Jahr war bei Duller Motorsport auch Hans-Joachim Stuck am Steuer, Sieger des ersten 24h-Rennens 1970 und seit Langem ein Sympathieträger bei BMW. Auch ihn dürfen wir als „Halbösterreicher“ zumindest teilweise für uns reklamieren.

Nach seiner schweren Verletzung vor einem Monat ist der Start des „Ringmeister“ noch unsicher; am Montag vor dem Rennen hat der Arzt das letzte Wort. Sofern er fahren darf, teilt Stuck sich einen BMW Z4 M Coupé mit seinem Sohn Johannes und der schnellen Lady Claudia Hürtgen. Diese Crew gilt es im Auge zu behalten.

Die Diesel-Kategorie wurde bei diesem Rennen sozusagen erfunden und ist traditionell heiß umkämpft. Die Entscheidung wird wohl zwischen Volkswagen, Alfa Romeo und BMW fallen, die schnelslten Selbstzünder werden in den Top 20 auftauchen. Einen der Golf V TDi steuert auch unser Rallye-Ass Andreas Waldherr.

Mit Diesel-Rennern kennt er sich erwiesenermaßen aus, und es ist nicht seine erste Visite am Nürburgring. Außerdem hat er hat bereits einen Klassensieg bei einem 24-Stunden-Rennen auf seinem Konto, nämlich Anfang des Jahres in Dubai.

Ein Blick durchs weitere Feld

Noch ein Rallye-Spezialist: Ruben Zeltner, Geschäftsführer des Sachsenringes, steuert einen Honda S2000 in der Klasse der „Specials“ bis 2 Liter Hubraum. Er ist mittlerweile neben seinen Rallye-Auftritten auch ein regelmäßiger Teilnehmer in der deutschen Langstreckenmeisterschaft, die am alten Nürburgring ausgetragen wird.

Die junge Tirolerin Daniela Schmid ist ebenfalls „Stammgast“ am Ring, sie ist Teil des Honda-Werksteams; ihr Arbeitsgerät: Ein Honda Civic Type-R. Ebenfalls auf einen Civic vertraut Markencup-Spezialist Harald Proczyk.

Nikolaus Mayr-Melnhof ist auf einem Ford Focus gemeldet, dort leistet der steirische Tuning-Meister Gabat technische Schützenhilfe. Exotischer gibt sich Georg Silbermayr, sein Arbeitsgerät ist der Lamborghini Gallardo GTR von Lambo-Racing. Und ex-Rallycrosser Manfred Kubik hat seit längerer Zeit einen Stammplatz im Team von Erwin Derichs, gefahren wird nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ ein 15 Jahre alter Audi V8 mit Automatik. Am Samstag, dem 9. Juni um 15 Uhr geht's los!

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