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Formel-1-Tests Jerez

Kubica am schnellsten

BMW-Pilot Robert Kubica war am dritten Testtag schneller als Lewis Hamilton (McLaren/2.) und auch Michael Schumacher, der nur Rang acht belegen konnte.

Schon an den ersten beiden Testtagen dieser Woche hatten sich einige Schaulustige an der Strecke eingefunden, um einmal Formel-1-Action aus nächster Nähe zu erleben, aber was heute im südspanischen Jerez de la Frontera los war, übertraf alle Erwartungen: Schätzungsweise um die 20.000 Fans pilgerten an den knapp außerhalb der Stadt gelegenen Kurs!

Und das hatte einen Grund: nicht etwa Fernando Alonso, der immer noch nach einem Stammcockpit für 2008 sucht, sondern vielmehr das Duell der Generationen zwischen Altstar Michael Schumacher und Newcomer Lewis Hamilton. Zwar konnte man in die Zeiten der beiden nicht wirklich etwas hineininterpretieren, weil es bei Tests noch nicht einmal eine "Goldene Ananas" zu gewinnen gibt, aber interessant war das Kräftemessen allemal.

Die Nase vorne hatte bei Testende um kurz nach 17:00 Uhr Hamilton (+ 0,174/64 Runden), der seine schnellste Runde von 1:19.331 Minuten erst relativ spät in den Asphalt setzte. Schumacher landete indes nach 67 Umläufen mit 0,554 Sekunden Rückstand auf den um 16 Jahre jüngeren McLaren-Mercedes-Piloten auf dem achten Rang. Der siebenfache Weltmeister konzentrierte sich darauf, den Ferrari-Ingenieuren Feedback in puncto Fahren ohne Traktionskontrolle zu geben.

Völlig verkorkst verlief indes die angeblich nur von den Medien gehypte Bewerbungsfahrt von Bruder Ralf Schumacher (+ 4,183/71 Runden) bei Force India, denn der Deutsche war nicht nur permanent langsamer als Vitantonio Liuzzi (19./+ 3,696/76 Runden) im gleichen Auto, sondern ihm schien auch noch das Pech auf den Fersen zu haften - schon nach weniger als einer Stunde musste er erstmals aus dem F8-VII-B aussteigen, weil dessen Technik den Geist aufgegeben hatte.

Aber es kam noch schlimmer: Um die Mittagszeit schlitterte Schumacher in der neunten Kurve, in der sich am Dienstag schon Giancarlo Fisichella verabschiedet hatte, ins Kiesbett, so dass mittels roter Flaggen unterbrochen werden musste. Gut drei Stunden später das gleiche Bild in der gleichen Kurve - das hatte sich der immer noch arbeitslose Ex-Toyota-Pilot sicher anders vorgestellt. Quasi zum Drüberstreuen landete er unterm Strich auch noch auf dem 20. und letzten Platz.

Im Schatten all dieser Ereignisse sicherte sich Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/87 Runden) in 1:19.157 Minuten die Tagesbestzeit, auch wenn er nicht ganz an die Bestmarke seines Teamkollegen Nick Heidfeld von Dienstag, heute nach 87 Runden mit 0,968 Sekunden Rückstand nur Zehnter, herankam. Kubica fuhr allerdings erst in der letzten Stunde so weit nach vorne, nachdem bis dahin die beiden Ferraris das Geschehen dominiert hatten.

Für Felipe Massa (Ferrari/+ 0,176/44 Runden) reichte es am Ende immerhin noch zu Platz drei, unmittelbar vor Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,448/63 Runden) und Timo Glock (+ 0,530/40 Runden). Letzterer erlebte seinen dritten überaus produktiven Tag im TF107 von Toyota, konzentrierte sich weiterhin darauf, Auto und Team besser kennen zu lernen - und erzielte erstmals eine wirklich konkurrenzfähige Rundenzeit.

Von der deutschen Fraktion waren ansonsten noch zwei weitere Piloten in Jerez unterwegs: Sebastian Vettel (Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,209/65 Runden) landete - gut eine Sekunde vor seinem Neo-Teamkollegen Sébastien Bourdais (15./39 Runden) - auf Rang zwölf, nachdem er gleich am frühen Morgen einen technischen Defekt erlitten hatte, und Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 1,144/65 Runden) wurde solider Elfter.

Für die weiteren Unterbrechungen des Tages sorgten Takuma Sato (17./Super-Aguri-Honda/+ 2,712/83 Runden) und Kazuki Nakajima: Der Williams-Toyota-Stammfahrer blieb gegen 14:00 Uhr mit einem Motorschaden stehen und beendete mit seinem Dreher und den anschließenden roten Flaggen ungewollt die dritte von vier Sessions in dieser Woche. Gewertet wurde der Japaner nach 56 Runden mit 1,689 Sekunden Rückstand als 13.

Wie immer darf man den heute erzielten Zeiten nicht allzu viel Bedeutung beimessen, weil die Teams auf unterschiedlichen Programmen, mit unterschiedlichen Setups und - vor allem - mit unterschiedlichen Reifen unterwegs waren. So erzielten Hamilton und Massa ihre jeweiligen Bestzeiten auf Rillenreifen, während alle anderen Piloten in den Top 10 mit Slicks am schnellsten waren - also auch Spitzenreiter Kubica.

Morgen findet in Jerez der vierte und letzte Testtag dieser Woche statt, übrigens wieder mit Superstar Michael Schumacher. Anschließend werden die elf anwesenden Teams zusammenpacken und erst einmal Ferien machen, denn bis ins neue Jahr sind keine weiteren Testfahrten mehr geplant. Ferien gibt es allerdings nur für die Testteams - in den Fabriken gehen die Vorbereitungen auf die neue Saison natürlich mit vollem Elan weiter...



Testzeiten


Pos  Fahrer        Team                   Zeit/Runden
 1.  Kubica        BMW-Sauber             1:19.157   87
 2.  Hamilton      McLaren-Mercedes       1:19.331   64
 3.  Massa         Ferrari                1:19.333   68
 4.  Webber        RBR-Renault            1:19.605   63
 5.  Glock         Toyota                 1:19.687   40
 6.  De la Rosa    McLaren-Mercedes       1:19.787   75
 7.  Piquet        Renault                1:19.834   90
 8.  Schumacher    Ferrari                1:19.885   67
 9.  Barrichello   Honda                  1:19.905   89
10.  Heidfeld      BMW-Sauber             1:20.125   87
11.  Rosberg       Williams-Toyota        1:20.301   65
12.  Vettel        STR-Ferrari            1:20.339   56
13.  Bourdais      STR-Ferrari            1:20.507   55
14.  Trulli        Toyota                 1:20.775   99
15.  Nakajima      Williams-Toyota        1:20.802   39
16.  Filippi       Super Aguri-Honda      1:20.915   83
17.  Coulthard     RBR-Renault            1:21.055   62
18.  Sato          Super Aguri-Honda      1:21.093   79
19.  Liuzzi        Force India-Ferrari    1:21.194   76
20.  Schumacher    Force India-Ferrari    1:21.853   71

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