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Formel 1: Analyse

Berger: Ocon-Verlust wäre sehr schade

ITR-Vorsitzender Gerhard Berger erklärt, warum er hofft, dass Esteban Ocon beim "Transferpoker" nicht zwischen den Stühlen landet.

Force-India-Pilot Esteban Ocon könnte trotz seiner starken Leistungen ein ähnliches Schicksal wie Pascal Wehrlein, ebenfalls Mercedes-Junior, drohen, der die Formel-1-WM nach zwei Saisonen verlassen musste und dieses Jahr in die DTM zurückgekehrt ist. Ob sich der ITR-Vorsitzende Gerhard Berger auch über die Rückkehr des Franzosen freuen würde? "Nein! Ich will Ocon nicht in der DTM haben, denn das würde bedeuten, dass er nicht in der Formel 1 fährt", antwortete der Österreicher.

Für die WM wäre es sehr schade, so ein Talent zu verlieren. Berger wünscht es sich stattdessen andersrum: "Wir wollen unsere Fahrer in die Formel 1 bringen, weil sie gut genug sind." Zudem steigt Mercedes mit Ende der laufenden Saison ohnedies aus der Deutschen Tourenwagen Masters aus, womit nicht nur die Rückkehr von Ocon unwahrscheinlich ist, sondern auch Wehrlein vor einer ungewissen Zukunft steht.

Auch in der Formel-1-WM erweist sich der Umstand, eng an einen Hersteller gebunden zu sein, für Ocon derzeit als Nachteil: Bei McLaren und RB Racing weiß man seine Qualitäten zwar zu schätzen, doch wolle man den Franzosen wegen der Mercedes-Connection nicht engagieren – offenbar auch aus Angst, der 21jährige könnte bloß "zwischengeparkt" werden, bevor er ins Werksteam berufen würde; eine langfristige Planung ist unter diesen Umständen schwierig.

Sein aktueller Rennstall Force India wird zwar weiterhin mit Mercedes-Aggregaten antreten, doch Lance Stroll hat mit der Übernahme des Teams durch seinen Vater ein Cockpit so gut wie fix. Im zweiten Auto wird mit einiger Wahrscheinlichkeit auch weiterhin Sergio Pérez sitzen, zumal Lawrence Stroll erst dank der Klage des Mexikaners in den Besitz der Konkursmasse kam.

Somit bleibt als einzige realistische Option eine Rochade hin zu Williams-Mercedes, das aber nun schon seit seit Längerem am Ende des Feldes zu finden ist. Eine bittere Perspektive für Ocon, der aber weiter an seine Formel-1-Zukunft glaubt, wie er seinen Fans via twitter ausrichtete: "Ich kann euch versprechen, dass ich noch nicht aufgebe. Ich bin hochmotiviert, denn alle meine früheren Rivalen sitzen in Topautos, und das macht mich so hungrig wie noch nie."

Damit spielt er u.a. auf Pierre Gasly und Charles Leclerc an, mit denen er es schon im Kartsport aufnehmen konnte, die 2019 jedoch für RB Racing bzw. Ferrari starten werden. Immerhin wird Ocon an diesem Wochenende im Force India VJM11 sitzen, das hat sein Team bereits bestätigt.

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