MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

WEC: News

Mit satten 1000 PS im TS040 wird Toyota gegen Audi und Porsche in der Langstrecken-Weltmeisterschaft antreten.

Fotos: Toyota

Nach den offiziellen Präsentationen der deutschen LMP1-Werksteams Audi (in Le Mans) und Porsche (in Genf) hat nun auch Toyota seine neueste Waffe im Kampf um die wichtigen Langstreckensiege vorgestellt. Die Japaner mit Entwicklungsstandort in Köln (TMG) setzen im ersten Jahr des neuen Effizienz-Reglements in der WEC auf geballte Hybridpower. Der neue TS040 ist mit zwei Systemen zur Rekuperation ausgestattet, man treibt Vorder- und Hinterachse mit Elektromotoren an und hat den V8-Benziner auf vier Liter Hubraum vergrößert.

Die Antriebssysteme des neuen TS040 leisten insgesamt satte 1.000 PS. Allerdings werden die E-Motoren (480 PS) und der V8-Saugmotor (520 PS) wohl eher selten gleichzeitig unter Volllast arbeiten, denn die geballte Kraft müsste über die Räder übertragen werden, was angesichts der hohen PS-Zahl nahezu unmöglich erscheint - vor allem bei 2014 um fünf Zentimeter schmaleren Reifen. Auch den Hybrid hat Toyota aufgebohrt. Man tritt in diesem Jahr in den 6MJ-Klasse an. Dies entspricht einer Energie, mit der man einen Toyota Aygo 60 Meter hoch in die Luft feuern könnte.

"Die größte Herausforderung in diesem Jahr war das Gewicht", sagt Toyota-Entwicklungsleiter John Litjens. Der Niederländer, der nach eigener Aussage "extrem viel Freude" an den neuen technischen Herausforderungen und Freiheiten hat, musste einen schwereren Motor (plus zwei Prozent) und ein schwereres Hybridsystem (plus 30 Prozent) integrieren, aber gleichzeitig das neue Minimalgewicht von 870 Kilogramm nicht überschreiten. "Und aerodynamisch gehen wir voll auf Effizienz", fügt Litjens an.

"Unsere Ziele sind der Sieg in Le Mans und der Gewinn der Weltmeisterschaft", stellt TMG-Geschäftsführer Rob Leupen unmissverständlich klar. Toyota tritt selbstbewusst an. Der neue TS040 überzeugte die Verantwortlichen offenbar bei den bisherigen Testläufen. Man war schnell und zuverlässig. Bis zum heutigen Tage spulte man insgesamt 18.000 Kilometer mit dem neuen LMP1-Auto ab. "Das meiste davon mit nur einem Fahrzeug, erst zuletzt waren wir mit zwei Autos unterwegs", erklärt Litjens.

In den vergangenen Tagen war das Team im spanischen Aragon im Testbetrieb. "Mit einem Auto haben wir einen Dauerlauf gemacht, der prächtig funktioniert hat", so der LMP1-Entwickler von TMG. "Das zweite Fahrzeug haben wir genutzt, um Strategien zu entwickeln. Das ist ohnehin im Betrieb die größte Herausforderung. Man muss das Zusammenspiel von Hybrid an Vorder- und Hinterachse sowie vom Motor - also von drei Antrieben - optimal hinbekommen." Nach den offiziellen WEC-Tests am Freitag und Samstag in Le Castellet wird Toyota nach dem Spa-Rennen einen weiteren Dauerlauf in Südfrankreich absolvieren.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WEC: News

Weitere Artikel:

"Vieles zu kompliziert"

Formel-1-Teamchef schlägt Alarm!

Die Formel 1 ist technisch komplexer denn je: Haas-Teamchef Ayao Komatsu fordert mehr Kontrolle für die Fahrer und mehr Verständlichkeit für die Zuschauer

DTM-Rennen Nürburgring – Hintergründe

Schon die Ausgangspositionen?

Der Nürburgring hatte mit der Rauchentwicklung durch die nahen Waldbrände eine neue Facette parat. Motorsportlich betrachtet wurden die Weichen für das Halbfinale Mitte September auf dem Sachsenring gestellt, nachdem der ADAC vor der eigentlichen Action die Termine für die Saison 2027 bekanntgegeben hatte. Ein besonderes Viertelfinale eben

Mitten in den Sommerferien wird die MJP-Arena erneut zum österreichischen Rallycross-Mekka. Mit gleich drei mitteleuropäischen Serien dürfte das Fahrerlager der Kultstrecke aus allen Nähten platzen. Mittendrin: Die Lokalmatadore aus dem Waldviertel.

Erster Saisonsieg für Lando Norris und McLaren - Verstappen und Antonelli auf dem Podium - Piastri erst mit Kollision, dann mit technisch bedingtem Ausfall

Die Formel 1 fährt im Oktober ein zusätzliches Rennen in Malaysia, um den Ausfall von Bahrain im Frühjahr zu kompensieren - Tripleheader mit Baku und Singapur