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DTM: Norisring

Martin gewinnt nach Rennunterbrechung

Maxime Martin gewinnt Sonntagsrennen auf dem Norisring vor Lucas Auer und Edoardo Mortara - Fotofinish um Platz drei und Horrorcrash von Paffett.

Fotos: DTM

Sieg für Maxime Martin beim Sonntagsrennen der DTM 2017 auf dem Norisring. Der BMW-Fahrer kam vor Lucas Auer und Edoardo Mortara ins Ziel. Mattias Ekström (4.) verliert in der letzten Runde in einem irren Fotofinish den dritten Platz. Auf den weiteren Plätzen folgen Marco Wittmann (5.), Paul di Resta (6.), Augusto Farfus (7.), Jamie Green (8.), Tom Blomqvist (9.) und Timo Glock (10.).

Überschattet wurde das Rennen durch einen heftigen Unfall von Gary Paffett, der hart in die Leitplanke und in Mike Rockenfellers Audi einschlug. Beide Fahrer konnte eigenständig ihr Auto verlassen, wurden aber für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.

Nach dem Sieg am Samstag durch Bruno Spengler lässt Martin die Münchner auch am Sonntag jubeln. "Ich bin total happy! Auch dass Gary und Rocky okay sind. Ich freue mich wahnsinnig für Maxime. Es war ein Wahnsinnsrennen bis zur letzten Kurve", freut sich BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt. "Das war mega für uns und die Fans. Drei Autos fahren nebeneinander über Ziellinie, da musst du erst schauen wer vorne ist."

Wechselbad der Gefühle

"Es ist unglaublich", sagt ein glücklicher Sieger Martin. "Ich hatte einen guten Start und konnte pushen. Das Auto war sehr gut. Ich hatte einen guten Zweikampf mit Lucas. Dritter in Budapest, Zweiter gestern, Sieger heute: so kann es weitergehen!"

"Es war ein Wechselbad der Gefühle", atmet Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz auf. "Ein super Rennen und ein Mega-Fight bis zum Schluss. Das hat Spaß gemacht beim Zuschauen. Für uns ist es ein versöhnlicher Ausgang des Wochenendes."

Für Mortara ist eine große Last von seinen Schultern gefallen: "Es war ein hartes Rennen, aber am Ende haben wir es geschafft. Ich habe den Zweikampf zwischen Wittmann und Ekström beobachtet und war der Nutznießer. Ich bin sehr glücklich! Es ist mein erstes Podium mit Mercedes in der DTM und ich hoffe, dass noch mehr folgen werden."

Enttäuschung bei Audi

Auch sein österreichischer Teamkollege war zufrieden. "Gratulation an Mercedes. Es ist eine Meisterleistung!", sagt Auer. "Ich habe in den letzten Runden einen Krampf im Fuß bekommen, das war nicht einfach. Aber bin happy über das Ergebnis!"

Bei Audi war die Enttäuschung groß. "Es war ein schwieriges Rennen und ein enttäuschender Ausgang für uns", sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Wittmann war ein bisschen übermotiviert in der letzten Kurve. Es war das zweite Mal, dass er Mattias neben der Strecke überholt hat. Deshalb verstehe ich nicht, warum es von der Rennleitung nur so schwach geahndet wird. Es ist schade, dass wir das Auto von Rast und Rockenfeller verloren haben. Aber wir werden in Moskau wieder zurückkommen."

Polesetter Blomqvist erwischte einen schlechten Start und wurde noch vor der ersten Kurve von Wickens und Müller überholt. Dahinter kam das Feld gesittet durch die Spitzkehre. Schon am Ende der ersten Runde bogen Blomqvist, Auer, Farfus, Green und Engel ab in die Box, um sich neue Reifen zu holen.

Einen unplanmäßigen, zweiten Boxenstopp musste Timo Glock einlegen: der BMW-Pilot musste aufgrund eines Reifenschadens zweimal an die Box und fiel ans Ende des Feldes zurück.

Heiß ging es her für Mattias Ekström: Der Schwede war in der Spitzkehre im Sandwich von Wittmann, Rast und Müller und musste sich am Ende geschlagen geben. Er verlor bei der Aktion vier Plätze und fiel auf den zehnten Rang zurück.

In Runde 24 krachte es zwischen Rast und Wickens in der Spitzkehre. Rast setzte sich auf der Innenbahn neben den Mercedes, ließ ihm keinen Platz und drückte den Kanadier nach außen in die Wand. Das Safety-Car wurde auf den 2.300 Meter langen Stadtkurs geschickt, um das Rennen zu neutralisieren und die Trümmerteile zu beseitigen.



