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Formel 1: News

Renault opfert 2020 der Entwicklung

Um dem Mittelfeld zu entkommen, wird Renault nächstes Jahr Abstriche machen und sich primär auf das Reglement ab 2021 vorzubereiten.

Autorin: Juliane Ziegengeist

2019 blieb das Werksteam von Renault hinter den eigenen Erwartungen klar zurück. Im Vorjahr immerhin noch Vierter unter den Herstellern, schob sich in dieser Saison mit McLaren ausgerechnet das eigene Kundenteam vorbei. Statt um den Anschluss an die Spitze kämpft man weiter um die Positionen im Mittelfeld.

Geschlagen geben will und kann man sich bei Renault aber nicht. Im Gegenteil. "Wir haben schon letztes Jahr gezeigt, dass man mit unserem Motor Rennen gewinnen kann", sagt Teamchef Cyril Abiteboul bei 'Auto, Motor und Sport' und spricht damit die Siege von Red Bull [Racing; Erg.] 2018 an, als man dort noch mit Renault-Motor fuhr.

Seitdem hat sich in der Motorenabteilung des französischen Herstellers einiges getan. Der Renault-Antrieb gilt mittlerweile als zweitstärkster im Feld hinter Ferrari. Nun will man an anderer Stelle nachjustieren, um das Potenzial auch wirklich ausschöpfen zu können. Chefberater Alain Prost fasst vor allem eine Abteilung ins Auge.

Wie stark kann Renault von neuen Regeln profitieren?

"Das gleiche kann uns auch bei der Aerodynamik gelingen, wenn wir uns so reinhängen wie beim Motor", glaubt der Franzose. Und Abiteboul verrät, wen man sich als Vorbild dafür nimmt: "McLaren hat gezeigt, was man mit Umstrukturierungen im Team und neuen Leuten erreichen kann. Sie sind mit dem Wandel ein Jahr früher dran als wir."

Was den Zeitplan von Renault angeht, soll der Umbruch 2021 gelingen, wenn die neuen Formel-1-Regeln greifen. Vor allem die Mittelfeldteams wittern darin ihre Chance. Allerdings wird sich erst zeigen müssen, wie viel die Regelreform wirklich wert ist. Fakt ist, dass sie Spitzenteams mit ihrer Vorbereitung auch hier im Vorteil sind.

Schließlich muss neben dem Fokus auf 2021 auch noch das Übergangsjahr 2020 bewältigt werden, für das die Regeln stabil bleiben. Das bedeutet, dass keine Budgetobergrenze greift und die Hersteller zum letzten Mal beliebig viel Geld ausgeben können, je nach Kapazität natürlich. Und die ist bei Mercedes, Ferrari und Red Bull am größten.

Jonglieren zwischen Investitionen für 2020 und 2021

"Die Topteams haben das Geld für zwei Programme", weiß Prost. "Selbst wenn sie für 2020 ganz normal entwickeln, bleibt ihnen für 2021 ein Budget, das so groß ist wie unseres für beide Jahre." Deshalb sieht Renault nur eine Möglichkeit, um künftig wirklich einen Unterschied machen zu können: 2020 auf Sparflamme zu fahren.

"Dann könnten wir uns unter annähernd gleichen Bedingungen wie die Topteams auf 2021 vorbereiten. Es ist unsere ganz große Chance", erklärt der Renault-Berater. Zugleich betont er aber: "Ein Team wie Renault kann nicht so einfach die Saison 2020 abschreiben, um sie 2021 zu opfern. Wir sind gezwungen, einigermaßen gut abzuschneiden."

Deshalb arbeitet man laut 'Auto, Motor und Sport' gerade daran, neue Sponsorenverträge abzuschließen, um weitere Ressourcen für die Entwicklung des 2020er-Autos zu generieren. Doch die Finanzierung bleibt auch danach, mit Einführung der viel diskutierten Budgetobergrenze, für Teams wie Renault ein Problem, wie Abiteboul erklärt.

Renault plant beim Motor Entwicklungsstopp 2022

"Wenn die Budgetdeckelung und der neue Verteilungsmodus kommen, können wir unser Formel 1-Team voll refinanzieren. Es bleiben also nur noch die Kosten für den Motor übrig. Und die sind im Moment zu hoch. Für 2021 wird jeder neue Motoren bauen, weil neue Autos eine andere Installation und andere Kühlkonzepte verlangen."

Um die Kosten dann zu reduzieren, plant Renault einen Entwicklungsstopp. "Danach gibt es keinen Grund mehr, warum man die Entwicklung nicht einfrieren soll. Im Moment liegen alle vier Motoren in einem Bereich von 20 Kilowatt. Das wird sich noch weiter angleichen. Alles was dann noch kommt, ist wenig Ertrag für sehr viel Geld", so der Teamchef.

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