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Etappe 2: Weiterhin Peugeot 1-2

Gilles Panizzi führt vor Richard Burns (beide Peugeot), 3. Bugalski, 4. Loeb (beide Citroen) -Mörtl 16., Doppelreiter Junior-WM-10.

Bernhard Eder

Die Panizzi-Show geht weiter...

Wenn kein mittleres Wunder mehr passiert, dann holt sich Gilles Panizzi den Sieg bei der Catalunya-Rallye 2002. Der Peugeot-Pilot hat von neun bislang gefahrenen SP´s (bei drei SP-Absagen) acht gewonnen, liegt vor der Abschluss-Etappe bereits 44.4 Sekunden vor seinem Teamkollegen Richard Burns. Auf den Rängen drei und vier das Citroen Duo Bugalski-Loeb, die beiden Franzosen mit 1:01.7 bzw. 1:27.2 Minuten Rückstand.

Sehr erfreulich die Performance der beiden Österreicher: Achim Mörtl und David Doppelreiter glänzen mit hervorragenden SP-Zeiten, in der Zwischenwertung liegt Mörtl auf Rang 16, Doppelreiter ist Junior-WM-Zehnter. Weniger erfreulich das Organisations-Chaos am Pistenrand: SP 7 und 8 werden wegen der Zuschauermassen bzw. parkender Autos entlang der Strecke abgesagt, auf SP 10 muss Carlos Sainz wegen eines am Straßenrand abgestellten Fan-Vehikels verreissen, kracht daraufhin gegen einen Felsen - das Aus für den Spanier...

Peugeot: 1. Panizzi, 2. Burns, 5. Grönholm - Positionen gehalten...

Nach dem erfreulichen Eröffnungstag läuft´s auch auf der zweiten Etappe der Catalunya 2002 für die Löwen wie geschmiert. Gilles Panizzi und Richard Burns bauen ihre Führung auf die Kollegen von Citroen weiter aus, alles deutet auf einen Peugeot-Doppelsieg hin.

"Für mich sieht es jetzt nicht schlecht aus, aber wir müssen noch die morgigen SP´s gut absolvieren", so Panizzi im Etappenziel. "Ich bin auch heute auf Angriff gefahren, weil es der beste Weg ist, um konzentriert zu bleiben und keine Fehler zu machen. Mir tun die Organisatoren leid, die mit den Zuschauermassen erheblich Probleme haben. Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen, wenn es einen schweren Unfall gibt, würde das für unseren Sport sehr schlecht sein."

Richard Burns ist wie sein führender Teamkollege zufrieden: "Platz zwei wäre ein fantastisches Resultat für mich. Es hat uns wahrscheinlich ein wenig geholfen, dass heute zwei SP´s gestrichen wurden, aber ich denke, dass ich Philippe (Bugalski, d. Red.) auch auf der Straße in Schach halten kann."

Nicht wirklich glücklich mit seiner Performance ist Marcus Grönholm: "Ich weiß nicht, warum ich hier nicht ganz so schnell unterwegs bin wie auf Korsika. Ich habe diesmal kein derart gutes Gefühl, was das Auto betrifft - es schlittert sehr viel, ich habe auch das Vertrauen zu den Bremsen verloren."

Citroen: 3. Bugalski, 4. Loeb - Peugeot scheint außer Reichweite...

Mit Citroen´s erstem Saisonsieg wird´s wohl auch im vierten WM-Lauf des Jahres nichts, zu souverän agieren die Kollegen von Peugeot an der Spitze. Auf der 2. Etappe können Philippe Bugalski und Sebastien Loeb zumindest halbwegs mit den führenden "Löwen" mithalten, für eine Rangverbesserung wird morgen Sonntag allerdings eine Ausnahmeleistung der "Zitronen" notwendig sein.

Fazit Bugalski: "Heute Morgen ist es für uns nicht ganz so gut gelaufen, Richard (Burns, d. Red.) ist zumindest noch in Reichweite. Er war heute meist schneller als wir, so dass wir uns für morgen etwas überlegen müssen."

Schließlich Sebastien Loeb: "Ich habe einige Kleinigkeiten am Set-Up verändert, und das hat das Auto wirklich verbessert. Das Handling ist jetzt in etwa so, wie ich es mag. Ich kann etwas mehr auf Angriff fahren, habe auch nicht mehr die Probleme mit den Reifen, wie das gestern noch der Fall war. Dass heute morgen zwei SP´s gestrichen wurden, hat mir nicht wirklich geholfen..."

