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WEC: Fuji

„Haben Geschenke schon früher bekommen“

Alex Wurz und das Toyota-Team finden den Rennabbruch und die Unterbrechungen gerechtfertigt – Toyota setzt in Shanghai zwei Autos ein.

Foto: WEC

Stark getrübt ist die Freude bei Toyota über den Sieg beim WEC-Heimspiel in Fuji. Denn obwohl das Trio um Lokalmatador Kazuki Nakajima gewann, hätte man Audi nach den starken Trainingsleistungen auch am Sonntag am liebsten auf der Strecke geschlagen. Stattdessen wurden Lapierre/Nakajima/Wurz nach nur 16 Runden hinter dem Safety-Car quasi kampflos zu Siegern erklärt.

"Alle freuen sich, wenn Weihnachten kommt, und wir haben unsere Geschenke dieses Jahr schon früher bekommen", lacht Alexander Wurz. Und auch Teamkollege Nicolas Lapierre sagt: "Ein Sieg ist ein Sieg, auch wenn wir uns andere Umstände gewünscht hätten." Aber Nakajima kann sich über den Erfolg auf japanischem Boden nicht so recht freuen: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir das einen Sieg nennen können, aber Platz eins bedeutet für das Team viel."

"Für die Fans, die gekommen sind, um uns rennfahren zu sehen, tut es mir leid", bedauert der ehemalige Formel-1-Pilot. "Aber die Rennleitung hat richtig entschieden. Es hat so stark geregnet, die Bedingungen waren schrecklich, vor allem vor der zweiten roten Flagge. Sogar hinter dem Safety-Car war es schwierig. Wenn man bedenkt, dass in der WEC unterschiedlich schnelle Autos am Start sind, war der Abbruch die einzig richtige Entscheidung."

"Die Fans haben lange gewartet, aber niemand möchte sehen, dass sich jemand verletzt", nickt Wurz zustimmend. "Wir sind harte Racer, aber wir müssen die Natur respektieren. Heute gab es nichts, was wir hätten tun können." Der Sieg war aber mehr als glücklich, denn neben dem Pole-Audi fiel auch der andere Toyota früh im Rennen zurück. Durch den Abbruch konnten sich diese beiden Autos nicht mehr nach vorne kämpfen.

Nach Platz zwei im Qualifying tankte der Toyota mit der Startnummer 8 vor dem Weg in die Startaufstellung in der Boxengasse, nachdem zuvor einige Sichtungsrunden absolviert wurden. Doch Anthony Davidson verpasste das Zeitfenster um fünf Sekunden und musste daher aus der Boxengasse starten. Laut Reglement kostete dieser Fehler eine Runde, weil das Rennen hinter dem Safety-Car gestartet wurde. Letztendlich wurde es nur Platz 27.

"Ich sah das rote Licht, als ich die Boxengasse entlang fuhr. Das hat gleich mal eine Runde gekostet - nicht gerade die beste Situation", ärgert sich Davidson. Auch Stephane Sarrazin ist enttäuscht, "denn im Trockenen hätte heute jeder der beiden Toyota TS030 Hybrid gewinnen können". Teamkollege Sebastien Buemi sieht trotzdem nicht nur schwarz: "Auf Basis unserer Leistungen im Trockenen bin ich mir sicher, dass wir eine tolle Zukunft vor uns haben."

Die WM-Titel in Fahrer- und Herstellerwertung wurden heute aber vorzeitig an Audi vergeben, obwohl noch zwei Rennen zu fahren sind. "Durch das heutige Ergebnis hat Audi die Hersteller-Weltmeisterschaft gewonnen. Zu diesem tollen Erfolg möchte ich ihnen gratulieren", sagt Toyota-Teampräsident Yoshiaki Kinoshita. "Sie haben die Latte sehr hoch gelegt und können die Feierlichkeiten jetzt zurecht genießen."

Das Toyota-Team hat vor, erstmals auch außerhalb der 24 Stunden von Le Mans und des Heimrennens in Japan mit zwei Autos an den Start zu gehen. Für den vorletzten Saisonlauf in Shanghai haben die Japaner sowohl die Startnummer 7 als auch die Startnummer 8 gemeldet.

Die Fuji-Sieger Nicolas Lapierre und Alexander Wurz werden sich einen TS030 Hybrid teilen. Kazuki Nakajima kann aufgrund seines Engagements in der Super-Formula-Serie nicht dabei sein. Im zweiten Toyota sitzen wie an diesem Wochenende Sebastien Buemi, Anthony Davidson und Stephane Sarrazin.

Ob Toyota auch beim Saisonfinale in Bahrain mit zwei Autos an den Start gehen wird oder doch nur mit einem, steht noch nicht fest.

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