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BMW bekennt sich zu DTM und Class One

BMW bekennt Farbe: Die Münchner wollen auch nach 2018 an der DTM teilnehmen und sprechen sich für Class One Reglement aus - Audi überrascht.

Fotos: DTM

Im Hick-Hack um die leidigen Performance-Gewichte, die bei der DTM 2017 am Nürburgring erneut die Schlagzeilen beherrschen, bezog BMW am Freitagabend klare Stellung. Man müsse eine Lösung im Sinne der Hersteller und des Sports finden, um die Performance-Gewichte abzuschaffen. Außerdem bekannten sich die Münchner klar zu einem Engagement im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) für die Zeit nach 2018.

"Wir bekennen uns absolut zur DTM", sagt BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt. "Das Class One Reglement, das man mit den Japanern schon sehr intensiv bearbeitet hat, ist eine super Basis. Wir sind voll committed und würden einen Vierzylinder-Turbo dafür entwickeln." Damit ist BMW der erste Hersteller, der sich klar für einen Verbleib in der DTM auch nach dem Ausstieg von Mercedes Ende 2018 ausspricht. Die drei Hersteller Audi, BMW und Mercedes hatten sich im Oktober 2015 verpflichtet, bis Ende nächsten Jahres an der deutschen Tourenwagenserie teilzunehmen.

"Wir haben nach der Ankündigung von Mercedes, Ende 2018 aus der DTM auszusteigen, den Fans versprochen, um die Zukunft der DTM zu kämpfen. Das tun wir mit Hochdruck. Wir sind in intensiven Gesprächen mit ITR-Chef Gerhard Berger und Herstellern, um ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln, die DTM als attraktive und innovative Plattform zu erhalten und in einem hochkarätigen Wettbewerbsumfeld den Fans auch weiterhin packenden Rennsport zu bieten", ergänzt er.

"Tür für ein weltweit einheitliches Reglement öffnen"

In der Schaffung eines einheitlichen Reglements gemeinsam mit der japanischen Tourenwagenserie Super-GT sieht der 50-Jährige eine blühende Zukunft. "Wir unterstützen die Einführung des so genannten Class One Reglements und sind dazu bereit, DTM-Fahrzeuge mit hocheffizienten, leistungsstärkeren Vier-Zylinder-Turbomotoren und reduzierter Aerodynamik auszurüsten. Damit würden wir die Tür für ein weltweit einheitliches Reglement öffnen und die DTM zum Beispiel auf der gleichen technischen Basis wie die Fahrzeuge der japanischen Super-GT fahren lassen", so Marquardt weiter.

"Dieses Konzept würde die Zukunft der DTM sichern, sie international öffnen und die Plattform damit noch attraktiver machen. Wir würden es sehr begrüßen, wenn uns andere Hersteller folgen und sich ebenfalls zur DTM bekennen", sagt er.

Bei Audi ist man etwas überrascht über die Aussagen der Konkurrenz aus München. "Die Einführung des Vier-Zylinder-Motors treibt nicht BMW an, die haben wir angetrieben, über Jahre", sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Wenn nicht ein dritter Hersteller ein Veto eingelegt hätte, dann würden wir schon längst damit fahren. Die Neuigkeit ist, dass BMW jetzt auch dafür ist. Ich weiß nicht, warum sie damit jetzt an die Öffentlichkeit gegangen sind."

Audi schon lange für Einführung des Vier-Zylinder-Motors

Für die Ingolstädter sei es "sonnenklar", dass ein Vier-Zylinder-Motor kommen muss. "Wir haben schon seit längerer Zeit gesagt, dass wir 2019 keinen Acht-Zylinder-Motor mehr haben werden, mit dem wir fahren können", so Gass weiter.

"Wir hätten gerne schon länger damit fahren wollen. Damals war es Mercedes, die ihn verschieben haben lassen. Aber das hat an unserem Grundprinzip nichts geändert. Wir reden mit den Japanern und wenn wir mit ihnen zusammen kommen wollen, dann geht es nicht anders", ergänzt der Audi-Mann.

Ursprünglich war geplant, dass die DTM und die Super GT schon in dieser Saison mit einem einheitlichen Motorenreglement unterwegs sein sollen. Allerdings wurde die Einführung in der deutschen Tourenwagenserie immer wieder verschoben. Es wird außerdem interessant sein zu sehen, welches Konzept der Automobil-Weltverband FIA für die Tourenwagen-WM (WTCC) favorisiert. Denn auch hier war bislang das Class One Reglement ein Thema.

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