Subaru & Ford: 6. Solberg, 7. McRae, Mäkinen und Sainz out...

Die Hoffnungen Subaru´s auf WM-Punkte ruhen auf den Schultern von Petter Solberg - der Norweger liegt nach der zweiten Etappe an sechster Stelle, schafft übrigens als bislang einziger Fahrer neben Gilles Panizzi einen SP-Sieg.

Nicht mehr mit von der Partie Tommi Mäkinen, der Ex-Weltmeister ist bereits zum dritten Mal en suite bei einem WM-Lauf vorzeitig ausgeschieden. Auf der Verbindungsetappe zum Servicepunkt Manlleu macht der Motor des Impreza schlapp."Ich bin sehr enttäuscht", so Mäkinen. "Das Auto schien o.k., dann ist plötzlich etwas gebrochen. Ich denke, dass es mit unseren Problemen von gestern abend zu tun hatte."

Auch bei Ford gibt´s einen Ausfall zu beklagen: Carlos Sainz kracht auf SP 10 bei einem Ausweichmanöver, das durch ein am Streckenrand geparktes Auto notwendig wird, in einen Felsen. "Es ist in einer schnellen 5.Gang-Kurve passiert", so Sainz. "Am Streckenrand standen auf beiden Seiten Autos. Ich korrigierte meine Linie, konnte mit viel Glück einem Auto ausweichen, das sich mit zwei Rädern auf dem Asphalt befand, bin dann aber in einen Felsen gekracht. Für die Zukunft muss man sich überlegen, wie man das Problem mit den Zuschauern unter Kontrolle bekommt, bevor etwas Schlimmes passiert."

Colin McRae bleibt auf dem siebenten Platz, den er schon am Freitag abend inne hatte. Der Schotte steigert sich mit Fortdauer des Tages, die SP-Platzierungen McRae´s: 12-10-7-5. Unmittelbar hinter McRae an achter Stelle liegt Ford´s Nr.3, der Este Markko Märtin.

Skoda, Hyundai & Mitsubishi: 10. Gardemeister, 11. Loix, 12. Delecour - Punkte scheinen außer Reichweite...

Die beiden Mitsubishi-Piloten Francois Delecour und Alister McRae liefern auf der 2. Etappe die inzwischen zur Gewohnheit gewordene bescheidene Leistung ab, beenden den Tag auf den Rängen 12 und 13. Damit haben alle anderen sechs Werksteams zumindest einen besser platzierten Piloten als das ehemalige Weltmeister-Team!

Im Hyundai-Stallduell hat Freddy Loix die Nase vorn: der Belgier, der die Etappe auf Rang 14 liegend in Angriff genommen hatte, findet sich zu Feierabend an 11. Stelle wieder. Drei Plätze gut gemacht hat auch Armin Schwarz, der Deutsche nun auf Rang 17.

Kleiner Lichtblick bei Skoda: zwar muss Stig Blomqvist mit defekter Lichtmaschine aufgeben, Teamkollege Toni Gardemeister schafft aber immerhin den Sprung in die Top-Ten. Kenneth Eriksson beendet die Etappe auf dem 18. Platz.

Die Österreicher: Mörtl 16., Doppelreiter Junior-WM-10. - beeindruckende SP-Zeiten beider Piloten...

Die heimischen Rallye-Cracks Achim Mörtl und David Doppelreiter zeigen nach ihrem gestrigen Reifenpech tolle Moral, arbeiten sich im Laufe des Tages sukzessive nach vor - nach zwei Drittel der Distanz belegt Mörtl den 16. Zwischenrang, Doppelreiter ist in der Junior-WM an zehnter Stelle zu finden.

Beeindruckend vor allem die SP-Zeiten der Österreicher. Mörtl´s Serie 10-12-13-10 deutet an, wo der Kärntner auf Asphalt in etwa einzuordnen ist, nämlich um die Top-Ten herum. Und David Doppelreiter fährt bei seinem erst zweiten WM-Einsatz bereits wie ein alter Hase - der 21-Jährige schafft in der Junior-WM-Wertung zwei siebte und zwei achte SP-Ränge, ist als Gesamt-Zehnter bester Peugeot-Pilot. Alle Achtung...

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