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DTM: Analyse

Lucas Auer schon 2017 Titelkandidat?

Mercedes-Pilot Lucas Auer bekommt nach dem Nürburgring-Wochenende viel Lob; der Österreicher will 2017 um den DTM-Titel mitkämpfen.

Lucas Auers DTM-Karriere kommt schön langsam in Schwung. Am Lausitzring konnte der Österreicher heuer seinen ersten Sieg einfahren, außerdem stellte er am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring am Samstag (vor seiner Rückversetzung) und am Sonntag jeweils das schwerste Auto im Feld auf die Pole Position. Tatsächlich ist der Tiroler der erste Pilot, der das seit der Rückkehr zum Format mit zwei Rennen pro DTM-Wochenende geschafft hat.

Einen weiteren Sieg verpasste er zwar knapp, anschließend gab es dennoch viel Lob. Auf der Website der Rennserie beschrieb der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Leistung des Österreichers als besonders beachtlich: "Im Sonntagsqualifying waren die Mercedes 15 Kilogramm schwerer als die Audi, und Auer mit seiner Polezeit trotzdem 0,19 Sekunden schneller als der bestplatzierte Audi von Mortara auf Rang sechs."

"Auers theoretische Bestzeit, also die Addition seiner besten Sektorzeiten, machten ihn gar 0,469 Sekunden schneller als Mortara. Die 15 Kilogramm Mehrgewicht bedeuten auf dem Papier über 0,25 Sekunden Zeithandicap pro Runde, was das Potenzial von Auer und Mercedes auf einer Runde am Nürburgring aufzeigt", war Haug merklich beeindruckt.

"Nicht minder bemerkenswert ist auch Auers Leistung mit seinem Mehrgewicht gegenüber Audi von mittlerweile 25 Kilogramm im Rennen. Rechnerisch hatte er über die Renndistanz von 43 Runden ein Zeithandicap von über 16 Sekunden auf den 25 Kilogramm leichteren und weiter hinten gestarteten Mortara-Audi, im Ziel fehlten Auer auf Platz zwei 3,7 Sekunden auf den Sieger", rechnete er vor.

Auer selbst beschreibt seine bisherige Saison gegenüber der Tiroler Tageszeitung als grundsätzlich sehr positiv und erklärt: "Erstens habe ich einen Sieg zu Buche stehen, zweitens hatte ich am Norisring wieder die Chance auf den Sieg. Da habe ich aber meinem Teamkollegen geholfen." Auer hat damals Paul di Resta, der zu diesem Zeitpunkt noch voll im Titelrennen war, nicht überholt und nach hinten abgeschirmt.

Auf dem Nürburgring folgte nun mit guten Qualifyings und dem zweiten Platz am Sonntag ein weiteres Erfolgserlebnis. "Die weiteren Rennen waren schwieriger, zumindest konnte ich da in den Punkten landen. Die Tendenz stimmt also", freut sich Auer und erklärt: "So muss man fahren, damit die Meisterschaft zum Thema wird. Es wird immer bessere und schlechtere Rennen geben – auf die Punkte kommt es an."

Sein Status innerhalb des Mercedes-Aufgebots habe sich durch die guten Ergebnisse bereits verbessert, doch Auer weiß: "Unser Job ist derartig schnelllebig, dass der Sieg schon wieder zu lange her ist. Jetzt gilt es, dranzubleiben und nachzulegen." Wenn Auer 2017 ein Titelkandidat sein möchte, müsste er von Anfang an Gas geben: In diesem Jahr holte er in den ersten vier Saisonrennen keinen einzigen Punkt und war damit gleich raus aus dem Titelrennen.

Den DTM-Titel wird er in diesem Jahr also nicht mehr holen, doch immerhin gilt Auer aktuell als eine große Nachwuchshoffnung im österreichischen Motorsport. Der 22jährige selbst erklärt allerdings: "Ganz ehrlich, an das denke ich nicht. Das bringt mir einfach nichts. Ich will die Nummer eins in der DTM sein, und das ist das Einzige, was ich im Kopf habe und das für mich unterm Strich wirklich zählt."

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