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IRC: Sanremo-Rallye

Die Italiener beherrschen die Sanremo-Rallye

Mit einer Bombenzeit auf der 44 km langen SP 6 konnte Basso die Führung übernehmen, dahinter liegen Andreucci, Rossetti, Meeke und Hänninen.

Michael Noir Trawniczek

Drei Wertungsprüfungen wurden quasi zusammengehängt und als 44 Kilometer lange Mega-Nacht-SP absolviert, der erste Bolide wurde um 22.09 Uhr losgeschickt. Am Ende war nichts mehr so, wie es nach fünf Prüfungen war, das Klassement wurde komplett über den Haufen geworfen.

Für offene Münder sorgte vor allem Giandomenico Basso, der schon im Jahr 2008 die Sanremo-Rallye überlegen für sich entscheiden konnte. Mit seinem eigentlich bereits veralteten Fiat Abarth Grande Punto S2000, vom Werk lediglich mit einem Facelift versehen, hämmerte der Italiener eine Fabelzeit in den Asphalt. Obschon sich Basso im Zielraum der SP 6 unzufrieden zeigte und er erklärte, er sei auf dem letzten Teil der Prüfung nicht sonderlich gut gefahren, gelang es ihm, dem Rest des Feldes satte 15,5 Sekunden abzuknöpfen.

Mit dieser Bestzeit konnte Basso auch prompt die Führung übernehmen, sein Landsmann Paolo Andreucci (Peugeot 207 S2000) liegt als Zweiter nun 5,2 Sekunden zurück.

Luca Rossetti im zweiten Werks-Abarth erklärte, er habe sich in punkto Splitzeiten an Andreucci orientiert, den er auch schlagen konnte. Der Hintergrund dieser Vorgehensweise ist die italienische Meisterschaft, für die hier auch Punkte vergeben werden. Rossetti belegt nun mit 17,5 Sekunden Rückstand Rang drei im Gesamtklassement der IRC.

Vorjahrssieger Kris Meeke, der zuvor noch auf Platz zwei gelegen hatte, rutschte ab auf Rang vier, sein Rückstand beträgt bereits 46,9 Sekunden. Der britische Peugeot-Pilot erklärte Kopf schüttelnd und enttäuscht im Zielraum der letzten Freitagsprüfung: „Ich hatte einen Dreher kurz vor dem Ziel, der hat mich rund 20 Sekunden gekostet.“

Nur 2,2 Sekunden hinter Meeke belegt Juho Hänninen den fünften Rang, der Skoda-Werkspilot gab zu Protokoll: „Ich bin nicht ganz zufrieden mit meiner Performance, ich bin etwas enttäuscht. Aber morgen haben wir noch einen langen Tag vor uns.“

Weitere 7,3 Sekunden dahinter belegt der Franzose Bryan Bouffier im Peugeot den sechsten Platz. Jedoch nur 1,8 Sekunden hinter ihm lauert „Fast Freddy“ Loix auf Platz sieben, der Belgier gab offen zu: „Es war auf der langen Prüfung schwer für mich, den Rhythmus zu finden.“

Mit bereits rund 1,5 Minuten Rückstand belegt Jan Kopecky im Skoda den achten Platz, Rang neun belegt Gianfranco Cunico auf einem der in Italien zahlreich vertretenen Peugeot 207 S2000. Der Italiener gewann die Sanremo-Rallye im Jahr 1993. Scherzhaft meinte er: „Ich bin doch schon ein alter Mann…“ Mit Allesandro Perico (ebenfalls Peugeot) reihte sich ein weiterer früherer Sanremo-Sieger in den Top 10 ein, sodass am Ende des ersten Tages sechs frühere Sanremo-Sieger in den Top 10 rangieren.

Ein weiterer von ihnen, der dreifache Sanremo-Sieger Gilles Panizzi, verlor im Proton Satria Neo S2000 mehr als 2,5 Minuten auf der langen Sonderprüfung, sodass er insgesamt bereits 5:49 Minuten zurück liegt. Die Frage nach einem möglichen Sieg beantwortete Panizzi im Service auf die für ihn typische Art und Weise: „Ich und ein Sieg? Hier und jetzt? Nach einer so langen Pause? Ich bin nicht Jesus! Ich kann nicht über Wasser gehen!“

Rund 112 Wertungskilometer werden bei der 52. Sanremo-Rallye am Samstag noch zurückgelegt, es sind noch vier lange und eine kurze SP zu absolvieren.



Nach Tag 1 (SP 6)

 1.  Giandomenico Basso  Abarth   1:15:50.6
 2.  Paolo Andreucci     Peugeot      + 5.2
 3.  Luca Rossetti       Abarth      + 17.5
 4.  Kris Meeke          Peugeot     + 46.9
 5.  Juho Hänninen       Skoda       + 49.1
 6.  Bryan Bouffier      Peugeot     + 56.4
 7.  Freddy Loix         Skoda       + 58.2
 8.  Jan Kopecky         Skoda     + 1:28.2
 9.  Gianfranco Cunico   Peugeot   + 1:33.3
10.  Alessandro Perico   Peugeot   + 1:33.8

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