Horrocrash von Paffett

Zu diesem Zeitpunkt war Audi-Fahrer Loic Duval der Führende, weil er noch keinen Pflichtboxenstopp absolvierte. Nach sechs Runden wurde das Rennen im Indycar-Stil wieder freigegeben und Duval setzte sich gegen Auer durch. Der Österreicher fiel sogar auf den dritten Platz zurück. Die Führung übernahm Martin.

Große Schrecksekunde in Runde 33: Gary Paffett flog in der Zufahrt zur Spitzkehre heftig ab, nachdem er auf einer Bodenwelle ausgehebelt wurde und den neben ihm fahrenden Jamie Green touchierte. Der Mercedes-Pilot hatte keine Chance und krachte seitlich in die Leitplanke, wurde zurück auf die Strecke katapultiert und schoss ungebremst seitlich in den Audi von Mike Rockenfeller.

Glücklicherweise konnte "Rocky" selbst aus dem Cockpit klettern und humpelte aber, was eine Fußverletzung vermuten lässt. "Mike geht es gut", sagte Phoenix-Teamchef Ernst Moser. "Er ist ein bisschen gehumpelt, aber er kam mit dem Schrecken davon."

Rockenfeller von Paffett abgeschossen

Paffett blieb zunächst im Auto sitzen und Rettungskräfte eilten zum havarierten Fahrzeug. Nach bangen Minuten des Wartens stieg auch der Mercedes-Pilot aus. "Gary geht es gut", gab Ulrich Fritz Entwarnung. "Er hat über Schmerzen am Arm geklagt, aber er hatte Glück im Unglück. Wenn man so etwas sieht, dann bleibt einem das Herz stehen und man wartet sehnsüchtig auf eine Rückmeldung vom Fahrer. Aber die kam dann zum Glück schnell." Beide Fahrer wurden zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.

Während der Unterbrechung schilderte Green den Vorfall aus seiner Sicht: "Es ist ein unglückliches Norisring-Problem. Jemand hat auf dem Bremspunkt das Auto verloren und dabei verlierst du die Kontrolle. Gary hat das Auto vor der Kurve verloren. Ich habe eingelenkt, da kam Gary angeflogen und hat Mike abgeräumt. Es war ein sehr harter Einschlag."

Das Rennen wurde nach dem Horrorcrash zunächst unterbrochen, da die Leitplanken schwer beschädigt wurden und repariert werden mussten. Nach einer 30-minütigen Unterbrechung das Rennen für die verbleibenden 25 Minuten wieder gestartet.

Fotofinish um Platz drei

Nach dem Restart setzte Auer zum Angriff auf Martin und ging in der Spitzkehre am Führenden vorbei. Dahinter ging es gesittet durch die erste Kurve. Doch vier Runden später konnte der Belgier kontern und holte sich die Spitzenposition zurück. In der vorletzten Runde blies Wittmann zum Angriff auf Auer. Doch dabei wurde er vom hinter ihm platzierten Ekström überrumpelt und fiel auf den vierten Platz zurück. Doch dann kam auch noch Mortara ins Spiel und sorgte für ein Fotofinish. Ekström, Wittmann und Mortara überquerten nebeneinander die Ziellinie. Doch der Italiener hatte die Nase einen Hauch vorne und schnappte sich den letzten Podiumsplatz.

Wittmann wurde für das Abdrängen von Ekström von der Rennleitung verwarnt. Doch da es die dritte Verwarnung für den BMW-Pilot in diesem Jahr war, wird er wird beim nächsten DTM-Lauf in Moskau in der Startaufstellung am Samstag um fünf Plätze zurückversetzt.

"Mal ist es so. Es ist legitim, dass jeder kämpfen will. Es ist nicht lustig. Ich fahre hart, aber die letzte Kurve kann man auch anders machen", kommentiert Ekström nach dem Rennen. Ob er einen Protest bei der Rennleitung einlegen wird, sagt er: "Ich lege nie einen Protest ein. Wenn die Rennkommissare das nicht selbst sehen, kann ich nichts machen."

Gegen Maro Engel wurde eine Untersuchung der Sportkommissare eingeleitet. Grund ist ein möglicher Verstoß gegen Funkverbot. Der Mercedes-Pilot musste nach dem Rennen bei den Stewards vorstellig werden.

Vom 20. Bis 21. Juli macht die DTM Halt in Russland auf dem Moskau Raceway.

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